Nigardsbreen

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Nigardsbreen
Nigardbreen im August 2012

Nigardbreen im August 2012

Lage Sogn og Fjordane (Norwegen)
Gebirge Skandinavisches Gebirge
Typ Auslassgletscher
Länge 9,6 km [1]
Fläche 45,9 km² [2]
Höhenbereich 1957 m – 315 m [3]
Koordinaten 61° 41′ 12″ N, 7° 11′ 45″ O61.6866666666677.19583333333331136Koordinaten: 61° 41′ 12″ N, 7° 11′ 45″ O
Nigardsbreen (Norwegen)
Nigardsbreen

Nigardbreen bezeichnet eine vom oberen Jostedal in der Nähe von Gaupne (Luster) herabreichende Gletscherzunge des Jostedalsbreen. Der Nigardsbreen macht etwa 10 % der Fläche des Jostedalsbreen aus.[2]

Der Name Nigardsbreen geht auf die Siedlung Nigard zurück. Diese wurde bei einem raschen Gletschervorstoß 1743 vernichtet (drei Kilometer in ca. 50 Jahren).[1]

In der Nähe liegt das Museum Breheimsenteret, in dem die Entstehung von Gletschern, sowie die Flora und Fauna der Umgebung beschrieben wird. Im Tal des Gletschers ist der See Nigardsbrevatnet, über dem man mit einem kleinen Boot direkt zum Gletscher fahren kann.

Glaziologie[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Die Gletscher Norwegens sind nicht als Relikte der Eiszeit zu sehen. Während einer postglazialen Wärmeperiode war das gesamte Gebiet eisfrei geworden, so dass die während der Eiszeit entstandenen Gletscher abgeschmolzen waren. Im Subatlantikum (ca. 500 v. Chr.) kam es zu einer Klimaverschlechterung. Dies war durch ein Absinken der Schneegrenze gekennzeichnet. Daher entstammen die heutigen Gletscher diesem Zeitraum.

Historische Entwicklung[Bearbeiten]

Der Nigardsbreen erreichte sein größte Ausdehnung 1748,[4] bisher erfolgte ein Rückzug des Gletschers um ca. vier Kilometer.[5] In den 1930er Jahren bildete sich durch den Rückzug ein 1,5 km langer Eisstausee aus. Er wird durch den Moränenrücken gestaut.

Seit 1899 wird das Verhalten des Nigardsbreen beobachtet.[2] Von 1899 bis 1972 zog sich der Gletscher um 2,4 km zurück. Seit Mitte der 1970er Jahren wurde jedoch eine Abnahme der Rückzugsgeschwindigkeit beobachtet. Von 1975 bis 1989 gab es nur minimale Änderungen in der Gletscherlänge. Von 1990 bis 2000 zeigte sich ein Vorstoßverhalten, der Gletscher wuchs um 250 m. Anschließend wurden wieder Rückzugsbewegungen verzeichnet. Von 2001 bis 2013 zog sich der Gletscher um 200 m zurück.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nigardsbreen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b GLACIER "NIGARDSBREEN". GLACIORISK EUROPEAN PROJECT. 2001. Abgerufen am 20. September 2014.
  2. a b c d Nigardsbreen - 2297. Norwegian Water Resources and Energy Directorate. 2013. Abgerufen am 20. September 2014.
  3. Nigardsbreen. Norwegian Water Resources and Energy Directorate. 16. September 2014. Abgerufen am 20. September 2014.
  4. J Oerlemans: An attempt to simulate historic front variations of Nigardsbreen, Norway. In: Theoretical and Applied Climatology. 37, Nr. 3, September 1986, S. 126-135. doi:10.1007/BF00867846. Abgerufen am 20. September 2014.
  5.  Bernhard K. Reichert: Quantification of natural climate variability in paleoclimatic proxy data using general circulation models: application to glacier systems. Max-Planck-Inst. für Meteorologie, Hamburg 2000.