Nickel(II)-iodid

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Kristallstruktur
Struktur von Nickel(II)-iodid
__ Ni2+     __ I
Allgemeines
Name Nickel(II)-iodid
Andere Namen
  • Nickeldiiodid
  • Nickeliodid
Verhältnisformel NiI2
CAS-Nummer
  • 13462-90-3 (Reinsubstanz)
  • 7790-34-3 (Hexahydrat)
PubChem 26038
Kurzbeschreibung
  • schwarzes, kristallines Pulver (Reinsubstanz)[1]
  • blaugrüne prismatische Kristalle (Hexahydrat)[2][3]
Eigenschaften
Molare Masse 312,502 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

5,83 g·cm−3[4]

Schmelzpunkt

797 °C[4]

Löslichkeit

124,2 g/100 ml (0 °C)[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 350i​‐​341​‐​360D​‐​372​‐​334​‐​317Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​410
P: 260​‐​285​‐​302+352​‐​321​‐​405​‐​501Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze [6]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [7] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 42/43​‐​45​‐​61
S: 22​‐​26​‐​36/37/39​‐​45​‐​53
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Nickel(II)-iodid ist eine chemische Verbindung der Elemente Nickel und Iod. Der Reinstoff ist ein schwarzer, kristalliner Feststoff, der bei 797 °C schmilzt.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Nickel(II)-iodid kann direkt aus den Elementen gewonnen werden:[8]

\mathrm{Ni + I_2 \longrightarrow NiI_2}

Eine weitere Möglichkeit der Darstellung ist die Iodierung von Nickel(II)-chlorid mit Natriumiodid:[9]

\mathrm{NiCl_2 + 2\ NaI \longrightarrow NiI_2 + 2\ NaCl}

Ebenfalls möglich ist die Darstellung durch Reaktion von Nickel(II)-hydroxid oder Nickelcarbonat mit Iodwasserstoffsäure.[10]

\mathrm{Ni(OH)_2 + 2\ HI \longrightarrow NiI_2 + 2\ H_2O}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Nickel(II)-iodid kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der Raumgruppe D^{5}_{3d} R\overline3m und den Gitterparametern a = 392,9 pm und c = 1981,1 pm, in der Elementarzelle befinden sich drei Formeleinheiten. Die Struktur entspricht damit der CdCl2-Struktur.[11]

Nickel(II)-iodid löst sich, wie auch die anderen Nickelhalogenide außer Nickel(II)-fluorid, in Wasser zum blaugrünen Hexahydrat:[9]

\mathrm{NiI_2 + 6\ H_2O \longrightarrow [Ni(H_2O)_6]^{2+} + 2\ I^{-}}

Dessen Kristalle zerfließen an Luft schnell und färben sich braun unter Iodabscheidung. Ab 43 °C zersetzt sich die Verbindung. Beim Erhitzen im Wasserbad wandelt es sich in die wasserfreie Form um.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Nickel(II)-iodid auf webelements.com Nickel diiodide bei webelements, aufgerufen am 18. Jan. 2012
  2. W. Segerblom: Tables of Properties of Over Fifteen Hundred Common Inorganic Substances. Verlag Read Books, 2010, ISBN 978-1-4455-9102-5, S. 47 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. a b Datenblatt Nickel (II) iodide hydrate bei Strem, abgerufen am 25. Dezember 2012.
  4. a b Datenblatt Nickel(II)-iodid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 27. Dezember 2010 (PDF).Vorlage:Sigma-Aldrich/Name nicht angegeben
  5. a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 13462-90-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich).
  6. Eintrag zu CAS-Nr. 13462-90-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 16. April 2011 (JavaScript erforderlich).
  7. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  8. Norman N. Greenwood, Alan Earnshaw: Chemie der Elemente. 1. Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 1988, ISBN 3-527-26169-9, S. 1476.
  9. a b  Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102., stark umgearb. u. verb. Auflage. de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 1713.
  10. a b  Georg Brauer: Handbuch der präparativen anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band III, Enke, Stuttgart 1981, ISBN 3-432-87823-0, S. 1688.
  11. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. 3. Elemente, anorganische Verbindungen und Materialien, Minerale, Band 3. 4. Auflage. Springer, 1997, ISBN 3-540-60035-3, S. 496 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten]