Niederorschel
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Eichsfeld | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Eichsfelder Kessel | |
| Höhe: | 275 m ü. NN | |
| Fläche: | 19,54 km² | |
| Einwohner: |
3.258 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 167 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 37355 | |
| Vorwahl: | 036076 | |
| Kfz-Kennzeichen: | EIC | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 61 074 | |
| Gemeindegliederung: | 3 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Bergstraße 51 37355 Niederorschel |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans Dannoritzer (CDU) | |
| Lage der Gemeinde Niederorschel im Landkreis Eichsfeld | ||
Niederorschel ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Eichsfelder Kessel.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Gemeinde liegt im nordwestlichen Teil Thüringens, rund fünf Kilometer östlich von Leinefelde in einem Talkessel zwischen Ohmgebirge und Dün.
Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Niederorschel, Oberorschel und Rüdigershagen.
[Bearbeiten] Geschichte
Der Ort Niederorschel wurde erstmals 1221 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Beuren als Asla erwähnt. Der Name lässt darauf schließen, dass Niederorschel zu den ältesten Dörfern im Eichsfeld gehört und bereits im 5. bis 6. Jahrhundert gegründet wurde. Der Ort war 1525 Ausgangspunkt des Bauernaufstands im Eichsfeld.
Bis zur Säkularisation gehörte Niederorschel zu Kurmainz, von 1816 bis 1945 war er Teil des Landkreises Heiligenstadt in der preußischen Provinz Sachsen. 1847 erhielt der Ort Marktrechte.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten seit 1940 mehr als 250 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus Polen, der Ukraine, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Italien in der Mechanischen Weberei, im Sperrholzwerk Hermann Becher, auf dem Rittergut Oberorschel, bei der Fa. Backhaus & Co. und Fa. Josef Dirk in Rüdigershagen Zwangsarbeit verrichten. 1944 wurde in der Mechanischen Weberei das Außenkommando Niederorschel des KZ Buchenwald eingerichtet, in dem mehr als 600 Häftlinge unter unmenschlichen Bedingungen eingesetzt wurden. Fast alle wurden 1945 auf einen Todesmarsch geschickt. Ein Gedenkstein in der Bahnhofstraße erinnert seit 1965 an sie. Seit 2002 ist eine Tafel mit den Namen von 19 umgekommenen Häftlingen angebracht.[2]
Am 10. April 1945 wurde der Ort kampflos von US Army besetzt. Anfang Juli 1945 kam er zur Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und war ab 1949 Teil der DDR. Hier gehörte er seit 1952 zum Kreis Worbis im Bezirk Erfurt, der 1990 im Land Thüringen aufging.
Am 1. Januar 1996 wurde Rüdigershagen eingemeindet.[3]
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):
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- Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
Der Gemeinderat von Niederorschel setzt sich aus 16 Gemeinderatsmitgliedern zusammen.
(Stand: Kommunalwahl am 9. Juni 2009)[4]
[Bearbeiten] Bürgermeister
Der ehrenamtliche Bürgermeister Hans Dannoritzer (CDU) wurde am 6. Juni 2010 wiedergewählt.[5]
[Bearbeiten] Wappen
Blasonierung: „In Gold ein linksgewendeter roter Greif, die rechte Vorderklaue auf einen von Silber und Schwarz gespaltenen Schild stützend, darin ein rechtsgewendeter Adler in verwechselten Tinkturen.“
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- barocke Pfarrkirche "St. Marien", erbaut 1685 vom italienischen Baumeister Dominico Bennoth
- katholisches Pfarramt "St. Marien", erbaut 1694-1696 im fränkischen Fachwerkstil (Kulturdenkmal)
- Rathaus, erbaut 1905 im barockisierenden Fachwerkstil (Kulturdenkmal)
- Denkmalensemble am Steinweg, mehrere im Fachwerkstil erbaute Weberhäuser und Gewerbehäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert am Oberen- und Unteren Steinweg
- Heimatstube Niederorschel, Marktplatz 10, mit ständiger Ausstellung "KZ Buchenwald - Außenkommando Niederorschel" in der Ortslage steht auch ein Mahnmal der Opfer des KZ Buchenwald - Aussenkommando Niederorschel
- Thomas Müntzer Gedenkstein
- 120-jähriger Lindenbestand auf dem Lindenplatz (Naturdenkmal)
- ehemalige Bergschule, erbaut 1844, Geburtshaus des Eichsfeldhistorikers Philipp Knieb mit Gewölbekeller aus dem 15./16. Jahrhundert. Heute Verwaltungsgebäude der VG "Eichsfelder Kessel".
[Bearbeiten] Wirtschaft
[Bearbeiten] Verkehr
Niederorschel hat einen Bahnhof (Bahnhof Gernrode - Niederorschel) an der Halle-Kasseler Eisenbahn.
[Bearbeiten] Bildung
- Staatliche Regelschule Niederorschel
[Bearbeiten] Literatur
- Philipp Knieb: Eichsfelder Gemeindechroniken Niederorschel und Worbis. In: Maik Pinkert, Alfons Montag, André Sieland (Hrsg.): Quelleneditionen aus dem Bischöflichen Kommissariat Heiligenstadt. 2, Heiligenstadt 2004, ISBN 3-935782-06-3, S. 375.
- Paul Claus: St. Marien - Quelle des Glaubens. Geistliche sowie Ordensfrauen und -männer, denen Niederorschel (Eichsfeld) Heimat war. In: Eichsfeldjahrbuch. 2, Mecke, Duderstadt 1994, S. 217-235.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 41f., ISBN 3-88864-343-0
- ↑ Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
- ↑ Kommunalwahlen in Thüringen am 7. Juni 2009. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 8. März 2010.
- ↑ Kommunalwahlen in Thüringen am 6. Juni 2010. Wahlen der Gemeinde- und Stadtratsmitglieder. Vorläufige Ergebnisse. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 6. Juni 2010.
[Bearbeiten] Weblinks
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