Niederzissen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Niederzissen
Niederzissen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederzissen hervorgehoben
50.4572222222227.2213888888889203Koordinaten: 50° 27′ N, 7° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Ahrweiler
Verbandsgemeinde: Brohltal
Höhe: 203 m ü. NHN
Fläche: 11,95 km²
Einwohner: 2649 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56651
Vorwahlen: 02636, 02646 (Rodder)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AW
Gemeindeschlüssel: 07 1 31 055
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kapellenstraße 12
56651 Niederzissen
Webpräsenz: www.niederzissen.de
Ortsbürgermeister: Richard Keuler (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Niederzissen im Landkreis Ahrweiler
Remagen Grafschaft (Rheinland) Bad Neuenahr-Ahrweiler Sinzig Bad Breisig Brohl-Lützing Gönnersdorf bei Bad Breisig Waldorf (Rheinland-Pfalz) Burgbrohl Wassenach Glees Niederzissen Wehr (Eifel) Galenberg Oberzissen Brenk Königsfeld (Eifel) Schalkenbach Dedenbach Niederdürenbach Oberdürenbach Weibern (Eifel) Kempenich Hohenleimbach Spessart (Brohltal) Heckenbach Kesseling Kalenborn (bei Altenahr) Berg (bei Ahrweiler) Kirchsahr Lind (bei Altenahr) Rech Dernau Mayschoß Altenahr Ahrbrück Hönningen Kaltenborn Adenau Herschbroich Meuspath Leimbach (bei Adenau) Dümpelfeld Nürburg (Gemeinde) Müllenbach (bei Adenau) Quiddelbach Hümmel Ohlenhard Wershofen Aremberg Wiesemscheid Kottenborn Wimbach Honerath Bauler (Landkreis Ahrweiler) Senscheid Pomster Dankerath Trierscheid Barweiler Reifferscheid Sierscheid Harscheid (bei Adenau) Dorsel Hoffeld (Eifel) Wirft Rodder Müsch Eichenbach Antweiler Fuchshofen Winnerath Insul Schuld (Ahr) Nordrhein-Westfalen Landkreis Neuwied Landkreis Vulkaneifel Landkreis Mayen-KoblenzKarte
Über dieses Bild

Niederzissen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Brohltal, der die Gemeinde auch angehört. Niederzissen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Niederzissen liegt in einem erd- und kulturgeschichtlich interessanten Seitental des Rheins. Der historische Talweg vom Rhein führt zwischen Vulkanbergen über den Ort in die Eifel, darunter der Bausenberg, Deutschlands besterhaltenster Hufeneisenkrater.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde Niederzissen besteht aus den beiden Ortsteilen Niederzissen und Rodder sowie aus den Wohnplätzen „Haus Waldfrieden“ und „Kurheim Bausenberg“.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Niederzissen gilt als eine der ältesten Siedlungen im weiteren Umkreis, deren älteste Funde, darunter ein Schneidenfragment eines Jadeit-Beiles, im Rheinischen Landesmuseum Bonn aufbewahrt, zurück bis in die Jungsteinzeit reichen. Der Name „Zissen“ stammt aus dem Keltischen und wird mit „rückwärtig“ wiedergegeben, etwa vom „Rhein rückwärtig = abseits gelegener Ort“. Die Anwesenheit siedelnder Kelten ist durch Waffen- und Werkzeugfunde belegt. Weiterhin sind aus römischer Zeit durch Ausgrabungen Siedlungen in der Nähe der alten Römerstraße von Sinzig über Mayen nach Trier nachgewiesen, was eine weitere Namensableitung vom keltischen Götternamen Cissonius denkbar erscheinen lässt.

Erstmals urkundlich wird Zissen, wie der Ort seinerzeit hieß, in einer Schenkungsurkunde für das St. Cassiusstift in Bonn erwähnt. Die Urkunde ohne Datum entstammt dem 9. Jahrhundert. Die erste datierte Beurkundung aus dem Jahr 1179 enthält eine Bestätigung „eines Besitzes in Zissen“ durch Papst Alexander III. an Adalbert II. von Metz. Zissen gehörte von etwa 1150 an (Bau der Burg Olbrück) bis zum Beginn der französischen Besatzungszeit 1794 zur Herrschaft Olbrück. Seit dem Wiener Kongress 1815 gehört Niederzissen zu Preußen, seit 1816 zum damals neu gebildeten Kreis Ahrweiler im Regierungsbezirk Koblenz und von 1822 an zur Rheinprovinz. Zunächst unter der Bürgermeisterei Königsfeld wurde Niederzissen 1883 selbst Sitz einer Bürgermeisterei. Die Gebietsreform in Rheinland-Pfalz 1969/1970 machte Niederzissen zum Verwaltungssitz der 1970 neu gebildeten Verbandsgemeinde Brohltal.

Am 1. Januar 1979 wurde der Ort Rodder, ein Gebietsteil mit 121 Einwohnern, von der Gemeinde Niederdürenbach nach Niederzissen umgemeindet.[4] Die Eingliederung geschah auf Antrag eines großen Teils der Rodderer Bevölkerung.


Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederzissen bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

Jahr Einwohner
1815 476
1835 908
1871 942
1905 1.221
1939 1.326
Jahr Einwohner
1950 1.454
1961 1.494
1970 1.667
1987 2.223
2005 2.751

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Niederzissen besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 6 9 5 20 Sitze
2004 5 11 4 20 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Schräggeteilt, oben zwölffach rot-silbern geständert, unten in Blau ein wachsender silberner Kegelstumpf mit trichterförmiger Öffnung, nach rechts durchbrochen.“

Die zwölffach rot-silberne Ständerung ist das Wappen (dort silbern-rot) der Familie Waldbott von Bassenheim, die seit 1555 Inhaber der Reichsherrschaft Olbrück war, zu der auch Niederzissen gehörte, der offene Kegel zeigt in stilisierter Form den erloschenen Vulkan Bausenberg, eine geologische Besonderheit am Ortsrand Niederzissen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Germanus

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturgeschichtliches Denkmal der Gemeinde ist die 1250 geweihte spätromanische Pfarrkirche St. Germanus, eine ursprünglich dreischiffige Pfeilerbasilika. Des Weiteren gibt es im Ort das ehemalige Zehnthaus sowie einen heilkräftigen Sauerbrunnen. Im Rathaus befindet sich ein Informationszentrum über den nahen Naturpark Vulkaneifel. Nahebei steht auf einen Phonolithkegel die weithin sichtbare Burg Olbrück mit wohl erhaltenem und renoviertem Bergfried, Wahrzeichen des sog. „Zissener Ländchens“.

Die ehemalige Synagoge wurde am 18. März 2012 nach umfangreichen Renovierungsarbeiten als Erinnerungs- und Begegnungsstätte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Im Ausstellungsraum, der an die Synagoge angebaut ist, werden einige Funde der Genisa Niederzissen in Vitrinen präsentiert.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Niederzissen

Region[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

An der A 61 liegt das Industrie- und Gewerbegebiet Brohltal Ost. Dort ist der Rennstall Zakspeed ansässig.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niederzissen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 7 (PDF; 2,3 MB)
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 190 (PDF; 2,6 MB)
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat