Schemaitien
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██ Suvalkija (Sudauen) ██ Dzūkija (Mittellitauen) |
Schemaitien (auch: Niederlitauen, historisch zumeist Samogitien, Litauisch: Žemaitija) ist eine historische Landschaft, die den westlichen Teil des heutigen Litauen ausmacht. Zu Niederlitauen gehören die heutigen Verwaltungsbezirke Tauragė und Telšiai. Hinzu kommen die ehemals südkurischen Landschaften Lamotina (Heydekrug/Šilutė), Pilsaten (Memel/Klaipėda), Megowe (Palanga) und Ceclis (Plunge-Mažeikiai). Inoffizielle Hauptstadt Niederlitauens ist Telšiai.
Im Vergleich zu Oberlitauen ist Niederlitauen dünner besiedelt und landwirtschaftlicher geprägt. Der Name Schemaitien verweist auf den baltischen Volksstamm der Žamaiten (andere Schreibweisen Samogiten, Semaiten, Schemaiten,lit. žemaičiai) und bedeutet "Erde", eventuell auch "unten wohnend". Aber auch die ebenfalls baltischen Kuren wurden als Einwohner Samogitiens genannt. Der angelsächsische Reisende Wulfstan bezeichnete um 880 die Žamaiten als Sarmanten.
Die Versuche des Schwertbrüderordens, die Žemaiten zu unterwerfen, waren zunächst wenig erfolgreich. Ihre vernichtende Niederlage in der Schlacht im Land der Schauler 1236 veranlasste die Schwertbrüder sogar, sich formal dem [[|Deutscher Orden|Deutschen Orden]] anzuschließen. Dann brachten sie zunächst die Küste unter ihre Kontrolle mit der Eroberung der žemaitischen Burg Klaipeda (Memel) 1252. Nach dem Sieg über die Kuren in der Schlacht an der Durbe 1260 gewannen der Livländische Orden dann auch die Herrschaft über das Hinterland. Gleichzeit begann der Deutsche Orden die südllich wohnenden Schalauer in seine Gewalt zu bekommen (1275 Eroberung der Schalauerburg Ragnit).
1360 versuchten die litauischen Großfürsten Algirdas und Kęstutis mit einem großen Heer Schemaitien zurückzuerobern. In der Schlacht bei Rudau wurden sie zwar vernichtend geschlagen, konnten sich aber retten. Erst durch die 1385 in Krewo vereinbarte Personalunion mit Polen konnten Litauen und Polen die Vormacht des Ordens beenden. Nach der Niederlage von Tannenberg 1410 musste der Orden im 1. Thorner Frieden 1411 Žemaiten wieder an Litauen abtreten, hielt sich aber nicht an die Abmachung, so dass er im Frieden von Melnosee 1422/26 endgültig verzichten musste.
Seither teilt Schemaitien die Geschicke des übrigen Litauen, das, von Litauern regiert zu der Zeit aus einem kleinen, litauisch bewohnten Westen und einem großen, russisch bewohnten Osten (Ruthenisches Sprachgebiet) bestand. 1569 wurde mit der Union von Lublin die polnisch-litauische Personalunion zur Realuunion (Königlichen RepublikPolen-Litauen) verbunden, was den polnischen Einfluss verstärkte. 1795 fiel. Mit der 3. Polnischen Teilung auch der wirklich litauische Westen Litauens an das Zarenreich. 1919 und 1992 wurde Litauen, nun auf das litauische Sprachgebiet beschränkt, wieder unabhängig.

