Niederländische Westindien-Kompanie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Westindienhaus in Amsterdam, Hauptquartier der Kompanie von 1623 bis 1647 in einer Darstellung von 1655
Das Westindienhaus in Amsterdam, Hauptquartier der Kompanie von 1623 bis 1647 in einer Darstellung von 1655
Das Westindienhaus heute
Das Westindienhaus heute
Ehemaliges Lagerhaus der Kompanie in Amsterdam
Ehemaliges Lagerhaus der Kompanie in Amsterdam

Die Niederländische Westindien Kompanie (niederl.: Geoctroyeerde West-Indische Compagnie, häufig kurz WIC), die im deutschsprachigen Raum allgemein unter dem Namen Niederländische Westindische Gesellschaft bekannt wurde, war eine niederländische Handelskompanie, der am 3. Juni 1621 durch die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande ein exklusives Handelspatent (Monopol) für den Handel in Westafrika und Amerika zugesprochen wurde. Diese Charta sollte jeglichen Wettbewerb zwischen den verschiedenen Handelsplätzen unterbinden.

Die bemerkenswerteste Leistung der Gesellschaft war 1624 die Gründung der Kolonie Neu-Niederland (Nieuw Nederland), einschließlich der 1626 auf der Südspitze von Manna-hata errichteten Stadt Neu-Amsterdam (Nieuw Amsterdam), heute New York. Andere Gründungen sind Breukelen, heute Brooklyn, Hoboken, Connecticut, Delaware, New Jersey und der Kolonie Niederländisch-Guyana (heute Suriname) in Südamerika. Ein gescheiterter Versuch, den Portugiesen Brasilien zu entreißen, endete nach einem 30-jährigen Krieg, siehe Neu-Holland. In Westafrika betrieb die Gesellschaft einige befestigte Handelsstützpunkte im heutigen Ghana, zum Beispiel das Fort Batensteyn.

Die Kolonisation von Neu-Niederland kam allerdings nicht weit. Einerseits aufgrund der erbitterten Rivalität mit England, das 1664 Neu-Niederland eroberte, andererseits durch Schwierigkeiten, Siedler für die Kolonie zu begeistern. Die Politik der Gesellschaft sah vor, den Leuten, die Siedler in die Kolonie gebracht hatten, weitreichende Vollmachten über diese zu garantieren.

Im Gründungsvertrag der Niederländischen Westindischen Gesellschaft wurde festgeschrieben, einem Frieden zwischen den Niederlanden und Spanien entgegenzuwirken. Dies geschah zu dem Geschäftszweck, bewaffnete Überfälle auf spanische Silberflotten durchzuführen.

1674 wurde die Kompanie umorganisiert und konzentrierte sich hauptsächlich auf den Sklavenhandel mit Afrika.

Der preußische König Friedrich I. verkaufte der Gesellschaft seine afrikanischen Besitzungen, unter anderem das von Kurbrandenburg gegründete Groß Friedrichsburg, in Staatsverträgen von 1718 und 1720.

Die Charta der Kompanie lief 1791 aus.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hermann Wellenreuther: Niedergang und Aufstieg: Geschichte Nordamerikas vom Beginn der Besiedlung bis zum Ausgang des 17. Jahrhunderts. LIT Verlag, Hamburg 2000. ISBN 3825844471.

[Bearbeiten] Siehe auch

Persönliche Werkzeuge