Nicolas Rémy

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Nicolas Rémy (oder auch Nicolaus Remigius) (* 1530; † 1612) war ein herzoglich-lothringischer Geheimrat und Oberrichter. Schriftstellerisch trat er vor allem als Hexentheoretiker in Erscheinung.

Bedeutung als Hexentheoretiker[Bearbeiten]

Nicolas Rémy schöpfte aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Richter, als er auf Wunsch des Herzogs von Lothringen ein Hexentraktat verfasste. Im Jahre 1595 erschien es in lateinischer Sprache unter dem Titel Daemonolatreiae Libri III, zu Deutsch: Drei Bücher vom Teufelskult. 1598 lag es erstmals in einer deutschen Übersetzung vor: Daemonolatria daß ist von Unholden und Zauber-Geistern, dess Edlenn, Ehrnvesten und Hochgelarten Herrn Nicolai Remigii, des durchl. Hertzogen in Lothrigen Geheimen Raths und Peinlicher Sachen Cognitoris publici, welche danach noch mehrere Auflagen erlebte. Diese Popularität lässt sich vielleicht damit erklären, dass Rémy für nahezu jede Eventualität eine Antwort und ein konkretes Fallbeispiel anführte. Ganz der damaligen Überzeugung entsprechend argumentiert er, es sei gleichermaßen strafbar, ob eine Hexe tatsächlich den Hexenflug beherrschte oder sich ihr Fliegen, nachdem sie sich mit einer Flugsalbe bestrichen hatte, nur einbildete.

Im Titel seines Buches wird auf seine 16jährige Amtszeit verwiesen, in der er 800 (beziehungsweise 900) Hinrichtungen wegen Hexerei veranlasst haben soll. Rémy schreibt, dass eine etwa gleich hohe Zahl Angeklagter vor der Vollstreckung entwichen sei oder kein Geständnis abgelegt habe, sodass eine Verurteilung ausgeschlossen war. 15 Personen starben vor ihrer Verurteilung durch Suizid. Er stimmte mit dem damaligen Hexenglauben überein, übernimmt aber in seinem Traktat nicht einfach, wie viele andere Autoren seiner Zeit, die im Hexenhammer zusammengestellten Thesen über die Hexenlehre - diesen erwähnt in seinem Werk an nur einer Stelle nebenbei. Im Gegensatz zu der im Hexenhammer verfolgten theologischen Sichtweise versucht Rémy die Thematik vielmehr vom juristischen und historischen Standpunkt aus zu betrachten. Ein ganzes Kapitel seines Traktats behandelt beispielsweise die allgemeinen Schwierigkeiten bei Strafprozessen gegen Minderjährige.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Hammes: Hexenwahn und Hexenprozesse, Fischer, Frankfurt/M. 1989, ISBN 3-596-21818-7
  • Elisabeth Biesel, Hexenjagd, Volksmagie und soziale Konflikte im lothringischen Raum (Trierer Hexenprozesse. Quellen und Darstellungen)
  • Lucien Dintzer, Nicolas Rémy et son oevre démonologique Lyon, 1936
  • Nicolaus Equiamicus (Hrsg.) Nicolas Rémy, Daemonolatreia oder Teufelsdienst, UBooks-Verlag 2009 ISBN 978-386-608113-0

Weblinks[Bearbeiten]