Nicole Hosp

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Nicole Hosp Ski Alpin
Nicole Hosp, Semmering 2008
Nicole Hosp im Dezember 2008
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 6. November 1983
Geburtsort Ehenbichl
Größe 174 cm
Gewicht 69 kg
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G,
Riesenslalom, Slalom,
Kombination
Verein Skiklub Bichlbach
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 0 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Weltmeisterschaften 2 × Gold 2 × Silber 3 × Bronze
Junioren-WM 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber Turin 2006 Slalom
Silber Sotschi 2014 Super-Kombination
Bronze Sotschi 2014 Super-G
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Silber St. Moritz 2003 Kombination
Bronze St. Moritz 2003 Slalom
Silber Bormio 2005 Mannschaft
Gold Åre 2007 Riesenslalom
Bronze Åre 2007 Abfahrt
Gold Schladming 2013 Mannschaft
Bronze Schladming 2013 Super-Kombination
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Bronze Tarvisio 2002 Abfahrt
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 18. Februar 2001
 Weltcupsiege 11
 Gesamtweltcup 1. (2006/2007)
 Abfahrtsweltcup 19. (2007/2008)
 Super-G-Weltcup 2. (2006/2007)
 Riesenslalomweltcup 1. (2006/2007)
 Slalomweltcup 2. (2006/2007, 2007/2008)
 Kombinationsweltcup 2. (2012/2013)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Super-G 1 3 4
 Riesenslalom 5 10 5
 Slalom 4 7 8
 Super-Kombination 1 3 3
letzte Änderung: 15. Februar 2014

Nicole Hosp (* 6. November 1983 in Ehenbichl, Tirol) ist eine österreichische Skirennläuferin. Sie war im Weltcup zunächst auf Slalom und Riesenslalom spezialisiert und startet seit 2006 in allen Disziplinen. Außer in der Abfahrt konnte sie bisher in jeder Disziplin zumindest ein Weltcuprennen gewinnen. In der Saison 2006/2007 entschied Hosp den Gesamtweltcup für sich, ebenfalls 2007 wurde sie Weltmeisterin im Riesenslalom.

Biografie[Bearbeiten]

Anfänge und erste Erfolge (bis 2002)[Bearbeiten]

Hosp wuchs in unmittelbarer Nähe zu Skipiste und Skischule auf und kam so schon früh zum Skisport. Durch Unterstützung ihrer Eltern bekam sie bereits als Achtjährige einen Privattrainer. Bald stellten sich Erfolge im Nachwuchsbereich ein, darunter der österreichische Schülermeistertitel (Altersklasse Schüler II) im Super-G 1998.[1] Hosp besuchte das Skigymnasium in Stams und nahm ab Jänner 1999 an FIS-Rennen teil, bei denen sie noch im selben Monat den ersten Podestplatz erreichte. Nach ihrer Aufnahme in den Kader des Österreichischen Skiverbandes folgten im Winter 2000/2001 die ersten Starts im Europacup. In derselben Saison nahm sie auch erstmals an einer Juniorenweltmeisterschaft teil, wobei sie in Abfahrt und Slalom knapp unter die besten zehn fuhr. Erfolgreicher war sie im nächsten Winter bei der Juniorenweltmeisterschaft 2002 in Tarvis, bei der sie die Bronzemedaille in der Abfahrt gewann.

Im selben Winter 2001/2002 fand Hosp im Europacup in den technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom Anschluss an die Spitze: Ersten Top-10-Ergebnissen ab Saisonbeginn folgten nach dem Jahreswechsel mehrere Podestplätze und am 11. März 2002 der erste Sieg im Riesenslalom von Le Grand-Bornand. Damit erreichte sie jeweils Platz vier im Gesamteuropacup und in der Slalomwertung sowie den zweiten Rang in der Riesenslalomwertung, womit sie in dieser Disziplin einen Weltcup-Fixstartplatz für die nächste Saison erhielt. Bereits am 18. Februar 2001 war Hosp im Slalom von Garmisch-Partenkirchen erstmals im Weltcup gestartet. Dabei konnte sie sich aber ebenso wie in fünf ihrer sechs Weltcuprennen des Winters 2001/2002 nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren. Nur einmal gewann sie im Jänner 2002 mit dem 29. Rang im Riesenslalom von Maribor Weltcuppunkte.

Anschluss an die Weltspitze (2002–2006)[Bearbeiten]

Gänzlich unerwartet gelang ihr dann zu Beginn der Saison 2002/2003 auch im Weltcup der Durchbruch, als sie mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang den Riesenslalom am Rettenbachferner bei Sölden gewann. Hosp teilte sich diesen Sieg mit den zeitgleichen Tina Maze und Andrine Flemmen, womit es erstmals in der Geschichte des Weltcups drei Siegerinnen in einem Rennen gab. Bis Ende des Winters fuhr Hosp weitere fünfmal auf das Podest, womit sie Vierte im Riesenslalomweltcup und jeweils Zehnte im Gesamt- und Slalomweltcup wurde. Podestplätze erreichte Hosp auch bei ihrer ersten Weltmeisterschaft 2003 in St. Moritz, bei der sie Zweite in der Kombination und Dritte im Slalom wurde. Im Riesenslalom lag sie nach dem ersten Lauf auf Platz vier, im zweiten Durchgang schied sie jedoch aus. Im Winter 2003/2004 konnte Hosp an die Vorjahresergebnisse anknüpfen: Neben mehreren Podestplätzen feierte sie im Dezember zwei Siege im Slalom von Madonna di Campiglio sowie im Riesenslalom von Lienz. Ende Jänner musste sie die Saison jedoch verletzungsbedingt beenden, nachdem sie beim Joggen mit dem Fuß umgeknickt war und eine Sprunggelenkfraktur erlitten hatte.

Zu Beginn ihrer Comeback-Saison 2004/2005 musste Hosp einige Ausfälle hinnehmen, sonst konnte sie sich meist unter den besten zehn platzieren. Einen Ausfall hatte sie auch bei der Weltmeisterschaft 2005 in Bormio im Slalom zu verzeichnen, den Riesenslalom beendete sie an fünfter Position. Eine Medaille gab es für Hosp aber im erstmals bei einer Weltmeisterschaft ausgetragenen Mannschaftswettbewerb, bei dem sie mit ihren Teamkollegen hinter Deutschland den zweiten Platz belegte. Nach der WM gelangen Hosp im Weltcup wieder drei Podestplätze in Slalom und Riesenslalom sowie ein vierter Platz in der ersten im Weltcup ausgetragenen Super-Kombination. Zu Saisonende wurde sie zum ersten Mal Österreichische Meisterin im Riesenslalom.

Den endgültigen Schritt von der Slalom-/Riesenslalomläuferin zur Allrounderin vollzog Hosp in der Saison 2005/2006, in der sie ab Jänner auch an Super-G- und Abfahrtsrennen teilnahm. Bei ihrem Weltcupdebüt in den Speeddisziplinen in St. Moritz erreichte sie auf Anhieb den dritten Platz im Super-G und Rang neun in der Abfahrt. Eine Woche später feierte sie im Riesenslalom von Cortina d’Ampezzo ihren ersten Weltcupsieg seit mehr als zwei Jahren. Ein weiterer Weltcupsieg gelang ihr beim Saisonfinale in Åre, wo sie den Super-G für sich entschied und somit erstmals in einer der schnellen Disziplinen gewann. Sie erreichte damit den vierten Platz im Gesamtweltcup und kam in allen Disziplinenwertungen mit Ausnahme der Abfahrt unter die besten zehn. Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin gewann Hosp hinter der Schwedin Anja Pärson die Silbermedaille im Slalom. Im Riesenslalom wurde sie Vierte und in der Kombination Fünfte.

Gesamtweltcupsieg und Verletzungspausen (2006–2010)[Bearbeiten]

In der Saison 2006/2007 erreichte Hosp vier Siege und insgesamt zwölf Podestplätze in allen Disziplinen, außer der Abfahrt, in der ein sechster Rang ihr bestes Ergebnis war. Zwei ihrer vier Siege feierte Hosp in den letzten beiden Rennen des Winters, dem Slalom und dem Riesenslalom des Weltcupfinales in Lenzerheide. Damit konnte sie die nach dem drittletzten Rennen mit 70 Punkten Vorsprung auf Hosp im Gesamtweltcup führende Marlies Schild noch überholen und den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Hosp gewann ebenfalls den Riesenslalomweltcup, wurde jeweils Zweite in Slalom und Super-G und Dritte im Super-Kombinations-Weltcup. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Åre verpasste Hosp zunächst mit Rang vier im Super-G und Platz sechs in der Super-Kombination zweimal knapp die Medaillenränge, ehe sie in der Abfahrt überraschend die Bronzemedaille gewann und zwei Tage später Weltmeisterin im Riesenslalom wurde. Den abschließenden Slalom beendete sie nur an 17. Position. Aufgrund ihrer Erfolge wurde sie im Oktober 2007 zur österreichischen Sportlerin des Jahres gewählt.

Im Winter 2007/2008 konnte Hosp die Vorjahresergebnisse nur im Slalom wiederholen. Sie feierte zwei Siege in Aspen und Maribor und fuhr in dieser Disziplin weitere dreimal unter die schnellsten drei, womit sie erneut Zweite im Slalomweltcup wurde. In Riesenslalom und Super-G fuhr sie jeweils einmal auf das Podest, in diesen Disziplinenweltcups fiel sie gegenüber dem Vorjahr aber um sechs bzw. sieben Ränge zurück. Dennoch erreichte sie im Gesamtweltcup in einer relativ knappen Entscheidung um die Plätze zwei bis fünf den zweiten Rang hinter Gesamtsiegerin Lindsey Vonn.

