Niederländisch Formosa
Im 17. Jahrhundert war Formosa (das heutige Taiwan) für knapp vier Jahrzehnte in den Händen der Niederländischen Ostindien-Kompanie [1] [2]. Der Name leitet sich vom portugiesischen „Ilha Formosa“ (schöne Insel) ab.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Jahr 1622 entführte Cornelis Reyerszoon im Auftrag des batavischen General-Gouverneurs Jan Pieterszoon Coen eine Anzahl von Chinesen an der Küste von Fujian und griff das portugiesische Macao an. Die Portugiesen schlugen den Angriff zurück, Reyerszoon zog zu den Pescadoren-Inseln (chin. Penghu) und ließ dort im Juli, August jenes Jahres mithilfe chinesischer Sklaven ein Fort errichten. Er blieb als Kommandeur des Forts bis 1624, als die chinesische Regierung die Kontrolle über Penghu zurückverlangte. Das Fort wurde abgerissen, und die Niederländer begannen mit dem Aufbau eines Stützpunktes auf Formosa an der Bucht Taiwan, die später der gesamten Insel den Namen gab. In der Umgebung gab es Dörfer, in denen Angehörige lokaler Stämme lebten, aber auch chinesische Händler/Piraten und Fischer.
Die niederländische Kolonie bestand zwischen 1624 und 1662. Als Hauptstützpunkt diente das Fort Zeelandia an der Bucht Taiwan.
1626 setzten sich die Spanier im Nordwesten der „Isla Hermosa“ fest und versuchten, die Kontrolle über die Insel auszuweiten. Sie zogen sich jedoch auf Anordnung des neuen Gouverneurs der Philippinen 1642 wieder zurück. Auch die Japaner zeigten zwischenzeitlich starkes Interesse an der Insel, ließen aber im Zuge ihrer Isolationspolitik im Laufe der dreißiger Jahre von ihren Plänen wieder ab.
Für die folgenden zwei Jahrzehnte waren die Niederländer die dominierende Ordnungsmacht auf der Insel. Unter ihrem Schirm begann auch der Landbau durch chinesische Übersiedler.
siehe auch: Geschichte Taiwans
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ William Campbell: Formosa under the Dutch: Described from Contemporary Records. With Explanatory Notes and a Bibliography of the Island. London 1903 (Nachdruck, Taipei: Ch'eng-wen Publ., 1967).
- ↑ Cheng Shaogang: De VOC en Formosa, 1624–1662: Een Vergeten Geschiedenis. Doktorarbeit, Rijksuniversiteit te Leiden, 1995 (Niederländische Nationalbibliothek).
Angola | Berbice | Ceylon | Dejima (Pachtgebiet) | Demerara | Essequibo | Formosa | Fort Amsterdam | Fort Batensteyn | Fort Lydsaamheid | Fort Nassau | Kapkolonie | Kape Verde (Senegal) | Malediven | Mauritius | Neu-Amstel | Niederländisch-Brasilien | Niederländisch-Guayana | Niederländisch-Indien | Niederländische Jungferninseln | Nieuw Nederland | Sao Tomé | St. Helena | Suriname | Stützpunkte an der Goldküste | Niederländische Besitzungen in Südasien | Tobago
Ehemalige Kolonien, heutige Teile der Niederlande:
Aruba | Curaçao | Sint Maarten | Bonaire, Sint Eustatius und Saba (BES-Inseln)