Niederzimmern

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Niederzimmern führt kein Wappen
Niederzimmern
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Niederzimmern hervorgehoben
51.00527777777811.188888888889200Koordinaten: 51° 0′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Grammetal
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 13,23 km²
Einwohner: 1028 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99428
Vorwahl: 036203
Kfz-Kennzeichen: AP, APD
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 065
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Knoblauchgasse 1
99428 Niederzimmern
Webpräsenz: www.niederzimmern.de
Bürgermeister: Christoph Schmidt-Rose (CDU)
Lage der Gemeinde Niederzimmern im Landkreis Weimarer Land
Mönchenholzhausen Nohra Nauendorf Vollersroda Hetschburg Frankendorf Ilmtal-Weinstraße Ködderitzsch Ettersburg Daasdorf a. Berge Kleinobringen Rannstedt Ilmtal-Weinstraße Obertrebra Ballstedt Rohrbach Heichelheim Hammerstedt Isseroda Oettern Eberstedt Ramsla Kleinschwabhausen Wiegendorf Kiliansroda Wohlsborn Bad Sulza Mechelroda Ilmtal-Weinstraße Sachsenhausen Ottstedt a. Berge Ilmtal-Weinstraße Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Leutenthal Kapellendorf Bechstedtstraß Großheringen Lehnstedt Schwerstedt Ilmtal-Weinstraße Umpferstedt Buchfart Bad Sulza Großobringen Döbritschen Rittersdorf Hohenfelden Neumark Bad Sulza Hopfgarten Ilmtal-Weinstraße Bad Sulza Niedertrebra Troistedt Krautheim Vippachedelhausen Tonndorf Bad Sulza Schmiedehausen Kromsdorf Ilmtal-Weinstraße Großschwabhausen Niederzimmern Mellingen Klettbach Ilmtal-Weinstraße Nohra Mönchenholzhausen Berlstedt Buttelstedt Magdala Kranichfeld Saaleplatte Apolda Bad Berka BlankenhainKarte
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Niederzimmern ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Grammetal.

Geographie[Bearbeiten]

Niederzimmern liegt am Fuß der Südwestabdachung des Großen Ettersberges im Thüringer Becken. Die Kreisstraße 45 verbindet den Ort mit Vieselbach. Die Bahntrasse Weimar nach Erfurt führt durch die Gemarkung.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 876 wurde Niederzimmern zum ersten Male in den „Zehnt-Streitigkeiten“ zwischen dem Erzbischöfen von Fulda und Mainz auf dem Reichstag zu Ingelheim urkundlich erwähnt. Es wurde später auch "Zimmern infra" genannt.

Als Lohn für treue Kriegsdienste wurde der Ort im Jahre 1346 vom Grafen von Orlamünde den Erfurtern geschenkt. Niederzimmern bildete mit seiner Gemarkung die östliche Grenze der Stadt Erfurt. Der Wartturm, 252 m ü. NN, wurde in dieser Zeit zur Grenzsicherung erbaut und gilt als eines der Wahrzeichen des Ortes. Der Eingang ist im ersten Obergeschoss. Nach dem Wiener Kongress fiel Niederzimmern an Weimar und besitzt – nachdem es vorher u. a. Zimmern-infra hieß – seitdem seinen heutigen Namen.

Bis zum Jahre 1852 hatte Niederzimmern zwei Kirchen, die Bonifatiuskirche im Oberdorf und die Wigbertikirche im Unterdorf. Erstere wurde 1854 abgerissen. Zu den beiden Kirchen gehörten Schulen und je eine Pfarrei. Die Wigbertikirche entstammt in ihren älteren Teilen aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. Sehenswert sind hier die Darstellungen des Alten und Neuen Testamentes an den Emporen sowie insbesondere die Emblemata.

Niederzimmern verfügt mit seiner Trauerhalle – die 1914 gebaut wurde nach Aussage des Leiters des Museums für Sepulkralkultur in Kassel, Prof. Dr. Reiner Sörries – über ein außergewöhnliches Denkmal deutscher Sterbekultur dieser Epoche.

Kurt Kluge (*1886 †1940) hat das Denkmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs gestaltet.

Berühmte Gäste[Bearbeiten]

  • Am 30. Oktober 1632 hat der Schwedenkönig Gustav Adolf in der Wigbertikirche gebetet.
  • Im Jahre 1696 war Johann Christian Bach (*1673 in Erfurt, †1727 in Gehren) Kantor in Niederzimmern.
  • Der Komponist Richard Wagner übernachtete in der Nacht vom 18. zum 19. Mai 1849 im Ort.
  • Lyonel Feininger fertigte nach Skizzen, die er auf seinen Radtouren durch das Weimarer Land zeichnete, einen Holzschnitt der Kirche an.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Anfang März 2010 erregte die Gemeinde weltweites Interesse mit ihrer Aktion Teer muss her. Durch den langen Winter und den strengen Frost wies insbesondere die Vieselbacherstrasse zahlreiche Schlaglöcher auf. Mit 50 EURO konnte man ein Schlagloch "erwerben" und jeder Teilnehmern an der Aktion erhielt die Zusage für eine Plakette, auf dem ein von ihm gewünschter Text angebracht wurde. Im April wurde mit den Erlös aus den 257 verkauften Löchern und 25 Tonnen Asphalt der deutschen Asphaltindustrie die Straße repariert. Am 30. April wurde das Schlaglochdenkmal mit den Plaketten feierlich enthüllt.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Die Aktion Teer muss her Zugriff 3. März 2010
  3. MDR Thüringen Zugriff 3. März 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederzimmern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien