Nicole Kidman

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Nicole Kidman im Februar 2012

Nicole Mary Kidman, AC (* 20. Juni 1967 in Honolulu, Hawaii) ist eine US-amerikanisch-australische Schauspielerin und Filmproduzentin. Bekannt wurde sie mit Filmen wie To Die For, Moulin Rouge und Australia. 2003 erhielt sie den Oscar als beste Schauspielerin für The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Nicole Mary Kidman wurde 1967 in Honolulu als erstes von zwei Kindern von Antony (1938–2014)[1] und Janelle Kidman geboren. Ihr Vater, ein Psychologe und Biochemiker, forschte anschließend in Washington, D.C., bevor die Familie 1970 ins heimatliche Australien zog. Im selben Jahr wurde Kidmans Schwester Antonia geboren. Die Kidmans wohnten fortan in Sydneys reichem Vorort Longueville. Kidmans Eltern waren aktive Verfechter der Arbeiter- und Frauenbewegung.

Ihre ersten Erfahrungen in der Schauspielerei machte Nicole im Alter von sechs Jahren bei einem Krippenspiel der Schule in der Rolle eines Schafes. Dies war der Anstoß für Schauspielunterricht, zunächst beim St. Martin’s Youth Theater in Melbourne, beim Australian Theater for Young People und schließlich beim Phillip Street Theater in Sydney. Außerdem nahm sie von ihrem vierten bis zum zwölften Lebensjahr Ballettunterricht. Bei einem Casting für Bikinimoden lernte sie mit 14 Jahren ihre auch heute noch beste Freundin, die Schauspielerin Naomi Watts kennen.

Durchbruch in Hollywood[Bearbeiten]

Im Dezember 1983 erschienen die Kinohits Die BMX-Bande und 40 Grad im Schatten (Bush Christmas), die Kidman in Australien über Nacht zum Star machten. Anschließend trat sie in der Fernsehserie Australien-Express (Five Mile Creek) auf, die weltweit ausgestrahlt wurde. Nachdem sie ihre an Brustkrebs erkrankte Mutter gepflegt hatte, spielte sie Hauptrollen im Reiter-Drama Die Abenteuer eines Rennpferdes, dem Thriller Tanz der Schatten und dem Fernsehspiel Vietnam, für das die 20-Jährige den australischen Filmpreis erhielt. Terry Hayes, Autor und Produzent von Vietnam, engagierte Kidman für sein nächstes Filmprojekt Todesstille, das die Aufmerksamkeit des internationalen Publikums erregte. Mit dem Erfolg von Tage des Donners und ihrer Golden-Globe-Nominierung für Billy Bathgate feierte Kidman ihren Einzug in Hollywood, doch konnte sie sich trotz Kinohits wie In einem fernen Land und Malice – Eine Intrige nicht aus dem Schatten ihres Ehegatten Tom Cruise lösen, mit dem sie seit 1990 verheiratet war.

Nicole Kidman, 2010

Filme ab 1997[Bearbeiten]

Anerkennung erhielt sie schließlich für ihre Rollen in To Die For und Portrait of a Lady (Regisseurin Jane Campion und Kidman waren seit 15 Jahren befreundet). Sie besuchte das Actors Studio in New York und begann mit dem Studium des Method Acting, bevor sie 1997 an Projekt: Peacemaker, der ersten DreamWorks-SKG-Produktion, und Stanley Kubricks letztem Film Eyes Wide Shut (1999) arbeitete. 1998 trat Kidman in London und am Broadway in Sam Mendes' Stück The Blue Room auf, wofür sie für den Laurence Olivier Award nominiert wurde.

