Niederwiesa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Niederwiesa
Niederwiesa
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederwiesa hervorgehoben
50.86333333333313.0225300Koordinaten: 50° 52′ N, 13° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Mittelsachsen
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 16,36 km²
Einwohner: 4950 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 303 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09577
Vorwahlen: 03726 (OT Niederwiesa) 037206 (OT Braunsdorf und Lichtenwalde)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FG, BED, DL, FLÖ, HC, MW, RL
Gemeindeschlüssel: 14 5 22 420
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dresdner Straße 23
09577 Niederwiesa
Webpräsenz: www.niederwiesa.de
Bürgermeister: Ilona Meier (Bürgerinitiative Niederwiesa)
Lage der Gemeinde Niederwiesa im Landkreis Mittelsachsen
Altmittweida Augustusburg Bobritzsch-Hilbersdorf Leisnig Brand-Erbisdorf Burgstädt Claußnitz Döbeln Dorfchemnitz Eppendorf Erlau (Sachsen) Flöha Flöha Frankenberg/Sa. Oederan Frauenstein (Erzgebirge) Freiberg Geringswalde Großhartmannsdorf Großschirma Großweitzschen Hainichen Halsbrücke Hartha Hartmannsdorf (bei Chemnitz) Bobritzsch-Hilbersdorf Königsfeld (Sachsen) Königshain-Wiederau Kriebstein Leisnig Leubsdorf (Sachsen) Lichtenau (Sachsen) Lichtenberg/Erzgeb. Lunzenau Mittweida Mochau Mühlau (Sachsen) Mulda/Sa. Neuhausen/Erzgeb. Roßwein Niederwiesa Oberschöna Oederan Ostrau (Sachsen) Penig Rechenberg-Bienenmühle Reinsberg (Sachsen) Rochlitz Rossau (Sachsen) Roßwein Sayda Seelitz Striegistal Taura Waldheim Wechselburg Weißenborn/Erzgeb. Zettlitz Zschaitz-Ottewig SachsenKarte
Über dieses Bild

Niederwiesa ist eine an die Großstadt Chemnitz angrenzende Gemeinde im Landkreis Mittelsachsen. Sie umfasst seit dem 1. Januar 1996 die Ortsteile Niederwiesa, Braunsdorf und Lichtenwalde. Auf 16,36 Quadratkilometern wohnen rund 5000 Einwohner. Bekannt ist das restaurierte Schloss Lichtenwalde mit seinem ausgedehnten Barockgarten.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Niederwiesa liegt an der Zschopau, rund zehn Kilometer östlich vom Chemnitzer Stadtzentrum.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Lichtenwalde Braunsdorf Frankenberg/Sa. - Altenhain
Chemnitz Nachbargemeinden
Hilbersdorf Euba Flöha

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist in die drei Ortsteile Niederwiesa, Braunsdorf und Lichtenwalde eingeteilt. Die Ortsteile Braunsdorf und Lichtenwalde sind zugleich Ortschaften im Sinne der §§ 65 bis 68 der Sächsischen Gemeindeordnung. Für diese Ortschaften gibt es jeweils einen Ortschaftsrat, der in Braunsdorf zwei, in Lichtenwalde zehn Mitglieder hat, sowie einen Ortsvorsteher als Vorsitzenden. Die Ortschaftsräte sind zu wichtigen die Ortschaft betreffenden Angelegenheiten zu hören. Eine endgültige Entscheidung obliegt dann jedoch dem Gemeinderat der Gemeinde Niederwiesa.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung 1346 bezeichnet den Ort als „Wise“, doch es wird allgemein angenommen, dass bereits zwischen 1150 und 1250 eine fränkische Siedlung angelegt wurde. Aufgrund der Bezeichnungen „Undern Wese“ (Niederwiesa) und „Wese superior“ (Oberwiesa) aus dem Jahr 1375 wird eine spätere Teilung der Besiedlung nicht ausgeschlossen.

