Niklas Graf Salm der Ältere

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Niklas Graf Salm (* 1459 in Niedersalm in den Ardennen, Belgien; † 4. Mai 1530 in Salmhof, Gemeinde Marchegg, Niederösterreich) war ein Feldherr der Renaissance. Sein wichtigster Erfolg war die Verteidigung der kaiserlichen Hauptstadt Wien gegen die türkische Belagerung von 1529.

Leben[Bearbeiten]

Statue am Wiener Rathausplatz (Bildhauer: Mathias Purkartshofer), 1867

Er war der jüngere Sohn des Johann V. Graf zu Salm, Baron von Viviers († 1485).

Als 17-Jähriger nahm Niklas Graf Salm 1476 an der Schlacht bei Murten gegen Karl den Kühnen von Burgund teil. 1488 war er an den Kämpfen in Flandern beteiligt und wurde drei Jahre später zum obersten kaiserlichen Feldhauptmann ernannt.

Verheiratet war Niklas Graf Salm mit Elisabeth von Rogendorf, mit der er vier Söhne und vier Töchter hatte.[1] Im Jahre 1509 kämpfte er unter Georg von Frundsberg in Italien. Es gelang ihm die Eroberung von Istrien. In der Schlacht bei Pavia 1525 war Niklas Graf Salm an der Gefangennahme von König Franz I. von Frankreich beteiligt, schlug ein Jahr später, 1526, im Bauernkrieg in Tirol den Aufstand der Bauern nieder und eroberte dabei Schladming.

Er war einer der Befehlshaber zu Beginn des ersten österreichischen Türkenkrieges. 1529 organisierte er bei der ersten Wiener Türkenbelagerung die erfolgreiche Verteidigung der Stadt, wofür er im gleichen Jahr mit der Grafschaft Neuburg belehnt wurde. Die Folgen einer dabei erlittenen Verletzung durch einen herabfallenden Stein, aber auch die Strapazen, die er während seiner langen Soldatenlaufbahn durchgemacht hatte, führten schließlich 1530 zu seinem Tod.

Er hinterließ zwei Söhne, Nikolaus II., der ihn als Graf von Salm und Neuburg beerbte und Wolfgang, der Fürstbischof von Passau wurde.

Ehrungen und Rezeption[Bearbeiten]

Grabmal des Grafen Salm in der Votivkirche Wien

Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Niklas Graf Salm in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde. Die Statue wurde 1871 vom Bildhauer Franz Erler (1829–1911) aus Carrara-Marmor geschaffen, gewidmet wurde sie von Altgraf Salm-Reifferscheid.[2]

Sein Grabmal, vom Bildhauer Loy Hering geschaffen, befindet sich heute als Leihgabe der Fürsten und Altgrafen zu Salm-Reifferscheidt in der Wiener Votivkirche (vorher Dorotheenkirche).

Im Jahr 1862 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) die Salmgasse nach ihm benannt.

Salm ist eine der zentralen Figuren in Wolfgang Hohlbeins Roman Die Wiederkehr.

Des Weiteren ist Salm Namenspatron des Offiziersjahrgangs 2006 des Österreichischen Bundesheeres.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niklas von Salm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sonderheft des Bundesdenkmalamtes Nr. 15, Orth an der Donau, S.14
  2. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume. Kiesel, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0113-5, S. 30