Night Ranger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Night Ranger
Night Ranger (2008)
Night Ranger (2008)
Allgemeine Informationen
Genre(s) Hard Rock
Gründung 1982
Auflösung 1989
Neugründung 1991
Website www.nightranger.com
Aktuelle Besetzung
Jack Blades (bis 1989, seit 1996)
Brad Gillis
Keri Kelli (seit 2014)
Kelly Keagy
Eric Levy (seit 2011)
Ehemalige Mitglieder
Gesang, Bass
Gary Moon (1991-1996)
Gitarre
Jeff Watson (1982-1991, 1996-2007)
Gitarre
Reb Beach (2007-2008)
Gitarre, Keyboards
David Zajicek (1993-1996)
Gitarre
Joel Hoekstra (2008-2014)
Keyboards
Alan Fitzgerald (1982-1988, 1996-2003)
Keyboards
Christian Cullen (2007-2011)

Night Ranger ist der Name einer Rockband, die 1981 in San Francisco gegründet wurde. Die Band ist vor allem für ihre Ballade „Sister Christian“ bekannt. Bisher wurden weltweit mehr als 16 Millionen Alben von Night Ranger verkauft.

Geschichte[Bearbeiten]

Jack Blades, Kelly Keagy und Brad Gillis waren bis 1979 Mitglieder einer Popband namens Rubicon, die in San Francisco beheimatet war. Nach deren Auflösung gründeten sie die Hard Rock-Band Stereo. Später stieß Keyboarder Alan Fitzgerald hinzu, der zuvor als Bassist mit Sammy Hagar und Ronnie Montrose in dessen Band "Montrose" gespielt hatte. Dieser empfahl ihnen den Gitarristen Jeff Watson, der seine eigene Band verließ, um für die unter dem Namen Ranger neugegründete Band spielen zu können. Die Band Ranger spielte melodischen Hard Rock.

Der Name der Band musste 1982 auf Betreiben einer Country-Band gleichen Namens in Night Ranger abgeändert werden.

1982 nahm die Band für Boardwalk Records das Album Dawn Patrol auf, das ihnen einen ersten kleinen Erfolg bescherte. Das Album schaffte es in die Top 40 der US-Charts, ebenso die Singleauskopplung Don’t Tell Me You Love Me, zu der ein auf MTV äußerst beliebtes Video gedreht wurde. Night Ranger wurden unter anderem als Vorgruppe für ZZ Top, Judas Priest und Ozzy Osbourne gebucht. Letzterer engagierte zeitweise den Night Ranger Gitarristen Brad Gillis in seiner Band.

Im Jahr 1983 nahmen Night Ranger ihr zweites Album Midnight Madness auf, diesmal für MCA Records, das es in die Top 20 der US-Charts schaffte, die Singleauskopplung Sister Christian sogar in die Top 5. In ihrer Musik versuchten sie eine Symbiose zwischen harter Rockmusik und balladesken Hymnen auszuleben. Auch das Image der Band lebte von diesem Spagat; während Blades – als tiefschürfender, romantischer Schönling dargestellt – vor allem die Frauenwelt in seinen Bann ziehen sollte, wurden die Images der anderen Bandmitglieder vor allem über männliche Ausdruckskraft vermittelt, mit entsprechender Zielgruppenausrichtung. Mit diesem Konzept war die Band zu den Anfangszeiten MTVs ziemlich erfolgreich. Das Album Midnight Madness enthielt zudem (You Can Still) Rock In America, mit dem Night Ranger seither traditionell ihre Konzerte beenden, sowie eine weitere Top-40-Single When You Close Your Eyes. Das Album wurde mehrfach mit Platin ausgezeichnet.

