Nico Hülkenberg

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Nico Hülkenberg
Nico Hülkenberg (2011)
Automobil-/Formel-1-Weltmeisterschaft
Nation: DeutschlandDeutschland Deutschland
Status: aktiv
Startnummer:

27

Erster Start: Großer Preis von Bahrain 2010
Konstrukteure
2010 Williams • 2012 Force India • 2013 Sauber • 2014–2015 Force India
Statistik
WM-Bilanz: WM-Zehnter (2013)
Starts Siege Poles SR
70 1 1
WM-Punkte: 206
Podestplätze:
Führungsrunden: 38 über 172,9 km
Stand: Großer Preis von Italien, 7. September 2014
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Nicolas „Nico“ Hülkenberg (* 19. August 1987 in Emmerich) ist ein deutscher Automobilrennfahrer.

Er wurde 2009 Meister der GP2-Serie und debütierte 2010 für Williams in der Formel 1. In der Saison 2014 tritt er für Force India an.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge im Motorsport[Bearbeiten]

Hülkenberg begann seine Motorsportkarriere als Neunjähriger mit dem Kartsport. Mit 15 Jahren sicherte er sich 2002 die Deutsche Juniorenmeisterschaft mit zehn Siegen. Ein Jahr später (2003) gewann er auch die reguläre Deutsche Kartmeisterschaft (DKM).

Hülkenberg im Dallara-Mercedes der Formel-3-Euroserie, 2008

2005 wechselte Hülkenberg in den Formelsport und stieg in die deutsche Formel BMW ein, wo er auf Anhieb mit acht Siegen Meister wurde. Beim anschließenden Formel-BMW-Weltfinale wurde er Dritter. 2006 startete er im deutschen Formel-3-Cup und war dort bereits in seinem vierten Rennen erstmals siegreich. In der Gesamtwertung belegte er den fünften Platz. Diese Leistungen verhalfen ihm zu einem Vertrag beim deutschen Team in der A1GP-Serie, das er im Winter 2006/2007 mit insgesamt neun Siegen zum Titel führte. Nur an einer Veranstaltung nahm er nicht teil.

Der nächste Karriereschritt war der Wechsel in die Formel-3-Euroserie, in der er 2007 für das französische Meisterteam ASM Formule 3 antrat. Während sein Teamkollege Romain Grosjean den Meistertitel einfuhr, gewann Hülkenberg vier Rennen und belegte als bester Neueinsteiger hinter Grosjean und Sébastien Buemi den dritten Gesamtrang. Außerdem gewann er das prestigeträchtige Formel-3-Masters in Zolder. Das Formel-1-Team Williams lud Hülkenberg daraufhin zu Testfahrten im Winter 2007/2008 ein. Er überzeugte den britischen Rennstall schnell von seinen Fähigkeiten und erhielt einen Testfahrervertrag für die Saison 2008.

Zeitgleich absolvierte Hülkenberg für ASM, das inzwischen in ART Grand Prix umbenannt worden war, ein weiteres Jahr in der Formel-3-Euroserie und begann die Saison als einer der Titelfavoriten. Er erfüllte die Erwartungen und gewann den Meistertitel mit sechs Siegen bereits ein Rennwochenende vor Schluss. Am letzten Rennwochenende schloss er die Saison mit einem weiteren Sieg ab.

Hülkenberg wurde 2009 Meister der GP2-Serie

Im anschließenden Winter 2008/2009 startete er für ART Grand Prix bei vier Rennen der GP2-Asia-Serie und beendete alle Rennen unter den besten vier Piloten. Obwohl er an weniger als der Hälfte der Rennen teilgenommen hatte, belegte er in der Gesamtwertung den sechsten Platz. In der anschließenden Saison der GP2-Serie, die größtenteils im Rahmenprogramm der Formel 1 ausgetragen wurde, blieb Hülkenberg bei ART Grand Prix und erhielt mit Pastor Maldonado einen routinierten Teamkollegen. Nachdem er schon zweimal auf dem Podest gestanden hatte, übernahm er beim fünften Saisonlauf auf dem Nürburgring mit zwei Siegen, zwei schnellsten Runden und der Pole-Position die Führung in der Meisterschaft von seinen ehemaligen Formel-3-Rivalen Grosjean. Mit weiteren Siegen in Budapest, Valencia und Portimão gewann er den Titel[1] und wurde zudem der fünfte Fahrer in der GP2-Serie, der mindestens 100 Punkte in einer Saison erzielte. Hülkenbergs größter Konkurrent, Romain Grosjean, hatte die GP2-Serie vorzeitig in Richtung Formel 1 verlassen.

