Nike von Samothrake

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Als Nike von Samothrake wird eine griechische Skulptur bezeichnet, die die Siegesgöttin Nike darstellt und sich heute im Louvre in Paris befindet. Sie wurde im Heiligtum der Kabiren auf der griechischen Insel Samothrake gefunden. Entstanden ist sie vermutlich um 190 v. Chr. Es wird angenommen, dass rhodische Bildhauer die Statue geschaffen haben.

Der französische Vizekonsul im Osmanischen Reich, Charles Champoiseau, fand 1863 die Fragmente der Nike-Statue, die vor Ort zusammengesetzt und nach Paris gebracht wurden. Eine österreichische Grabung brachte 1873 weitere Fragmente, darunter zwei Finger, zu Tage. 1879 entdeckten Franzosen den Sockel, der rechte Handteller wurde 1950 gefunden. Die Suche nach Kopf und Armen blieb erfolglos.

Die Göttin befindet sich in einer Landeposition; sie ist mit offenen Armen beziehungsweise Flügeln leicht nach vorne übergebeugt. Die Flügel sind dadurch mit Luft erfüllt und nach hinten gedrückt, ähnlich wie das dünne flatternde Gewand, das nur direkt am Körper leicht verschwindet, da es an den Bauch gepresst ist. Ihr Bauch wirkt auf diese Weise entblößt. Sie verlagert ihr Gewicht leicht nach vorne auf das rechte Bein, ist aber insgesamt aufrecht.

Verwendung fand die Statue vermutlich als Siegesdenkmal, als Dank für den Seesieg über Antiochos III. von Syrien. Deshalb steht sie wie eine Galionsfigur auf dem Bug eines Schiffes. Die gesamte Statue ist laut Philippe Bruneau 328 cm hoch, wobei die Figur selbst 245 cm groß ist.

Der Sockel wurde aus grauem Marmor von der Insel Rhodos gefertigt, die Statue selbst aus weißem Parischen Marmor von der Insel Paros. Zu besichtigen ist die Statue im Louvre in Paris, ebendort befindet sich eine Rekonstruktion der rechten Hand mit den aus Wien stammenden Fingern. Auf Samothrake ist im Museum in Paläopolis eine Kopie in Originalgröße ausgestellt, dort befindet sich auch der 1950 gefundene Handteller. Weitere Kopien in Originalgröße stehen im Lichthof der Technischen Universität Berlin sowie im Lichthof des Universitätsgebäudes Zürich.

Die Nike von Samothrake überbringt symbolisch sowohl den Sieg als auch den Frieden. Die Statue hatte einen großen Einfluss auf den Historismus des späten 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Nachbildungen der Statue entstanden, so zum Beispiel die Viktoria auf der Berliner Siegessäule.

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Grüner: Die Nike von Samothrake. In: Luca Giuliani (Hrsg.): Meisterwerke der antiken Kunst. S. 50-71. C. H. Beck Verlag, München 2005. 185 S. mit 77 sw-Abb.. ISBN 3-406-53094-X.
  • Heiner Knell: Die Nike von Samothrake. Typus, Form, Bedeutung und Wirkungsgeschichte eines rhodischen Sieges-Anathems im Kabirenheiligtum von Samothrake. Darmstadt u. Stuttgart 1995. ISBN 3-534-12547-9. ISBN 3-8062-1320-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nike von Samothrake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien