K.u.k. Niederösterreich-Mährisches Dragoner-Regiment „Erzherzog Joseph“ Nr. 15

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Namensgeber des Regiments
Erzherzog Joseph August

Niederösterreich-Mährisches-Dragoner Regiment „Erzherzog Joseph“ Nr. 15 war der Name eines Kavallerieverbandes der Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte. Es führte von 1891 bis 1904 den Namen „Freiherr von Bechtoldsheim“

Status und Verbandszugehörigkeit 1914[Bearbeiten]

XI. Armee-Korps - 4. Kavallerie-Truppendivision - 21. Kavalleriebrigade
Nationalitäten: 85 % Tschechen - 15 % Verschiedene
Kommandant: Oberst Otto Aloys Graf Huyn
Regimentssprache: Tschechisch

Errichtung[Bearbeiten]

Mit dem 1. Januar 1891 wurde, gemäß Allerhöchster Entschließung vom 7. August 1890, mit der Aufstellung des Regiments in Wels in Oberösterreich begonnen. Als Stamm mussten dazu die übrigen Dragoner- und Ulanen-Regimenter durch Abgabe von Offizieren und Mannschaften Personal bereitstellen.

Ergänzungungsbezirk[Bearbeiten]

  • Bereich des II. Korps (Militär-Territorial-Bezirk Wien)

Friedensgarnisonen[Bearbeiten]

Regimentsinhaber[Bearbeiten]

Feldzüge[Bearbeiten]

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg sahen sich die Dragoner den unterschiedlichsten Verwendungen ausgesetzt. Sie kämpften zunächst im Regimentsverband kavalleristisch, wurden aber auch auf allen Kriegsschauplätzen infanteristisch verwendet. Am 21. August 1914 kämpfte das Regiment in der Reiterschlacht bei Jaroslau. Im September in der Schlacht von Rawa Ruska.

Nach der Proklamation der Tschechoslowakei als eigenständiger Staat im Oktober 1918 wurden die tschechischstämmigen Soldaten von der Interimsregierung aufgerufen, die Kampfhandlungen einzustellen und nach Hause zurückzukehren. In der Regel wurde dieser Aufforderung von der tschechischen Mannschaft des Regiments Folge geleistet. (Staatsrechtlich galt das auch für die Deutsch-Böhmischen Soldaten, da sie jetzt plötzlich tschechoslowakische Staatsbürger waren. Inwieweit sie dieser Aufforderung nachgekommen sind ist nicht mehr nachvollziehbar, dürfte jedoch eher die Ausnahme gewesen sein.) Somit war der Verband seinem bisherigen Oberkommando, dem k.u.k. Kriegsministerium entzogen und konnte von diesem nicht demobilisiert und allenfalls theoretisch aufgelöst werden. Ob, wann und wo eine solche Auflösung stattgefunden hat ist gegenwärtig nicht bekannt.

Uniformierung des Regiments[Bearbeiten]

  • Lichtblauer Waffenrock, weiße Egalisierung, krapprote Stiefelhosen, gelbe Knöpfe

Gliederung[Bearbeiten]

Ein Regiment bestand in der Österreichisch-Ungarischen Kavallerie zum Zeitpunkt der Errichtung dieses Regiments aus zwei Divisionen. (Mit Division wurde hier ein Verband in Bataillonsstärke bezeichnet. Die richtige Division wurde Infanterie- oder Kavallerie-Truppendivision genannt.) Jede Division hatte drei Eskadronen. Die Anzahl der Reiter lag normalerweise bei etwa 160 Reitern je Eskadron.

Die einzelnen Divisionen wurden nach ihren formalen Führern benannt:

  • die 1. Division war die Oberst-Division
  • die 2. Division war die Oberstlieutenant (Oberstleutnant)-Division

Siehe auch[Bearbeiten]

k.u.k. Dragoner

Alle Ehrennamen der Regimenter wurden im Jahre 1915 ersatzlos gestrichen, was aber nicht durchgesetzt werden konnte da sich niemand daran hielt. Insbesondere erst alle vorhandenen Briefbögen und Stempel des Regiments aufgebraucht werden mussten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alphons von Wrede: Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien 1898–1905.
  • Georg Schreiber: Des Kaisers Reiterei. Österreichische Kavallerie in 4 Jahrhunderten. Mit einem Geleitwort von Alois Podhajsky. Speidel, Wien 1967.
  • B. M. Buchmann: Österreich und das Osmanische Reich. WUV-Univ.-Verl., Wien 1999.
  • Allmayer-Beck/Lessing: Die k.u.k. Armee 1848–1918. Bertelsmann, München 1974.