Formel 1[Bearbeiten]

Hülkenberg im Williams beim Großen Preis von Malaysia 2010

Nachdem Hülkenberg auch 2009 als Testfahrer für Williams aktiv war, erhielt er 2010 ein Stammcockpit im Williams, wo er Teamkollege von Rubens Barrichello wurde.[2] Bereits bei seinem dritten Grand Prix in Malaysia holte er als Zehnter seinen ersten Weltmeisterschaftspunkt. Beim Großen Preis von Ungarn erzielte er als Sechster seine beste Saisonplatzierung. Beim Großen Preis von Brasilien erzielte Hülkenberg in seinem 18. Qualifying seine erste Pole-Position in der Formel 1. Er kam am besten mit der abtrocknenden Strecke zurecht und hatte über eine Sekunde Vorsprung auf den zweitplatzierten Sebastian Vettel. Im Rennen gelang es ihm nicht die Führungsposition zu verteidigen. Schon beim Start musste er die erste Position an Vettel abgeben. Hülkenberg kam auf dem achten Platz ins Ziel. Hülkenberg kam in der zweiten Saisonhälfte mehrfach in die Punkteränge und beendete die Saison auf dem 14. Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Zwar lag er in der Gesamtwertung hinter seinem Teamkollegen, in der zweiten Saisonhälfte setzte er sich aber mehrmals gegen Barrichello durch.

Nach dem letzten Rennen der Saison 2010 gab Hülkenberg bekannt, dass er in der Saison 2011 nicht mehr für Williams antritt.[3] Im Januar 2011 wurde er schließlich als Test- und Ersatzfahrer von Force India für die Saison 2011 unter Vertrag genommen.[4] In dieser Funktion nahm er an einigen Freitagstrainings teil. Zur Saison 2012 wurde Hülkenberg bei Force India ins Stammcockpit befördert. Sein Teamkollege wurde Paul di Resta. Er ersetzte damit seinen Landsmann Adrian Sutil.[5] Nachdem er beim Saisonauftakt bereits in der ersten Runde ausgeschieden war, erreichte er beim zweiten Rennen in Malaysia auf dem neunten Platz das Ziel. Beim Großen Preis von Europa erzielte er mit einem fünften Platz seine bis dahin beste Platzierung in der Formel 1. Beim Großen Preis von Belgien gelang es Hülkenberg, dieses Ergebnis mit einem vierten Platz zu übertreffen. Beim letzten Saisonrennen, dem Großen Preis von Brasilien, lag Hülkenberg unter regnerischen Bedingungen einige Runden in Führung. Beim einem Zweikampf um die Spitze mit Lewis Hamilton kam es zu einer Kollision, für die Hülkenberg mit einer Durchfahrtsstrafe belegt wurde. Er kam schließlich auf dem fünften Platz ins Ziel. Er schloss die Saison auf dem elften Platz der Fahrerweltmeisterschaft ab und setzte sich mit 63 zu 46 Punkten gegen seinen Teamkollegen di Resta durch.

Zur Formel-1-Saison 2013 wechselte Hülkenberg zu Sauber.[6] Zum ersten Grand Prix in Australien trat Hülkenberg aufgrund technischer Probleme nicht zum Start an. Bei seinem ersten Start für Sauber in Malaysia wurde Hülkenberg schließlich Achter. Ein Rennen später in China führte er zwischenzeitlich das Rennen an. Er kam auf dem zehnten Platz ins Ziel. Nachdem Hülkenberg in den nächsten acht Rennen nie über einen zehnten Platz hinaus kam, wurde er in Italien Fünfter. Beim Großen Preis von Korea fuhr Hülkenberg erneut im vorderen Feld mit. Nachdem er in der ersten Rennhälfte Fernando Alonso hinter sich hielt, gelang ihm selbiges in der zweiten Rennhälfte mit Hamilton. Hülkenberg wurde Vierter. Hülkenberg beendete die Saison auf dem zehnten Platz und setzte sich mit 51 zu 6 Punkten deutlich gegen seinen Teamkollegen Esteban Gutiérrez durch.