Im Jahr 1985 nahmen Night Ranger mit „7 Wishes“ ihr drittes Album auf. Obwohl darauf die ganz großen Hits fehlten, hatte sich die Band inzwischen soweit etabliert, dass das Album die Top 10 der US-Charts erreichte. Die Singleauskopplung „Sentimental Street“ schaffte es ebenfalls in die Top 10, die zweite Single „Goodbye“ immerhin noch in die Top 40. In diesem Jahr gingen Night Ranger erstmals als Hauptgruppe auf Tournee. Das Bühnenkonzept drehte sich um einen North American B-25-Bomber, der ebenfalls auf dem Albumcover abgebildet war.

Im Jahre 1986 komponierten Night Ranger einige Lieder als Soundtrack für Teenagerfilme wie Pretty in Pink mit der 1980er-Jahre-Teenikone Molly Ringwald oder Out of Bounds (Heiße Hölle L. A.).

Im Jahre 1987 brachten Night Ranger ihr viertes Album namens Big Life heraus. Darauf war unter anderem das gleichnamige Titellied des Films The Secrets of My Success (deutsch: Das Geheimnis meines Erfolges) mit Michael J. Fox enthalten, das auch gleich als Single ausgekoppelt wurde. Die Single konnte sich aber nicht in den Charts behaupten; auch weitere Auskopplungen floppten. Der Stil der Band hatte sich weiterentwickelt zu nuancierten Kompositionen und hatte sich von den Hard-Rock-Gefilden entfernt. Dazu kam ein beginnendes Zerwürfnis mit der Plattenfirma MCA, die Night Ranger zu balladeskeren, weicheren Liedern drängten, während die Band lieber wieder zu alten Formen zurückfinden wollte. Die von der Plattenfirma favorisierte Single Hearts Away wurde gegen den Willen der Band, die lieber ein härteres Stück ausgesucht hätte, ausgekoppelt. Dazu kam auch die Tatsache, dass Rockbands, die wie Night Ranger mit konventionellen Konzepten arbeiteten, zunehmend von Glam-Metal-Bands wie Poison oder Mötley Crüe verdrängt wurden.

Das im Jahr 1988 erschienene Album Man in Motion versprach durch sein rockiges Klangbild eine Rückkehr zu alten Zeiten. Dennoch konnte keine der – wiederum eher balladesken Singles – genug Aufmerksamkeit erregen, um für das Album eine wirksame Werbung darzustellen. So wurde Man in Motion zum bisher am wenigsten verkauften Night-Ranger-Album. Während der Aufnahme des Albums verließ Keyboarder Alan Fitzgerald die Band, so dass für die schlecht besuchte Konzerttournee ein Aushilfskeyboarder gebucht werden musste. Fitzgerald schloss sich Robert Berrys Band Alliance an, in der auch ehemalige Musiker von Boston und der Sammy Hagar Band spielen.

Danach verließ Blades die Band, um zusammen mit Tommy Shaw (Styx) und Ted Nugent die recht erfolgreiche Band Damn Yankees zu gründen.

Im Jahr 1989, nach dem Ausstieg Blades’, existierten Night Ranger offiziell nicht mehr. Die Plattenfirma brachte darum ein „Greatest Hits"-Album heraus und im Jahr darauf das Album Live In Japan. Dennoch versuchten Kelly Keagy und Brad Gillis zusammen mit dem neu verpflichteten Gary Moon die Band als Trio weiterzuführen, während die anderen Bandmitglieder ihren diversen Projekten nachgingen.

1996 kam das kaum beachtete Album Feeding Off The Mojo heraus, das in offiziellen Night-Ranger-Diskografien nicht aufgeführt wird. Die Hälfte der Lieder darauf wurden von Gary Moon gesungen. Im selben Jahr kamen die ursprünglichen Mitglieder – bis auf Keyboarder Alan Fitzgerald – zu einer Wiedervereinigung zusammen. Der Zweck der Reunion war eine großangelegte Tour durch Japan und die USA. Die große Resonanz bewegte die Band dazu, 1997 ein weiteres Album aufzunehmen, diesmal für Sony Records. Neverland konnte zwar nicht an frühere Erfolge anknüpfen, da aber die Zeit des Hard Rocks ohnehin vorbei zu sein schien, ließ sich die Band durch die bescheidenen Verkäufe nicht wie 1988/1989 entmutigen. Einen Aufschwung erfuhren Night Ranger dann, als ihr größter Hit Sister Christian durch das Erscheinen im Soundtrack des dreifach oscarnominierten Films Boogie Nights neue Bekanntheit erlangte. Folgerichtig brachten sie 1998 mit Seven ein weiteres Album heraus, wenngleich der Titel angesichts des inoffiziellen Feeding Off The Mojo eigentlich Eight hätte lauten müssen. Das Album wurde von BMG herausgegeben. Dazwischen kam noch eine weitere CD mit Konzertaufnahmen heraus, die Rock in Japan ’97 und ein Best-Of-Album Rock Masterpiece Collection.

