Nik Bärtsch

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Nik Bärtsch (* 3. August 1971 in Zürich) ist ein Schweizer Pianist und Komponist des Crossover Jazz.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Bärtsch erhielt ab dem achten Lebensjahr Unterricht in Jazzpiano und Schlagzeug. Sein Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste beendete er 1997 jedoch mit einem klassischen Klavierdiplom. Daran anschließend studierte er von 1998 bis 2001 an der Universität Zürich Philosophie, Linguistik und Musikwissenschaft. Seit 1993 arbeitete er mit Daniel Mouthon und Philipp Schaufelberger, seit 1994 mit dem ensemble für neue musik zürich zusammen. 1997 ging er mit Harald Haerter auf Tournee. Im gleichen Jahr gründete er das Ensemble Mobile mit Mats Eser, Kaspar Rast, Don Li und Gästen.

Von 2000 bis 2003 hatte Bärtsch einen Lehrauftrag für praktische Ästhetik an der Musikhochschule Winterthur Zürich (seit 2007 Zürcher Hochschule der Künste [ZHdK][1]) inne.

2001 ging Bärtsch mit einem Soloprojekt auf Tournee; seit dem gleichen Jahr spielt er in seinem „Zenfunk-Quartett“ Ronin (mit Kaspar Rast, Björn Meyer und Andi Pupato), das dann mit Sha zum Quintett erweitert wurde und mit dem er auf zahlreichen internationalen Festivals wie dem North Sea Jazz Festival und dem JazzFest Berlin auftrat. Die Musik von Ronin bezeichnet Bärtsch als „Ritual Groove Music“.

Nik Bärtschs Ensemble Mobile (seit 1997; mit Kaspar Rast, Mats Eser und Sha) entwickelt musikalische Gesamtkunstwerke in rituellen Zusammenhängen. Die Aufführung der Musik wird meist mit einer multimedialen Raumgestaltung verbunden. Die über drei Jahre (2000-2002) laufende Blue-Trilogie vereinte in drei jeweils 36 Stunden dauernden Live-Konzerten Musik, Raum, Licht, Videos und Schwertkunst.

Bei aller Vielfältigkeit ihrer Einflüsse lässt diese Musik stets eine eigene Handschrift erkennen. Zwar haben Elemente aus unterschiedlichsten musikalischen Welten in sie Eingang gefunden – von Funk über neue Klassik bis zu Klängen der japanischen Ritualmusik –, doch diese Formen werden nicht postmodern nebeneinander gestellt oder zitiert, sondern verschmelzen zu einem neuen Stil. Das Ergebnis ist eine groovende, klanglich und rhythmisch hochdifferenzierte Musik, zusammengesetzt aus wenigen Phrasen und Motiven, die immer wieder neu und abwechslungsreich kombiniert und überlagert werden.

Zeitweise spielte Nik Bärtsch auch im Gershwin Piano Quartet. Er hat zudem für unterschiedliche Bühnen Theatermusiken verfasst. Bärtsch war 2009 Mitbegründer des Musikclubs Exil in Zürich. Er lebt in Zürich und Berlin.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Beim europäischen Jazzwettbewerb der Leverkusener Jazztage 1995 kam Bärtsch mit der Band groove cooperative von Menico Ferrari ins Finale. 1999 und 2002 erhielt er den Förderungspreis der UBS-Kulturstiftung. 2002 wurde er mit dem Werkjahr der Stadt Zürich gefördert. 2004 erhielt er den Kulturpreis der Gemeinde Zollikon (Anerkennungspreis). 2007 erhielt er einen Kompositionsauftrag von pro helvetia für ein Musik- und Tanzprogramm mit Hideto Heshiki. Bärtsch wurde zugleich im Rahmen der Prioritären Jazzförderung 2007-2009 von pro helvetia unterstützt.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

  • Don Li Gen (Tonus-Music Records 1999)
  • Mobile: Ritual Groove Music (Ronin Rhythm 2001)
  • Hishiryo (Tonus-Music Records 2002, solo)
  • Ronin: Live (Tonus-Music Records 2003)
  • Ronin: Stoa (ECM 2006)
  • Ronin: Holon (ECM 2008)
  • Ronin: Llyrìa (ECM 2010)
  • Ronin: Live (ECM 2012)

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten]

  • Bruno Spoerri (Hrsg.): Biografisches Lexikon des Schweizer Jazz. CD-Beilage zu: Bruno Spoerri (Hrsg.): Jazz in der Schweiz. Geschichte und Geschichten. Chronos-Verlag, Zürich 2005; ISBN 3-0340-0739-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.zhdk.ch/index.php?id=ueber_die_zhdk. Abgerufen am 4. Februar 2014

Weblinks[Bearbeiten]