Die Saison 2008/2009 war für Hosp von Verletzungen geprägt. Am 29. November 2008 zog sie sich bei einem Sturz im Riesenslalom von Aspen eine Zerrung im linken Knie zu, tags darauf erreichte sie aber im Slalom ihren ersten von insgesamt vier Podestplätzen des Winters. Schlimmer erwischte es sie am 4. Jänner 2009 in Zagreb. Sie kam beim Einfahren für den Weltcupslalom schwer zu Sturz und zog sich dabei einen Riss des inneren Seitenbandes, einen Bruch des Schienbeinkopfes und einen Einriss des Kreuzbandes im linken Knie zu.[2] Trotzdem konnte sie bereits am 12. Februar 2009 bei der Weltmeisterschaft in Val-d’Isère an den Start gehen, musste sich aber mit Rang 23 im Riesenslalom begnügen. Nach der WM folgte aber aufgrund der Verletzung eine weitere dreiwöchige Rennpause. Die nächste Verletzung setzte Hosp im gesamten Winter 2009/2010 außer Gefecht: Sie stürzte beim Auftaktrennen am 24. Oktober 2009 in Sölden und zog sich einen Riss im Kreuzband des rechten Knies zu.[3]

Schwieriges Comeback (ab 2010)[Bearbeiten]

Mit Beginn der Saison 2010/2011 kehrte Hosp wieder in den Weltcup zurück. Am 19. Dezember 2010 erreichte sie als Dritte der Super-Kombination von Val-d’Isère ihren ersten Podestplatz nach der einjährigen Verletzungspause, der in jenem Winter auch ihr einziger blieb. Insgesamt fuhr sie in neun Rennen unter die schnellsten zehn, im Gesamtweltcup wurde sie 15. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen fuhr sie jeweils auf Rang 12 im Super-G und in der Super-Kombination sowie auf Rang 18 im Slalom.

Die Saison 2011/2012 verlief für Hosp wenig zufriedenstellend. In den ersten zwei Monaten war sie in keinem Rennen besser als 16., erst im Jänner gelangen ihr wieder Top-10-Resultate und schließlich zwei dritte Plätze in den beiden Super-Kombinationen von St. Moritz. Insgesamt war die Saison aber deutlich schlechter als das Vorjahr. Hosp fiel auf Rang 22 im Gesamtweltcup zurück, war neben ihrem dritten Platz im Super-Kombinations-Weltcup nur noch im Super-G unter den besten 20 zu finden und blieb in ihrer einst stärksten Disziplin, dem Riesenslalom, erstmals überhaupt ohne Weltcuppunkte.

Am 8. Februar 2013 krönte Hosp ihr Comeback mit der Bronzemedaille in der Super-Kombination bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft in Schladming. Einige Tage später gewann sie mit dem österreichischen Team den Mannschaftswettbewerb und wurde zum zweiten Mal Weltmeisterin.

Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi gewann sie Silber in der Super-Kombination hinter Maria Höfl-Riesch und Bronze im Super-G. Somit hat sie in allen Disziplinen bei einem Großereignis eine Medaille gewonnen.

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Winterspiele[Bearbeiten]

  • Turin 2006: 2. Slalom, 4. Riesenslalom, 5. Kombination
  • Sotschi 2014: 2. Super-Kombination, 3. Super-G, 9. Abfahrt

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten]

Weltcupwertungen (Top-10)[Bearbeiten]

Nicole Hosp hat bisher einmal den Gesamtweltcup gewonnen, dazu einmal die Disziplinenwertung im Riesenslalom.

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Insgesamt 54 Podestplätze, davon 11 Siege (1x Super-G, 5x Riesenslalom, 4x Slalom, 1x Super-Kombination)

Datum Ort Land Disziplin
26. Oktober 2002 Sölden Österreich Riesenslalom
17. Dezember 2003 Madonna di Campiglio Italien Slalom
27. Dezember 2003 Lienz Österreich Riesenslalom
29. Jänner 2006 Cortina d’Ampezzo Italien Riesenslalom
16. März 2006 Åre Schweden Super-G
6. Jänner 2007 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
2. März 2007 Tarvis Italien Super-Kombination
17. März 2007 Lenzerheide Schweiz Slalom
18. März 2007 Lenzerheide Schweiz Riesenslalom
9. Dezember 2007 Aspen USA Slalom
13. Jänner 2008 Maribor Slowenien Slalom

Europacup[Bearbeiten]

  • Saison 2001/2002: 4. Gesamtwertung, 2. Riesenslalomwertung, 4. Slalomwertung
  • 6 Podestplätze, davon 2 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
11. März 2002 Le Grand-Bornand Frankreich Riesenslalom
11. Jänner 2006 St. Moritz Schweiz Abfahrt

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nicole Hosp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Medaillengewinne von Nicole Hosp bei österreichischen Schülermeisterschaften. ÖSV-Siegertafel, abgerufen am 12. Oktober 2012.
  2. Seitenband gerissen. sport.orf.at, 4. Jänner 2009, abgerufen am 12. Oktober 2012.
  3. Kreuzbandriss stoppt Hosp. sport.orf.at, 24. Oktober 2009, abgerufen am 12. Oktober 2012.