Erst die Scheidung von Tom Cruise katapultierte sie in die oberste Liga Hollywoods: Obwohl ihre Filme bis 2001 weltweit über 1,3 Milliarden US-Dollar eingespielt hatten, entwickelte sich Kidman erst jetzt zu einem Kassenmagneten und machte anspruchsvolle Filmprojekte wie The Others und Unterwegs nach Cold Mountain zu weltweiten Kinoerfolgen. Dabei bedeutete die Verleihung des Oscars für ihre Rolle in The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit den vorläufigen Höhepunkt ihrer Karriere. Nach ihrem Debüt als Sängerin in dem Musical Moulin Rouge landete sie mit Somethin’ Stupid, einem Duett mit Robbie Williams, den Weihnachtshit 2001. Für einen zweiminütigen TV-Spot für Chanel No. 5 von Baz Luhrmann erhielt Kidman 7,5 Millionen US-Dollar Gage. 2002 sollte sie die Hauptrolle in dem Film Panic Room spielen. Doch nachdem sie sich bei einem Stunt verletzt hatte, übernahm Schauspielkollegin Jodie Foster die Rolle.

2003 engagierte Karl Lagerfeld Kidman als das Gesicht der Chanel-N°5-Kampagne. Der 2min 3s lange Werbeclip zählt sowohl zu den längsten, teuersten als auch besten TV-Werbespots in der normalen Sendezeit. Neben dem Spot stand Kidman auch Modell für die Anzeigenkampagne, die mehrmals verändert neu aufgelegt wurde. Im selben Jahr wurde Kidman mit einem Stern auf dem Walk of Fame geehrt.

Filme ab 2003[Bearbeiten]

Nach Rollen in Anthony Minghellas Bürgerkriegsdrama Unterwegs nach Cold Mountain (2003), Frank Ozs Komödie Die Frauen von Stepford (2005) oder der Künstlerbiografie Fell – Eine Liebesgeschichte (2006) kann die Australierin eine Gage von 16 bis 17 Mio. US-Dollar pro Film verlangen. Damit löste sie 2006 Julia Roberts als bestbezahlte Hollywood-Schauspielerin ab.[2] 2007 rangierte sie mit einer Gage von 10 bis 15 Millionen Dollar auf Rang vier hinter Reese Witherspoon, Angelina Jolie und Cameron Diaz.[3]

Ursprünglich sollte Nicole Kidman die weibliche Hauptrolle in der Verfilmung des Romans Der Vorleser spielen. Da sie jedoch schwanger wurde, sagte sie kurzfristig ab. Die Rolle übernahm Kate Winslet.

Die deutsche Synchronstimme von Nicole Kidman ist Petra Barthel.

2013 wurde sie in die Wettbewerbsjury der 66. Internationalen Filmfestspiele von Cannes berufen.

Privatleben[Bearbeiten]

Kidman mit Ehemann Keith Urban bei der Verleihung der American Music Awards, 2009

Von 1990 bis zur Scheidung im August 2001 war Kidman mit dem Schauspielkollegen Tom Cruise verheiratet. Das Paar adoptierte zwei Kinder. Nach der Scheidung blieben diese bei Cruise.

Im Juni 2006 heiratete Kidman den australischen Countrysänger Keith Urban. Aus der Ehe ging eine gemeinsame Tochter (* 2008) hervor. Eine weitere Tochter (* 2010) [4] wurde von einer Leihmutter ausgetragen.[5]

Zu ihren Hobbys zählt die Schauspielerin das Schreiben von Kurzgeschichten.[5]

Wohltätige Arbeit[Bearbeiten]

Schon seit Jahren unterstützt Nicole Kidman verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen. Seit 1994 ist sie die australische Botschafterin von UNICEF und setzt sich für die Rechte der Kinder ein. Im Januar 2006 trat sie einer weiteren Organisation der UNO bei. Als Sonderbotschafterin (Goodwill Ambassador) von UNIFEM setzt sie sich für das Gemeinwohl und die Rechte von Frauen und Kindern ein.

Ende November 2007 rief sie die Internetkampagne Say no to violence[6] zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen ins Leben. Unter dem Motto „Sag NEIN zu Gewalt an Frauen“ lädt sie Menschen auf der ganzen Welt dazu ein, sich in eine Art virtuelles Buch einzutragen, um so eine Botschaft an die Entscheidungsträger zu senden und sie dazu aufzufordern, das Ausüben von Gewalt gegen Frauen zu beenden und dies auf die Tagesordnung zu setzen.

Des Weiteren ist sie seit 1996 Mitglied des „Women’s Health Fund at UCLA“, eines Programms der University of California, Los Angeles, um insbesondere den Kampf gegen Brustkrebs bei Frauen zu unterstützen. Dazu gehört auch die „Breast Cancer Awareness“-Kampagne. Sie ist außerdem Schirmherrin des Australian Theatre for Young People, einer Schauspielschule, die sie selbst auch besuchte.

Für diese Arbeit wurde sie 2004 von der UNO zum Citizen of the World (Bürger der Welt) gekürt. Im selben Jahr erhielt sie eine Ehrung des EIF’s Women’s Cancer Research Fund und 2007 den höchsten Orden ihres Heimatlandes Australien, den Companion of the Order of Australia, unter anderem für ihre wohltätige Arbeit.

Filmografie[Bearbeiten]

Musikaufnahmen[Bearbeiten]

  • Come What May (Duett mit Ewan McGregor) (Moulin Rouge Soundtrack)
  • One Day I'll Fly Away (Moulin Rouge! Soundtrack)
  • Sparkling Diamonds (Moulin Rouge Soundtrack)
  • Hindi Sad Diamonds (Moulin Rouge Soundtrack)
  • Somethin’ Stupid (Duett mit Robbie Williams)
  • Kiss (Happy Feet Soundtrack)
  • Unusual Way – December 2009 (Nine Soundtrack)

Ehrungen und Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten]

Kidman im Jahr 2006

Academy Awards[Bearbeiten]

nominiert:

  • 2002: Beste Hauptdarstellerin – Moulin Rouge
  • 2011: Beste Hauptdarstellerin – Rabbit Hole

Order of Australia[Bearbeiten]

Im Januar 2006 wurde Kidman zum Companion des Order of Australia berufen.[7]

Golden Globe[Bearbeiten]

nominiert:

  • 1992: Beste NebendarstellerinBilly Bathgate
  • 2002: Beste Hauptdarstellerin – Drama – The Others
  • 2004: Beste Hauptdarstellerin – Drama – Unterwegs nach Cold Mountain
  • 2005: Beste Hauptdarstellerin – Drama – Birth
  • 2011: Beste Hauptdarstellerin – Drama – Rabbit Hole
  • 2013: Beste Hauptdarstellerin – Mini-Serie oder TV-FilmHemingway & Gellhorn
  • 2013: Beste Nebendarstellerin – Drama – The Paperboy

British Academy Film Award[Bearbeiten]

nominiert:

  • 1996: Beste Hauptdarstellerin – To Die For
  • 2002: Beste Hauptdarstellerin – The Others

Saturn Awards[Bearbeiten]

nominiert:

  • 1991: Beste Hauptdarstellerin – Todesstille
  • 1996: Beste Hauptdarstellerin – To Die For
  • 2005: Beste Hauptdarstellerin – Birth
  • 2011: Beste Hauptdarstellerin – Rabbit Hole

Bodil Award[Bearbeiten]

  • 2004: Bodil Awards (nominiert): Beste Hauptdarstellerin für Dogville

Russian Guild of Film Critics[Bearbeiten]

  • 2004: Russian Guild of Film Critics: Beste ausländische Schauspielerin für Dogville

Goldene Himbeere[Bearbeiten]

nominiert

  • 2012: Schlechteste Nebendarstellerin - Meine erfundene Frau

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nicole Kidman – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nicole Kidman’s father Dr Ant(h)ony Kidman dies in Singapore, news.com.au vom 13. September 2014, abgerufen am 15. September 2014
  2. vgl. Reuters-Meldung Kidman knocks Roberts off high-paid actress list vom 29. November 2006
  3. vgl. Hollywoods Abstauberin: Reese, die Multi-Millionen-Dollar-Frau bei Spiegel Online (30. November 2007)
  4. Kinder mit Keith Urban
  5. a b vgl. Nicole Kidman. In: Internationales Biographisches Archiv 15/2008 vom 8. April 2008, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 03/2011 (aufgerufen via Munzinger Online)
  6. Website von Saynotoviolence
  7. Commonwealth of Australia Gazette vom 26. Januar 2006 (PDF-Datei)