Nicolaus Hasse

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Nicolas (auch: Nikolaus) Hasse (* um 1617 in Lübeck; † je nach Quelle zwischen Michaelis und Weihnachten 1670 bzw. 8. März 1672 in Rostock) war ein deutscher Komponist und Organist der norddeutschen Orgelschule.

Leben[Bearbeiten]

Nicolaus Hasse erhielt wahrscheinlich Musikunterricht von seinem Vater, Peter Hasse. 1642 wurde Nicolaus Hasse Organist der St.-Marien-Kirche in Rostock. Einer Quelle zufolge trat er 1671 in den Ruhestand, was dem in einer anderen Quelle angegebenen Sterbedatum widersprechen würde.

Hasse schien finanzielle Schwierigkeiten zu haben, da er mehrfach um Gehaltserhöhungen oder Vorschüsse bat.

Sein Sohn Hinrich (1625-1696) war Organist der Petrikirche in Lübeck. Friedrich (1635-1688) war Organist, Küster und Schulmeister in Neuengamme. Sein erfolgloses Bewerbungsvorspiel in der Jacobikirche in Hamburg wurde von Dietrich Becker begutachtet. Seine Enkel Nicolas der Jüngere (1651-1672), Peter II (1668-1737) und Peter III (1668-1737) waren Organisten. Sein Urenkel Johann Peter (1708-1776) war Musiker so wie sein Enkel der berühmte Opern- und Kirchenkomponist Johann Adolf Hasse.[1]

Werk[Bearbeiten]

Von Hasse erschien im Druck eine Sammlung mit 10 Suiten für Sopraninstrument und Generalbass, 11 Suiten für 2 Sopraninstrumente und B.c., sowie 13 polnische Tänze „auff polnische Art“ unter dem Titel „Delitiæ Musicæ“ (Rostock, 1656). Außerdem sind 50 geistliche Lieder erhalten; weitere Werke sind verschollen. Orgelwerke sind nur vereinzelt überliefert. Seine geistlichen Lieder, deren Melodieherkunft nicht immer gesichert ist, sind an den Madrigalstil angelehnt und weisen eine große Ausdruckskraft auf.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Heike Angermann: Diedrich Becker, Musikus. Annäherung an einen Musiker und seine Zeit. 2013 (online) (PDF; 2,3 MB) S. 27