Nicolò Contarini

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nicolò Contarini (* 26. September 1552 in Venedig; † 2. April 1631 ebenda) war von 1630 bis 1631 der 97. Doge von Venedig.

Familie[Bearbeiten]

Die Familie Contarini hatte den ersten Dogen im Jahre 1042 gestellt, dem noch sieben weitere folgten. Nicolò Contarini war der vierte in der Reihe der Contarini-Dogen.

Leben[Bearbeiten]

Nicolò wurde als erster von sechs Söhnen des Giangabriele Contarini und der Giovanna Morosini geboren. Nach Abschluss eines Studiums der Philosophie an der Universität Padua trat er in den venezianischen Staatsdienst ein. Er war nacheinander avogadore, provveditore general der Terraferma, savio und riformatore dello studio der Universität Padua. Ergebnis seiner Tätigkeit in Padua war die Schrift De rerum perfectione libri VI (Venedig 1576).

Auf Veranlassung des Rates der Zehn wurde er Nachfolger Andrea Morosinis als Autor der venezianischen Chronik Degl'istorici delle cose veneziane für die Zeit von 1567 bis 1604.

Nicolò Contarini war nicht verheiratet und hinterließ keine Nachkommen.

Das Dogenamt[Bearbeiten]

Guardi: Die Kirche Santa Mara della Salute, um 1780

Nicolò wurde im vorgerückten Alter von 77 Jahren am 18. Januar 1630 zum Dogen gewählt und verstarb nach einer Amtszeit von nur 15 Monaten. Während seiner Amtszeit wurde Venedig von einer schweren Pestwelle heimgesucht, der bis 1630 ein Drittel seiner Bevölkerung zum Opfer fiel. Die Beschreibung dieser Pest durch Alessandro Manzoni in seinem Buch I promessi sposi gehört zu den eindrucksvollsten Beschreibungen dieser Epidemie in der Weltliteratur. Am 22. Oktober 1630 gelobte der Doge der Jungfrau Maria den Bau einer Kirche, wenn die seit einem Jahr in Venedig wütende Pest aufhöre. Als nach wenigen Monaten die Seuche endete, wurde sein Versprechen eingelöst und die Kirche Santa Maria della Salute errichtet.

Nicolò Contarini starb am 2. April 1631, wahrscheinlich an der Pest. Er wurde in Eile und ohne die üblichen Feierlichkeiten in der Kirche Santa Maria Nova bestattet. Diese Kirche, die während der Oberherrschaft Österreichs über die Stadt als Lagerhaus benutzt wurde, ist 1852 abgerissen worden, das Dogengrab ist seither verschollen.

Schriften[Bearbeiten]

  • De rerum perfectione libri VI . Venedig 1576.
  • Modo della elezione del serenissimo principe di Venezia. Rom 1630.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrea da Mosto: I dogi di Venezia. Florenz 2003, ISBN 88-09-02881-3
  • Gaetano Cozzi: Il doge Nicolò Contarini, ricerche sul patriziato veneziano agli inizi del Seicento. Istituto per la collaborazione culturale (Venezia) 1958.
Vorgänger Amt Nachfolger
Giovanni I. Cornaro Doge von Venedig
16301631
Francesco Erizzo