Bis in das 19. Jahrhundert hinein hatte der Ort eine klare dörflich ausschließlich auf Landwirtschaft ausgerichtete Struktur. Erst mit der infrastrukturellen Anbindung durch die Eisenbahnstrecke Dresden–Werdau und mit der damit verbundenen Anbindung an die Großstädte entwickelte sich der Handel im Ort.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1914 schlossen sich Niederwiesa und Oberwiesa zur neuen Gemeinde Wiesa zusammen.[2] 1915 wurde Wiesa in Niederwiesa umbenannt.

Am 1. Juli 1995 wurde Braunsdorf eingemeindet.[3] Lichtenwalde folgte am 1. Januar 1996.[4]

Kirche zu Niederwiesa

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(ab 1975 Stichtag: 31. Dezember)

Jahr Einwohner
1914 3.950
1933 4.507
1939 4.954
1946 5.721
Jahr Einwohner
1947 6.316
1964 5.075
1975 4.474
1989 3.676
Jahr Einwohner
1995 4.793
1996 4.840
2005 5.270
2006 5.237
Jahr Einwohner
2007 5.160
2008 5.139
2009 5.076
2010 5.057
Jahr Einwohner
2011 5.047
2012 4.990
2013 4.945
Quelle ab 1995 mit Gebietsstand Januar 2011: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen / Regionaldaten Gemeindestatistik Sachsen[5]
ab 1990: Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Registerdaten vom 3. Oktober 1990 (Einwohner: 4989)
ab 2011: Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Zensusergebnisse vom 09.05.2011 (Einwohner: 5047)

Religionen[Bearbeiten]

Im Ort befinden sich eine evangelisch-lutherische und eine katholische Pfarrgemeinde, von denen Erstere mehr Mitglieder aufweist.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 56,9 % (- 9,7) zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung im Gemeinderat:[6]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
BI 47,0 % 9
BLB 20,8 % 3
CDU 16,6 % 3
DIE LINKE 8,2 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten]

Dietmar Hohm war von 1990 bis 2012 Bürgermeister der Gemeinde. Zum 1. Januar 2013 wurde er von Ilona Meier abgelöst, die als einzige Kandidatin zur Wahl antrat.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen ist ein Senser an einem Fluss mit drei Steinen vor dem Hintergrund dreier Bäume und dem Braunsdorfer Wasserturm. Der Fluss ist die Zschopau, welche die Gemeinde durchfließt. Die drei Steine symbolisieren Niederwiesa und die beiden Ortsteile Braunsdorf und Lichtenwalde. Das Wappen entstand durch das Zusammenfügen der drei Einzelwappen bei der Vereinigung der drei Orte.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 3. Oktober 1990 besteht die Gemeindepartnerschaft mit Bestwig, 2005 kam eine zweite Partnerschaft zur ungarischen Gemeinde Tiszadorogma hinzu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Niederwiesaer Rathaus

Aufgrund seiner umfangreichen Sammlung von rund 7.000 Ausstellungsstücken ist das Feuerwehrmuseum ein Museum, welches in der Region seinesgleichen sucht. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Niederwiesa haben selbst die Stücke, vom 19. Jahrhundert beginnend, zusammengetragen. Das Museum ist auf Anfrage geöffnet.

Das Webereimuseum der Firma Tannenhauer in Braunsdorf ist eine ehemalige Weberei, die bis in die DDR-Zeit produziert hat. Verschiedene Webstühle, -maschinen und -techniken können besichtigt und zum Teil auch selbst ausprobiert werden. Das Museum ist ganzjährig an verschiedenen Wochenenden und Feiertagen geöffnet.

