Nikephoros Kallistos Xanthopulos

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Nikephoros Kallistos Xanthopulos (Νικηφόρος Κάλλιστος Ξανθόπουλος, * etwa 1268/1274; † nach 1328) war der letzte große griechische Kirchenhistoriker.

Nikephoros war Kleriker und in seinen letzten Lebensjahren Mönch. Er gilt als einer der bedeutendsten kirchlichen Autoren des späten Byzanz. Sein Hauptwerk ist eine Kirchengeschichte in 18 Büchern (Historia Ecclesiastica), die heute nur in einer Handschrift erhalten ist (Österreichische Nationalbibliothek, Vind. Hist. gr. 8). Sie deckt die Zeit bis 610 ab, wobei für die ersten vier Jahrhunderte der Autor sich stark auf die spätantiken Kirchenhistoriker Eusebius von Caesarea, Sokrates Scholastikos, Sozomenos, Theodoret und Euagrios Scholastikos stützte. Für die letzten beiden Jahrhunderte liefert Nikephoros wertvolles Material, da er in Konstantinopel Zugang zu heute verlorenen Dokumenten hatte und für manche Ereignisse seine Kirchengeschichte die einzige erhaltene Quelle ist. Es existiert ein Inhaltsverzeichnis für weitere 5 Bücher, welche die Zeit bis 911 abdecken würden. Ob diese verloren sind oder nie geschrieben wurden, ist unklar.

Außerdem verfasste er Listen der byzantinischen Kaiser, der Patriarchen von Konstantinopel, ein Gedicht über den Fall von Jerusalem, eine Bibelsynopsis und liturgische Schriften.

Ausgaben[Bearbeiten]

  • Nicephori Callisti Xanthopuli … Ecclesiasticae historiae libri decem et octo. Lateinische Übersetzung von Johann Lange. Feyerabend, Frankfurt 1588
  • Nicephori Callisti Xanthopuli ecclesiasticae historiae libri XVIII. In: Migne: Patrologia Graeca. 145-147. Paris 1865. Neudruck Brepols, Turnhout ca. 1967.
  • Projekt der Neuedition: http://www.oeaw.ac.at/byzanz/nkx.htm.

Literatur[Bearbeiten]