Nicolaus de Smit

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Teil der originalen Grabplatte, ursprünglich Teil des Grabmals auf dem St. Trinitatisfriedhof, heute im Stadtmuseum Gera ausgestellt
Die 1841 nachgebildete und 1933 von Max Schramm erneuerte Grabplatte an der Westseite der Geraer St. Trinitatiskirche

Nicolaus de Smit (* 5. November 1541 in Doornik; † 7. März 1623 in Gera) war ein Textilfabrikant, Zeugmacher und Kaufmann aus den damaligen Spanischen Niederlanden.

Leben[Bearbeiten]

Nicolaus de Smit war bereits als Kaufmann und Fabrikant tätig, als er 1585 vor dem Einmarsch der Spanier unter dem Herzog von Alba aus seiner Heimatstadt Doornik nach Brüssel fliehen musste. Alba forderte von den reformierten Bürgern, zu denen auch de Smit als Calvinist zählte, die Rückkehr zum katholischen Glauben.

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De Smit war zunächst in Leipzig tätig[1] und traf 1594 auf der Leipziger Messe, auf der die Geraer Tuchmacher bereits seit 1436 vertreten waren,[2] den damals 16 Jahre alten Balduin Conrad, welchen er später mit nach Gera nahm, ihn dort die Fortsetzung seiner kaufmännischen Ausbildung ermöglichte und ihn danach in seinem Handelshaus und den Werkstätten beschäftigte. Conrad selbst sollte später ebenfalls eine der größten Zeughandlungen und -färbereien in Gera besitzen und war von 1638-1649 einer der drei Bürgermeister der Stadt.[3]

Heinrich II. empfängt 1595 Nicolaus de Smit, Heinrich Kirchgeorg, 1892

1595 kam de Smit nach Gera, wo Heinrich II. (Reuß-Gera) gegen den Rat seiner theologischen Berater calvinistische Glaubensflüchtlinge ansiedeln ließ. Gegen den Widerstand der einheimischen Zünfte erhielt er das landesherrliche Privileg, welches ihm ermöglichte eine eigene Textilfabrikation zu errichten. Unter Nicolaus de Smit wurde in Gera das manufakturmäßige Arbeiten nach niederländischen Vorbild eingeführt. So standen den Arbeitern in den Manufakturen Arbeitsmaschinen, wie zum Beispiel Webstühle, in größerer Zahl zur Verfügung was verschiedene Arbeitsvorgänge und Arbeitsteilung ermöglichte und schließlich zur Gründung der Zeugmacherinnung führte. War es bis dahin üblich Leinen, Wolle und Seide nur einzeln zu Textilien zu verarbeiten und überwiegend nur schwarz und braun zu färben, wurden diese Stoffe nun auch miteinander verwoben und in den von de Smit eingeführten Schönfärbereien unter Verwendung bisher nicht gebräuchlicher Farbstoffe eingefärbt.[4]

Nicolaus de Smit setzte mit seinen neuen Fertigungsmethoden einen wichtigen Grundstein für die äußerst positive Entwicklung der Geraer Textilindustrie, welche zeitweise Weltruhm besaß und schließlich bis in das 20. Jahrhundert hinein die bedeutendste Industrie in Gera bleiben sollte.

Ihm zu Ehren gründete die Zeugmacherinnung an seinem 300. Geburtstag im Jahre 1841 die De Smit Stiftung. 1868 wurde die De-Smit-Straße in Gera nach ihm benannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Knut Schulz, Elisabeth Müller-Luckner: Handwerk in Europa: vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit, Oldenbourg Wissenschaftsverlag 1999, ISBN 3-486-56395-5, S. 238
  2. Stadt Gera, Untere Denkmalschutzbehörde: Industriebauten in Gera, Wicher Druck Gera 2002, S. 6
  3. Günter Domkowsky: Oberbürgermeister der Stadt Gera, Verlag Dr. Frank GmbH 2007, ISBN 978-3-934805-31-6, S. 12
  4. Homepage des Vereins zur Erhaltung der Geraer Höhler e.V.

Literatur[Bearbeiten]

  • F. Alberti: Nikolaus de Smit, in: Thüringen in Wort und Bild, 2. Band, Leipzig 1910, S. 219–222.

Weblinks[Bearbeiten]