Das Schloss Lichtenwalde beherbergt das Museum für Völker und Kulturen mit der Sammlung Frank, ein Uhrenmuseum, die erste Wünschelrutenausstellung der Welt, eine Sammlung von Puppen und historischem Spielzeug sowie die Werkschau der Cammann Gobelin Manufaktur. Die Besichtigung ist täglich, außer montags, möglich. Ebenfalls befindet sich im Schloss auch die Umweltbibliothek der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Lichtenwalde

Das zwischen 1722 und 1726 erbaute Barockschloss Lichtenwalde ist das Glanzstück der Gemeinde. 1730 wurde der angrenzende Barockgarten mit seinen Pavillons, Brunnen und Skulpturen angelegt, in denen oft Konzerte stattfinden. Zu dem Schlossareal gehören noch eine Orangerie, ein Rittergut und ein Brauhaus, die Schlosskapelle aus dem 13. Jahrhundert mit der anschließenden Terrasse bilden den Kern des Schlosses. Das Schloss wurde nach dem Brand Anfang des 20. Jahrhunderts, der eine Hälfte zerstörte, zwischen 1999 und 2003 wieder restauriert. Anschließend an das Schloss liegt abseits das Familiengrab der Grafen Vitzthum von Eckstädt. Die Schlosspromenade, an denen sich mehrere Gaststätten und Läden befinden, ist Mittelpunkt vieler Ausflüge nach Lichtenwalde.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • April: Hexenfeuer
  • Juni: Feuerwehrfest
  • Juni: Musikalische Sommernachtsträume
  • September: Kirmes

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Niederwiesa liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 173 und ist schnell über die Bundesautobahn 4 (Anschlussstelle Chemnitz-Ost) zu erreichen.

Bahnhof von Niederwiesa

Außerdem liegt die Gemeinde mit dem Bahnhof Niederwiesa an der überregionalen Bahnstrecke Dresden–Werdau, der Sachsen-Franken-Magistrale, sowie an den Regionalbahnstrecken zwischen Chemnitz und Hainichen (Bahnstrecke Roßwein–Niederwiesa), Neuhausen, Cranzahl und Vejprty. Dieser wird im 2-Stunden-Takt von der IRE-Linie 3 Dresden–Zwickau–Hof sowie im Stundentakt von der RE-Linie 30 Dresden–Zwickau, wochentags stündlich durch die Linie 516 City-Bahn Chemnitz zwischen Chemnitz und Hainichen und die Erzgebirgsbahn bedient.

Der zweite Haltepunkt innerhalb des Gemeindegebietes, Braunsdorf-Lichtenwalde, befindet sich an der Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Hainichen im Ortsteil Braunsdorf und wird wochentags stündlich, an Wochenend- und Feiertagen einmal in zwei Stunden pro Richtung bedient. Der Haltepunkt wird oft als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Umgebung angeboten.

Mit der zweiten Stufe des Chemnitzer Modells ab 2009 wird die Bahnstrecke nach Hainichen mit niederflurigen Zweisystemfahrzeugen befahren. Dadurch wird eine direkte Zufahrt in das Chemnitzer Stadtzentrum ermöglicht.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Niederwiesa verfügt mit seinen beiden Ortsteilen Braunsdorf und Lichtenwalde über zwei Kindergärten, eine Grundschule (Seeber-Grundschule) und eine Oberschule. Die Oberschule Niederwiesaflie ist für ihren Blockunterricht bekannt, bei denen die Schüler immer zu zwei Stunden zu je 45 Minuten unterrichtet werden und dann eine größere Pause einlegen. Für ihre hervorragende Projektarbeit wurden im Mai 2012 die Oberschule Niederwiesa mit dem 1. Sächsischen Schulpreis ausgezeichnet.

Villa in Niederwiesa

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Das mittlere Zschopaugebiet (= Werte unserer Heimat. Band 28). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977, S. 53–56.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederwiesa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2013 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Die Stadt- und Landgemeinden in Sachsen, Verlag E. Wulffen, Dresden, 1938
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  5. Regionaldaten Gemeindestatistik Sachsen
  6. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Niederwiesa