Nicov

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Nicov. Für die gleichnamige Ortslage von Plánice, siehe dort.
Nicov
Wappen von ????
Nicov (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: Prachatice
Fläche: 1376 ha
Geographische Lage: 49° 7′ N, 13° 37′ O49.11805555555613.613055555556896Koordinaten: 49° 7′ 5″ N, 13° 36′ 47″ O
Höhe: 896 m n.m.
Einwohner: 80 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 384 73
Verkehr
Straße: VimperkKašperské Hory
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 4
Verwaltung
Bürgermeister: Vladimír Voldřich (Stand: 2007)
Adresse: Nicov 33
384 73 Stachy
Gemeindenummer: 529893
Website: www.nicov.cz

Nicov (deutsch Nitzau) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt 13 Kilometer südöstlich von Sušice und gehört zum Okres Prachatice.

Geographie[Bearbeiten]

Nicov befindet sich auf einer Wasserscheide am Fuße des Královský kámen (Königsstein, 1058 m) im östlichen Teil des Böhmerwaldes. In Nicov entspringen der nach Westen fließende Zlatý potok (Goldbach) und der in die Gegenrichtung verlaufende Horský potok. Nordöstlich erhebt sich der Javorník (Ahornberg, 1065 m), im Süden die Popelná hora (Aschenberg, 1095 m) und der Valy (1010 m).

Nachbarorte sind Pohorsko im Norden, Javorník im Nordosten, Šebestov und Úbislav im Osten, Chalupy, Jáchymov und Stachy im Südosten, Studenec im Süden, Popelná im Südwesten, Červená und Bajerov im Westen sowie Řetenice und Kašperské Hory im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Nicov wurde im 13. Jahrhundert an der Guldenen Straß auf dem Pass unterhalb des Königssteines gegründet und ist seit 1223 urkundlich nachweisbar. Besitzer des Ortes und der Kirche war zu dieser Zeit das Benediktinerkloster Insula. Seit 1365 war Nitzau Pfarrort. Während der Hussitenkriege erlosch die Pfarre. Im Zuge der Erweiterung der vormaligen Burgherrschaft Karlsberg gelangte das Dorf 1584 an die Königsstadt Reichenstein. Im Jahr 1910 bestand der Ort aus 27 Häusern mit 218 überwiegend deutschsprachigen Einwohnern. 1938 fiel Nitzau durch das Münchner Abkommen an das Deutsche Reich, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die mehrheitlich deutschsprachigen Einwohner vertrieben.

Der Name leitet sich vermutlich von „Nitzens Hof“ ab; „Nitz“ ist hierbei eine Verkleinerungsform von Niklaus.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Nicov besteht aus den Ortsteilen Nicov (Nitzau), Řetenice (Jettenitz), Popelná (Reckerberg), und Studenec (Brunn) sowie der Ortslage Planský Mlýn (Plansker Mühle). Zu Nicov gehören die Fluren der erloschenen Ansiedlungen Milov (Millau), Peklo (Höllenhof) und Ranklov (Ranklau).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirche St. Martin, erbaut in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, ist das höchstgelegene romanische Gotteshaus in Tschechien
  • Friedhof mit geschmiedeten Grabkreuzen
  • Hahnenkreuz − ein 5 m hohes, mit Blech verziertes Kreuz, das die Werkzeuge der Marterung Christi darstellt. Auf seiner Spitze befindet sich eine Uhr, deren Zeiger drei Uhr anzeigen auf ihr sitzt ein Hahn. Das Kreuz spielt damit auf die Verleugnung Jesu durch Petrus an. Das Original aus dem Jahr 1890 wurde 1960 von Vandalen zerstört, das heutige Kreuz ist eine Kopie.
  • Bei Popelná befinden sich in 1005 m Höhe die Reste der keltischen Burgstätte Obří hrad (Riesenschloss), die gleichfalls die höchstgelegene ihrer Art in Tschechien ist

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Josef Klostermann (1819–1888), genannt Rankl Sepp oder auch Böhmerwaldriese, lebte auf einem Hof in Ranklov
  • Karl Winter (1908–1977), deutscher Schriftsteller

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nicov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Böhmerwald Grenzenlos. Bayerischer Wald – Šumava – Mühlviertel. 2. Auflage. Ohetaler Verlag, Riedlhütte 2007, ISBN 3-937067-58-2, S. 64