Nicolaus Schmidt

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Künstler Nicolaus Schmidt. Für den Bildhauer und Rompreisträger Nicolaus Wendelin Schmidt (1883-1954) siehe Nicolaus Wendelin Schmidt.
Nicolaus Schmidt 1974

Nicolaus Schmidt (* 1953 in Arnis als Klaus Schmidt) ist ein zeitgenössischer Künstler und Historiker.

Nicolaus Schmidt studierte zu Beginn der 70er Jahre an der Hochschule für bildende Künste und der Universität Hamburg und arbeitete danach als Kunsterzieher. Schmidt hat seine künstlerische Arbeit lange als eines unter mehreren Betätigungsfeldern betrachtet. Während des Studiums gründete er die Rosa, einer der ersten Zeitungen der sich damals entwickelnden Schwulenbewegung. In den 80er Jahren war er neben der künstlerischen Arbeit entwicklungspolitisch engagiert. Von 1984 bis 1988 war er Vorsitzender von terre des hommes Deutschland e.V.. Seit 1991 lebt er freischaffend als Bildender Künstler in Berlin-Prenzlauer Berg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werk

Cerro-Rico-Aktion, Hamburg 1982

1982 stellte Nicolaus Schmidt in Hamburg mit der Cerro-Rico-Aktion eine Verbindung von Kunst im öffentlichen Raum und entwicklungspolitischer Arbeit her. Begleitet von einer Kampagne in den Medien wurden als Mitmachaktion an die 100.000 Weißblechdosen gesammelt und in Hamburgs Innenstadt als symbolischer, silbern glänzender Berg errichtet, der an den gleichnamigen Berg in Potosí in Bolivien, erinnern sollte. Schmidt erinnerte mit dieser Aktion an die historische Ausbeutung des Reichtums der südamerikanischen Länder durch die europäischen Nationen und wies auf das heutige Problem der Kinderarbeit in diesem 4000 Meter hoch gelegenen Berg hin.[1] Die Cerro-Rico-Aktion war das Vorbild für etliche andere entwicklungspolitische Öffentlichkeitsaktionen, bis hin zur Errichtung eines Schuhberges durch das Aktionsbündnis Landmine vor dem Brandenburger Tor in Berlin1996.

Eine aktuelle Aktion im öffentlichen Raum ist die Zusammenarbeit mit Christoph Radke in RECONSTRUCCIÓN! während der 10. Portes Obertes in El Cabanyal, Valencia in 2008.[2]

Seit Ende der 80er Jahre arbeitet Nicolaus Schmidt an einem Werkbereich, den er Morphogramme nennt. Diese sind stark reduzierte Zeichen, die Schmidt aus den Formen menschlicher Körper ableitet. Ursprünglich als Malerei und grafische Arbeiten entstanden hat Nicolaus Schmidt die Morphogramme später zu reliefartigen Arbeiten weiterentwickelt. Ein Beispiel hierfür ist der Zyklus Zur Erschaffung Adams als Kunst im öffentlichen Raum in Berlin Hellersdorf (1994).

Seit 2004 arbeitet Nicolaus Schmidt an einer Kosmographie Gayhane, die sich mit einem Amalgam aus westlicher und orientalischer Kultur beschäftigt und wieder eine Auseinandersetzung mit dem Projekt der schwulen Selbstverwirklichung beinhaltet. In diesem Projekt vereint Schmidt fotografische Portraits von Besuchern der schwul-lesbischen türkischen Partyreihe „Gayhane“ im Berliner Club SO 36 mit seinen morphographischen Zeichen, die er nunmehr zu einer arabisch anmutenden Schrift weiterentwickelt hat.[3]

Seit 2007 entsteht als Zusammenarbeit mit New Yorker Breakdancern das Projekt NYBP (New York Breakdancers Project).[4] In einer ersten Ausstellung 2009 im Deutschen Haus der New York University zeigte der Künstler großformatige Fotografien zur Beziehung des Breakdance zum urbanen Raum. "Nicolaus Schmidts Fotos basieren auf der Idee, den Tänzern alle Freiheit in ihrer Performance zu geben und selbst als Fotograf wie ein quasi neutraler Beoabachter aufzutreten." (Aboli Lion) [5]

Nachdem Schmidt 2010 als Historiker eine Recherche[6] zur nationalsozialistischen Vergangenheit des schleswig-holsteinischen Künstlers Gerhart Bettermann veröffentlicht hatte, [7] wurde eine in Kappeln geplante Ausstellung seiner Arbeiten abgesagt. [8]. Die abgesagte Ausstellung wurde stattdessen in Arnis, der unweit von Kappeln gelegenen Geburtsstadt des Künstlers, gezeigt. [9], [10]

[Bearbeiten] Ausstellungen (Auswahl)

  • 1987: Ve-Vie-Lu, Kunstverein Geheim, Hamburg
  • 1992: Galerie Graf & Schelble, Basel
  • 1994: Morphogramme, städtisches Museum Flensburg
  • 1997: 26 Morphogramme eines jungen Mannes, Galerie ACUD, Berlin
  • 2006: Gayhane, Ebene +14, Hamburg
  • 2008: Kosmographie Gayhane, Deutsches Haus at NYU, New York
  • 2008: RECONSTRUCCIÓN!, X. Portes Obertes, Valencia, Spanien
  • 2009: God Dancing / Spiders Flipping, Deutsches Haus at NYU, New York
  • 2011: Breakin' the city, Galerie Schmalfuss, Berlin

[Bearbeiten] Publikationen/Kataloge

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. kunstaspekte.de
  2. El Pais: El Cabanyal se abre al arte, 18. Oktober 2008
  3. Peter Schwanewilms im Text zur Ausstellung im Deutschen Haus/NYU, siehe: calendar spring 2008 detail, 12. April 2008 (engl.)
  4. Berliner Zeitung: Der Tanz aus der Bronx, 15. Dezember 2011
  5. Pressetext bei Kunstaspekte.de
  6. [http://www.kunstgeschichte-ejournal.net/253/ Nicolaus Schmidt: Die Ausmalung des Kappelner Rathaussaales 1937 – die andere Seite der Biografie des Gerhart Bettermann. In: Kunstgeschichte, Open Peer Reviewed Journal, Artikel 2011
  7. [1]Flensburger Tageblatt u.a., "Der Makel im Lebenslauf", 20. November 2010
  8. [2]Flensburger Tageblatt u.a., "Kunsthaus gegen Künstler", 16. Dezember 2010
  9. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Dezember 2010
  10. Kieler Nachrichten, 24. März 2011

[Bearbeiten] Weblinks

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