Im Jahr 2000 brachte MCA Records, angespornt durch den unerwarteten Erfolg der Konzerttourneen Night Rangers, eine weitere Best-Of-Compilation mit digital aufbereiteten Liedern der früheren Ära heraus: Millennium Collection: The Best Of Night Ranger und im Jahr 2004 dann eine DVD mit fünf der bekanntesten Videoclips der Band. Im Jahr 2004 stieß Michael Lardie als Tournee-Keyboarder dazu.

Im Jahr 2011 erschien die CD Somewhere in California mit der Single Growin’ up in California. In diesem Jahr spielte die Band auch live in Europa auf den „Rock the Nation“ -Konzerten mit Journey, Foreigner und Kansas. 2014 veröffentlichte die Gruppe das Album High Road und begab sich auf eine anschließende Tournee. Am 30. Mai 2014 spielte Gitarrist Joel Hoekstra bei Whitesnake vor, um sich um den Posten des zweiten Gitarristen in der Gruppe zu bewerben, der durch den Weggang von Doug Aldrich vakant geworden war. Sein Wechsel zu Whitesnake wurde am 21. August 2014 bekannt gegeben.[1] Aktuell spielt die Band mit Keri Kelli, bis ein neues festes Mitglied gefunden wird.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[2] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1982 Dawn Patrol 38
(... Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1982
1983 Midnight Madness 58
(3 Wo.)
15
(69 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1983
1985 7 Wishes 10
(45 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
1987 Big Life 28
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. März 1987
1988 Man in Motion 81
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 1988
2011 Somewhere in California 179
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Juni 2011
2014 High Road 54
(… Wo.)
105
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Juni 2014

Weitere Alben:

  • 1989: Greatest Hits
  • 1990: Live in Japan
  • 1995: Feeding off the Mojo
  • 1997: Rock in Japan
  • 1997: Neverland
  • 1998: Seven
  • 1998: Rock Masterpiece Collection
  • 1998: Keep Rockin': Best Selection 97–98
  • 2000: The Millennium Collection
  • 2005: Hits, Acoustic & Rarities
  • 2006: The Best of: Live
  • 2007: Night Ranger Live
  • 2007: Hole in the Sun
  • 2007: Extended Versions
  • 2008: Rockin' Shibuya 2007
  • 2012: 24 Strings & a Drummer

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[2] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1983 Don't Tell Me You Love Me
Dawn Patrol
9
(4 Wo.)
40
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1983
Sing Me Away
Dawn Patrol
54
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1983
(You Can Still) Rock in America
Midnight Madness
51
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1983
1984 Sister Christian
Midnight Madness
67
(3 Wo.)
5
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1984
When You Close Your Eyes
Midnight Madness
14
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1984
1985 Sentimental Street
7 Wishes
8
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1985
Four in the Morning (I Can't Take Anymore)
7 Wishes
19
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1985
Goodbye
7 Wishes
17
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1985
1987 The Secret of My Success
Big Life
64
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1987
Hearts Away
Big Life
90
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1987
1988 I Did It for Love
Man in Motion
75
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1988

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Whitesnake Recruit Night Ranger Guitarist Joel Hoekstra, sleazeroxx.com, abgerufen am 28. August 2014
  2. a b Chartquellen: DE CH US