Nach einer Saison bei Sauber kehrte Hülkenberg 2014 zu Force India zurück. Er erhielt einen mehrjährigen Vertrag bei dem Rennstall und wurde Teamkollege von Sergio Pérez.[7] Nach einem sechsten Platz beim Saisonauftakt in Australien wurde er in Malaysia und Bahrain Fünfter. Damit übernahm Hülkenberg zwischenzeitlich den dritten Platz in der Fahrerweltmeisterschaft. Beim Großen Preis von Monaco erreichte Hülkenberg erneut den fünften Platz. Nach dem 13. Rennen belegte er den achten Gesamtrang.

Persönliches[Bearbeiten]

  • Hülkenberg wird mit Vornamen zumeist „Nico“ gerufen. Da es mit Nico Rosberg aber bereits einen deutschen Rennfahrer gibt, der von der Öffentlichkeit mit diesem Vornamen identifiziert wird, nennen Medien und Fans Hülkenberg gerne „Hülk“ (in Anlehnung an die mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Comicfigur Hulk), „Hülki“ (in Erinnerung an Michael „Schumi“ Schumacher) oder „Hülkinator“ (als Anspielung auf den Filmhelden Terminator).[8]
  • Hülkenbergs Vater Klaus Dieter betreibt in Emmerich die Hülkenberg Spedition KG, in der Sohn Nico eine Ausbildung zum Speditionskaufmann absolvierte.
  • Hülkenbergs ehemaliger Manager Willi Weber betreute auch schon Michael und Ralf Schumacher.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bei der Einführung der permanenten Formel-1-Startnummern 2014 wählte Hülkenberg die #27 für seine weitere Karriere.[9]

Statistik[Bearbeiten]

Karrierestationen[Bearbeiten]

  • 2010: Formel 1 (Platz 14)
  • 2011: Formel 1 (Testfahrer)
  • 2012: Formel 1 (Platz 11)
  • 2013: Formel 1 (Platz 10)
  • 2014: Formel 1

* Teamplatzierung

Einzelergebnisse in der Formel-3-Euroserie[Bearbeiten]

Jahr Team Motor 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Punkte Rang
2007 ASM Formule 3 Mercedes-Benz DeutschlandDeutschland HO1 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH DeutschlandDeutschland NOR FrankreichFrankreich MAG ItalienItalien MUG NiederlandeNiederlande ZAN DeutschlandDeutschland NÜR SpanienSpanien CAT FrankreichFrankreich NOG DeutschlandDeutschland HO2 72 3.
2 7 4 6 DNF 1 DNF 14 21 14 6 1 1 4 2 8 3 3 1 7
2008 ART Grand Prix Mercedes-Benz DeutschlandDeutschland HO1 ItalienItalien MUG FrankreichFrankreich PAU DeutschlandDeutschland NOR NiederlandeNiederlande ZAN DeutschlandDeutschland NÜR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich BRH SpanienSpanien CAT FrankreichFrankreich LMS DeutschlandDeutschland HO2 85 1.
DNF DNF 1 5 DNF 16 1 DNF 1 13 1 4 1 5 1 DNF 24 8 1 3

Einzelergebnisse in der GP2-Asia-Serie[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Punkte Rang
2008/2009 ART Grand Prix China VolksrepublikChina CHN Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate UAE BahrainBahrain BRN KatarKatar QAT MalaysiaMalaysia MAS BahrainBahrain BRN 27 6.
4 4 1 3

Einzelergebnisse in der GP2-Serie[Bearbeiten]

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Punkte Rang
2009 ART Grand Prix SpanienSpanien ESP MonacoMonaco MON TurkeiTürkei TUR Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GBR DeutschlandDeutschland GER UngarnUngarn HUN Europaische UnionEuropäische Union EUR BelgienBelgien BEL ItalienItalien ITA PortugalPortugal POR 100 1.
9 14 5 3 5 4 3 5 1 1 1 7 2 1 2 DNF 6 3 1 16

Statistik in der Formel 1[Bearbeiten]

Stand: Großer Preis von Italien, 7. September 2014

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
2010 AT&T Williams Williams FW32 Cosworth 2.4 V8 19 1 22 14.
2012 Sahara Force India F1 Team Force India VJM05 Mercedes-Benz 2.4 V8 20 1 63 11.
2013 Sauber F1 Team Sauber C32 Ferrari 2.4 V8 18 51 10.
2014 Sahara Force India F1 Team Force India VJM07 Mercedes 1.6 V6 Turbo 13 70 8.
Gesamt 70 1 1 206

Einzelergebnisse[Bearbeiten]

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
2010 Flag of Bahrain.svg Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Turkey.svg Flag of Canada.svg Flag of Europe.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Japan.svg Flag of South Korea.svg Flag of Brazil.svg Flag of the United Arab Emirates.svg  
14 DNF 10 15 16 DNF 17 13 DNF 10 13 6 14 7 10 DNF 10 8 16  
2012 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Bahrain.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of Europe.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Japan.svg Flag of South Korea.svg Flag of India.svg Flag of the United Arab Emirates.svg Flag of the United States.svg Flag of Brazil.svg
DNF 9 15 12 10 8 12 5 12 9 11 4 21* 14 7 6 8 DNF 8 5
2013 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Bahrain.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of South Korea.svg Flag of Japan.svg Flag of India.svg Flag of the United Arab Emirates.svg Flag of the United States.svg Flag of Brazil.svg  
DNS 8 10 12 15 11 DNF 10 10 11 13 5 9 4 6 19* 14 6 8  
2014 Flag of Australia.svg Flag of Malaysia.svg Flag of Bahrain.svg Flag of the People's Republic of China.svg Flag of Spain.svg Flag of Monaco.svg Flag of Canada.svg Flag of Austria.svg Flag of the United Kingdom.svg Flag of Germany.svg Flag of Hungary.svg Flag of Belgium (civil).svg Flag of Italy.svg Flag of Singapore.svg Flag of Japan.svg Flag of Russia.svg Flag of the United States.svg Flag of Brazil.svg Flag of the United Arab Emirates.svg  
6 5 5 6 10 5 5 9 8 7 DNF 10 12  

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Hülkenberg GP2-Meister, Razia Überraschungssieger“ (Motorsport-Total.com am 13. September 2009)
  2. „Offiziell: Hülkenberg fährt 2010 für Williams“ (Motorsport-Total.com am 2. November 2009)
  3. „Aus für Hülkenberg bei Williams“ (Motorsport-Total.com am 15. November 2010)
  4. „Offiziell: Force India holt di Resta und Hülkenberg ins Team“ (Motorsport-Total.com am 26. Januar 2011)
  5. „Comeback offiziell: Force India bestätigt Hülkenberg“ (Motorsport-Total.com am 16. Dezember 2011)
  6. Christian Nimmervoll: „Offiziell: Hülkenberg wechselt zu Sauber“. Motorsport-Total.com, 31. Oktober 2012, abgerufen am 31. Oktober 2012.
  7. Sven Haidinger: „Offiziell: Hülkenberg kehrt zu Force India zurück“. Motorsport-Total.com, 3. Dezember 2013, abgerufen am 3. Dezember 2013.
  8. „Hülkenberg soll Testvertrag bei Williams bekommen“ (Motorsport-total.com am 10. Dezember 2007)
  9. Robert Seiwert: „Formel 1 - Alle Startnummern fix: Vettel nimmt die 1“. Nummer 13: Ausgerechnet Maldonado. Motorsport-Magazin.com, 10. Januar 2014, abgerufen am 12. Januar 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nico Hülkenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien