Niklas Luhmann

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Dieser Artikel behandelt den Soziologen. Zu weiteren Trägern dieses Namens siehe Luhmann (Begriffsklärung).
Niklas Luhmann

Niklas Luhmann (* 8. Dezember 1927 in Lüneburg; † 6. November 1998 in Oerlinghausen) war ein deutscher Soziologe und Gesellschaftstheoretiker. Als wichtigster deutschsprachiger Vertreter der soziologischen Systemtheorie zählt Luhmann zu den herausragenden Klassikern der Sozialwissenschaften im 20. Jahrhundert.

Leben[Bearbeiten]

Luhmann wurde 1927 in die Familie eines Brauereibesitzers in Lüneburg geboren und besuchte das altsprachliche Johanneum. 1944 wurde er im Alter von 16 Jahren offiziell als Luftwaffenhelfer eingezogen, nachdem er schon seit dem 15. Lebensjahr dort tätig gewesen war.[1] Von 1944 bis September 1945 war Luhmann in amerikanischer Kriegsgefangenschaft; seine Behandlung dort erschien ihm später als

„[…] – gelinde gesagt – nicht nach den Regeln der internationalen Konventionen.“[2]

Wie erst 2007 bekannt wurde, war Niklas Luhmann als Mitglied der NSDAP verzeichnet.[3]

Luhmann studierte von 1946 bis 1949 Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, mit einem Schwerpunkt auf römischem Recht. Es folgte bis 1953 eine Referendarausbildung in Lüneburg. 1954 bis 1962 war er Verwaltungsbeamter in Lüneburg, 1954 bis 1955 am Oberverwaltungsgericht Lüneburg Assistent des Präsidenten. In dieser Zeit begann er auch mit dem Aufbau seiner Zettelkästen. 1960/61 erhielt Luhmann ein Fortbildungs-Stipendium für die Harvard-Universität, das er nach seiner Beurlaubung wahrnehmen konnte. Dort kam er in Kontakt mit Talcott Parsons und dessen strukturfunktionaler Systemtheorie. Nach seiner Tätigkeit als Referent an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer von 1962 bis 1965 und als Abteilungsleiter an der Sozialforschungsstelle an der Universität Münster in Dortmund von 1965 bis 1968 (1965/66 daneben ein Semester Studium der Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster (Westfalen)) wurde er dort 1966 zum Dr. sc. pol. (Doktor der Sozialwissenschaften) promoviert mit dem bereits 1964 erschienenen Buch Funktionen und Folgen formaler Organisation. Fünf Monate später habilitierte er sich bei Dieter Claessens und Helmut Schelsky mit Recht und Automation in der öffentlichen Verwaltung. Eine verwaltungswissenschaftliche Untersuchung. Mit seiner Berufung 1968 wurde Luhmann der erste Professor der Universität Bielefeld. Dort trug er zum Aufbau der ersten soziologischen Fakultät im deutschsprachigen Raum bei, lehrte und forschte bis zu seiner Emeritierung 1993.[4]

Luhmann heiratete 1960 Ursula von Walter. Aus der Ehe gingen eine Tochter und zwei Söhne hervor.[5] Seine Ehefrau verstarb 1977; danach zog er seine Kinder allein groß.

Nachlass[Bearbeiten]

Luhmanns Kinder stritten jahrelang vor Gericht um die Eigentums- und Urheberrechte an seinem wissenschaftlichen Werk einschließlich des berühmten Zettelkastens, worauf das OLG Hamm im Jahr 2004 entschied, dass allein seiner Tochter die Rechte daran zustehen. Luhmann hatte ihr noch zu Lebzeiten 1995 in einem Vorausvermächtnis alle Urheberrechte zugewendet, da es sein Wunsch war, dass sein geistiges Erbe in einer Hand bleibt. Der Wert seines wissenschaftlichen Nachlasses wird auf einen siebenstelligen Euro-Betrag geschätzt.[6]

Die Universität Bielefeld erwarb mit Unterstützung der Krupp-Stiftung seinen Nachlass 2011, um ein Luhmann-Archiv zu errichten.[7] Wichtigster Teil des Nachlasses ist der ca. 90.000 Zettel umfassende Zettelkasten, den Luhmann seit den 1950er Jahren gepflegt hat und der die Grundlage des umfangreichen Werkes darstellt.[8] In einem von der Nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste geförderten Langzeitprojekt der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Cologne Center for eHumanties (CCeH) [9] werden ab 2015 sowohl der Zettelkasten wie die im Nachlass befindlichen Manuskripte - darunter allein vier verschiedene Versionen einer Gesellschaftstheorie aus den 1960er bis 1990er Jahren - digitalisiert und editiert.[10]

Ehrungen[Bearbeiten]

Charakterisierung des Werkes[Bearbeiten]

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Das Lebenswerk Luhmanns ist eine allgemeine und umfassende Theorie der Gesellschaft, welche gleichermaßen Geltung in der wissenschaftlichen Untersuchung sozialer Mikrosysteme (Liebesbeziehungen) und Makrosysteme (Rechtssystem, Politik) beansprucht. Der Anspruch seiner Theorie auf besonders große Tragweite beruht darauf, dass seine Systemtheorie von der Kommunikation anhebt, und die Strukturen der Kommunikation in weitgehend allen sozialen Systemen vergleichbare Formen aufweisen. Luhmanns Systemtheorie kann als Fortsetzung des radikalen Konstruktivismus in der Soziologie verstanden werden.[12] Er knüpft vor allem an die theoretischen Grundlagen Humberto Maturanas und dessen Theorie autopoietischer Systeme an.[13] Ferner lieferten Edmund Husserl und Immanuel Kant wichtige Voraussetzungen, was den theoretischen Zeitbegriff anbelangt,[14] sowie George Spencer-Brown, was den Form- und Sinnbegriff anlangt.[15] Dem gegenüber bricht Luhmann mit vielen theoretischen Grundannahmen der Soziologie und Philosophie, die in unlösbare Paradoxien hineinführen: z.B. ersetzt er Handlung durch Kommunikation als basalen soziologischen Operationstyp.[16] Er bricht auch mit dem klassischen Subjekt-Objekt-Schema und ersetzt es durch die Leitdifferenz System und Umwelt.[17]

Bereits 1970, also am Anfang seiner produktivsten Lebensphase, lieferten sich Luhmann und der Soziologe Jürgen Habermas, als jüngster Vertreter der Kritischen Theorie, eine ausführliche Kontroverse zu ihren teils gegensätzlichen Theoriemodellen, welche sie mit einer gemeinsamen Publikation „Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie“ dokumentierten.[18] Der wohl wichtigste Streitpunkt dieser Kontroverse war, ob die Soziologie eine moralische Komponente oder eine soziale Utopie (Herrschaftsfreiheit) durchzutragen habe, oder lediglich eine Beschreibung der Gesellschaft nach funktionaler Prämisse leisten müsse.[19] Aus der Sicht Luhmanns fällt die Antwort so aus, dass das Erstere nur auf Kosten des Letzteren möglich ist.[20] Wenn sich die Soziologie an der Kritik oder am Diskurs orientiert, so ist sie damit auch an bestimmte Ausgangslagen gebunden und findet fatalerweise nur zu zeitlich begrenzter Gültigkeit. Um dem zu entgehen, muss Luhmann zufolge die Soziologie eine noch tiefer gelegte Abstraktion der sozialen Dynamik finden, die dafür einen zeitlich höheren Geltungsanspruch verwirklichen kann. Die moralische Bewertung und Kritik des Zeitgeschehens wird dadurch keineswegs ausgeschlossen, im Gegenteil, sie wird lediglich aus der Funktion der Soziologie ausgelagert in andere Bereiche, nämlich Politik oder Ethik. Dieser Schritt sei besonders deshalb erforderlich, weil die Soziologie bis dato weder über einen allgemeinen Begriff noch über eine allgemeine Theorie der Gesellschaft verfügt. Für die Soziologie als Wissenschaft sei es notwendig, dass sie ihren Gegenstand in allgemeiner Weise bezeichnen kann.

Luhmanns Theorie der Gesellschaft geht davon aus, dass die „moderne“ Gesellschaft durch den Prozess der „funktionalen Differenzierung“ gekennzeichnet ist.[21] Die Gesellschaftsstruktur des alten Europa hat sich aufgrund der Komplexitätszunahme eigener Sinnressourcen von der segmentären zur stratifikatorisch-hierarchischen, und weiter zur funktional differenzierten Ordnung umgeformt. In der Moderne lösen sich zunehmend Teilsysteme aus dem Gesamtkontext der Gesellschaft heraus und grenzen sich nach Maßgabe eigener funktionaler Prämissen vom Rest der Gesellschaft ab (Ausdifferenzierung). Die moderne Gesellschaft ist aufgelöst in eine wachsende Vielheit von Teilsystemen, die sich gegenseitig zur Umwelt haben und die strukturell mehr oder weniger fest aneinander gekoppelt sind. Die Gesellschaft überhaupt stellt für jedes einzelne Teilsystem (und für alle Teilsysteme zusammen) einen identischen Hintergrund dar, der funktional auf die Möglichkeit der Kommunikation hin entworfen werden kann.

Luhmann bietet erstmals in der relativ jungen Geschichte der Soziologie (ca. 150–200 Jahre, vergleiche die mindestens 2500 Jahre bestehende Tradition der Philosophie) nach Emil Durkheim, Max Weber und weiteren einen allgemein gültigen und zeitlich konsistenten Begriff der Gesellschaft an[22], welcher die grundlegende Paradoxie aufzulösen vermag, dass die Soziologie selbst ein Teil der Gesellschaft ist, also selbst ein Teil des Gegenstandes ist, den sie wissenschaftlich zu begreifen sucht und dadurch die Unabhängigkeit und Unbedingtheit dessen, als was Gesellschaft bezeichnet wird, entscheidend beeinträchtigt wird. Schließlich wird alles, womit die Soziologie arbeitet – Sprache, Kommunikation, Buchdruck, Problemlagen, Forschungsziele, Geld usw. – von der Gesellschaft bereitgestellt. Wenn sich die Soziologie als unabhängige Wissenschaft behaupten will, muss sie jedoch einen allgemein gültigen Begriff ihres Gegenstandes, der Gesellschaft nämlich, angeben bzw. definieren können. Ohne einen solchen Begriff bliebe die ganze Soziologie nur von instrumenteller Bedeutung.

Um Gesellschaft beschreiben zu können, ist schon vorab zumindest eine vage Vorstellung erforderlich, was überhaupt beobachtet bzw. beschrieben werden soll. Diese Vorstellung ist nicht nur multidimensional und hyperkomplex (Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Politik, Recht, Kultur, usw.), sondern am Ende auch paradox, da jeder Begriff, den sich die Gesellschaft von sich machen könnte, selbst-implikativ und somit im Sinne der Wissenschaftslogik ungültig ist. Wenn diese paradoxe Lage, in der die Soziologie sich befindet, erst einmal erkannt ist, dass also „Gesellschaft“ eine maßlose Überforderung für jeden Intellekt darstellt, und keine Wissenschaft die „ganze“ Gesellschaft überblicken kann, muss die Frage umgedreht werden, zu der Frage, wie es trotzdem möglich ist, dass Teilsysteme sich in der Gesellschaft orientieren können und dennoch relativ stabile Strukturen aufweisen, dass sich dauerhafte Institutionen in der Gesellschaft etabliert haben, welche anscheinend (vielleicht aber auch nur scheinbar) die Lage beherrschen.[23] Die Teilsysteme der Gesellschaft werden im Hinblick auf ihre evolutiven, selbst-stabilisierenden, autopoietischen Strukturen hin beobachtet und geben selbst die Antwort darauf, was Gesellschaft ist, indem sie zeigen, wie sie mit der Komplexität und Paradoxierung der Gesellschaft umgehen. Diesen Beobachtungen hat sich Luhmann mit seinem ganzen Lebenswerk zugewendet.

Bibliographische Zuordnung[Bearbeiten]

Luhmann hat sehr viele Texte und Bücher veröffentlicht. Zwischen 1963 und 1968 erschienen viele Publikationen, die noch thematisch an seine Verwaltungstätigkeit angelehnt waren. Als er 1968 endgültig die universitäre Laufbahn einschlug, erschienen die ersten allgemeinen soziologischen Werke („Zweckbegriff und Systemrationalität. Über die Funktion von Zwecken in sozialen Systemen“), mit denen zugleich auch die Arbeit an der soziologischen Systemtheorie begann. Zwischen 1970 und 1983 erschienen jedes Jahr ein bis drei neue Bücher, in denen er sich Teilproblematiken der Systemtheorie widmete, insbesondere „Soziologische Aufklärung“ (6 Bde.), „Gesellschaftsstruktur und Semantik“ (4 Bde.), „Ausdifferenzierung des Rechts“ und „Liebe als Passion“.

1984 erschien sein (chronologisch) erstes Hauptwerk „Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie“. Mit dem von langer Hand vorbereiteten Entwurf gab Luhmann seiner Systemtheorie zum ersten Mal eine einheitliche Gestalt. Nach „Soziale Systeme“ folgten mehrere Bände über Teilsysteme der Gesellschaft („Die Wirtschaft der Gesellschaft“, „Die Wissenschaft der Gesellschaft“, „Die Kunst der Gesellschaft“) und weitere. In diesen Arbeiten wird mit ausreichend tiefem Rückgriff in die Geschichte des jeweiligen Teilsystems dessen Ausdifferenzierung und Evolution nachvollzogen. Es werden die funktionalen Prämissen, die symbiotischen Mechanismen, die symbolisch generalisierten Kommunikationsmedien, sowie die operative Geschlossenheit und Autopoiesis des Teilsystems und dessen Verhältnis und strukturelle Kopplung zur Umwelt untersucht. Luhmann erbrachte hier eine interdisziplinäre Leistung, wie seine vielfältigen bibliographischen Querverweise belegen. Vollendet wurde dieser Entwurf 1997 durch das zweite Hauptwerk „Die Gesellschaft der Gesellschaft“ (2 Bde.), welches die am weitesten ausgearbeitete Fassung seiner Systemtheorie und seines Gesellschaftsbegriffes darstellt.[24]

Wirkung und Kritik in der Soziologie und darüber hinaus[Bearbeiten]

Die Luhmannsche Systemtheorie (in Abgrenzung zur allgemeinen Systemtheorie von Ludwig von Bertalanffy u. a. sowie zur Theorie sozialer Systeme von Talcott Parsons) gilt derzeit als eine der erfolgreichsten und verbreitetsten Theorien im deutschen Sprachraum, nicht nur in der Soziologie, sondern auch in diversen Feldern wie der Psychologie, der Theorie des Managements oder der Literaturtheorie. Auch international beeinflusst sie den sozialphilosophischen Diskurs, wobei sich nennenswerte Luhmann-Strömungen in Deutschland, den USA, Japan, Italien und Skandinavien herausgebildet haben.

Luhmann bezeichnete sich zwar zeitlebens als Soziologe, doch kann man ihn – ähnlich wie Jürgen Habermas – gleichzeitig auch als Wissenschaftstheoretiker auffassen, der die Soziologie sehr angeregt hat und der eine bemerkenswerte soziologische Urteilskraft besaß. Auch in verschiedenen Bereichen der Philosophie werden Ideen Luhmanns rezipiert.

Das Fehlen eines primär normativen Elements in Luhmanns Systemtheorie hat eine teilweise heftige Debatte nicht nur in der Soziologie entfacht. Aus erkenntnistheoretischer Perspektive wird moniert, die Theorie laufe auf Grund ihres tautologischen, deskriptiven Ansatzes ins Leere und sage nicht mehr über die Welt, als was wir aufgrund fachwissenschaftlicher Erkenntnisse ohnehin schon über sie wissen oder wissen könnten. Genau dieser konstruktivistische Ansatz ist wiederum eine wesentliche Eigenschaft der Theorie: Als Beobachter der Welt können wir nach Luhmann nur das identifizieren und beschreiben, was für uns beobachtbar ist.

Schriften[Bearbeiten]

Grundlegende funktionssystemübergreifende Hauptwerke
Monographien-Reihe über einzelne Funktionssysteme
Einführend
Organisationssoziologie
  • Funktionen und Folgen formaler Organisation (1964)
  • Zweckbegriff und Systemrationalität (1968)
  • Organisation und Entscheidung (2000), ISBN 3-531-13451-5
Zur Gesellschaftsstruktur und Semantik
Abklärung der Aufklärung
  • Soziologische Aufklärung, 6 Bde.
Weitere Werke

Siehe auch[Bearbeiten]

Zahlreiche Begriffe der Soziologie wurden von ihm geschaffen, mehr noch aufgegriffen und systemtheoretisch neu interpretiert. Im Einzelnen:

Als renommierte Wissenschaftler, die an Luhmanns Werk anknüpfen und sich ihm verbunden fühlen, gelten u. a. Dirk Baecker, Elena Esposito, Peter Fuchs, Andreas Göbel, André Kieserling, Armin Nassehi, Rudolf Stichweh, Gunther Teubner und Helmut Willke.

Literatur[Bearbeiten]

Philosophiebibliographie: Niklas Luhmann – Zusätzliche Literaturhinweise zum Thema

Biographien
  • Lilli Nitsche: Backsteingiebel und Systemtheorie. Niklas Luhmann – Wissenschaftler aus Lüneburg. Merlin, Gifkendorf 2011, ISBN 978-3-87536-283-1[25]
Einführungen
Festschriften, Sonstiges, Bibliographien
  •  Niklas Luhmann, Dirk Baecker, Georg Stanitzek (Hrsg.): Archimedes und wir. Interviews. Merve, Berlin 1987, ISBN 3-88396-063-2.
  •  Klaus Dammann (Hrsg.): Wie halten Sie’s mit Außerirdischen, Herr Luhmann? Nicht unmerkwürdige Gespräche mit Niklas Luhmann. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2011, ISBN 978-3-86599-115-7.
  •  Wolfgang Hagen (Hrsg.): Warum haben Sie keinen Fernseher, Herr Luhmann?. Letzte Gespräche mit Niklas Luhmann. Dirk Baecker, Norbert Bolz, Wolfgang Hagen, Alexander Kluge. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2004/2005, ISBN 3-931659-59-3.
  • Tom Peuckert: Luhmann (Hörspiel). Regie: Leonhard Koppelmann, Produktion WDR 2006.
  • Klaus Dammann, Dieter Grunow, Klaus P. Japp (Hrsg.): Die Verwaltung des politischen Systems. Neuere systemtheoretische Zugriffe auf ein altes Thema. Niklas Luhmann zum 65. Geburtstag. Mit einem Gesamtverzeichnis der Veröffentlichungen Luhmanns 1958-1992. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994, ISBN 3-531-12373-4.
  • Dirk Baecker, Jürgen Markowitz, Rudolf Stichweh, Hartmann Tyrell, Helmut Willke (Hrsg.): Theorie als Passion. Niklas Luhmann zum 60. Geburtstag. Frankfurt 1987 (mit Bibliographie).
  • Marvin Chlada: Zettelkasten-Soziologie oder Sind wir nicht alle ein bißchen Luhmann? In: Marvin Chlada, Gerd Dembowski (Hrsg.): Franz Beckenbauer, Dalai Lama, Jenny Elvers und andere Aliens (= Die neuen Heiligen. Reportagen aus dem Medienhimmel. Bd. 2). Aschaffenburg 2001, ISBN 978-3-932-71035-3.
  • Alexander Riegler und Armin Scholl (Hrsg.): Luhmann’s Relation to and Relevance for Constructivist Approaches (= Constructivist Foundations. Bd. 8, H. 1). 2012 (online).
  • Magdalena Tzaneva (Hrsg.): Nachtflug der Eule: 150 Stimmen zum Werk von Niklas Luhmann. Festschrift zum 15. Todestag von Niklas Luhmann. Berlin: LiDi EuropEdition 2013, ISBN 978-3-940011-44-2.
Hilfsmittel
  •  Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi, Elena Esposito: GLU. Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-28826-1 (Nachdruck; stw 1226).
  •  Henk de Berg: Luhmann in literary studies. A bibliography. LUMIS, Siegen 1995 (Als Typoskript gedruckt; LUMIS-Schriften aus dem Institut für Empirische Literatur- und Medienforschung der Universität-Gesamthochschule Siegen Bd. 42).
  • Oliver Jahraus u.a. (Hrsg.): Luhmann-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, ISBN 978-3-476-02368-1.
  •  Detlef Krause: Luhmann-Lexikon. Eine Einführung in das Gesamtwerk von Niklas Luhmann mit 27 Abbildungen und über 500 Stichworten. 4. Auflage. UTB, Stuttgart 2005, ISBN 3-825-22184-9.

Literatur zu Luhmanns Systemtheorie findet sich im Artikel Systemtheorie

Audio[Bearbeiten]

  • Peter Lohmann: Der Streit um den Zettelkasten, Oktober 2003.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Niklas Luhmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Wolfgang Hagen: Warum haben Sie keinen Fernseher, Herr Luhmann? – Letzte Gespräche mit Niklas Luhmann. Berlin 2004/2005, S. 14.
  2.  Detlef Horster: Niklas Luhmann. München 1997, S. 28.
  3. Christian Stöcker/DPA: Mitgliederverzeichnis: Eppler räumt NSDAP-Parteimitgliedschaft ein. In: Der Spiegel, 14. Juli 2007, abgerufen am 30. Mai 2014.  Malte Herwig: Hoffnungslos dazwischen. In: Der Spiegel. Nr. 29, 2007, S. 134 f. (online).
  4.  Niklas Luhmann: „Was ist der Fall?“ und „Was steckt dahinter?“. Die zwei Soziologien und die Gesellschaftstheorie. Bielefeld 1993, S. 3.
  5. Biografie Niklas Luhmann. In: 50 Klassiker der Soziologie. Website der Universität Graz.
  6. Luhmanns Erbe öffnet sich. In: die taz, 30. Juli 2004.
  7. Andreas Rosenfelder: Karteileichen pflastern seinen Weg. welt.de, 4. Februar 2011, abgerufen am 4. Februar 2011: „Der Zettelkasten, auch nach Ansicht vieler Luhmann-Schüler für Dritte völlig unbenutzbar, ist kein Baukasten für kommende Großtheorien. Er ist so etwas wie eine hölzerne Witwe. Alle Versuche, ihm Luhmanns Geheimnis zu entreißen, dürften vergeblich bleiben.“
  8. a b Peter Lohmann: Der Streit um den Zettelkasten. Radioreportage, Oktober 2003, hochgeladen am 19. November 2009 auf YouTube.
  9. Neues Langzeitforschungsprojekt „Niklas Luhmann – Theorie als Passion". Abgerufen am 8. November 2014.
  10. niklas-luhmann-archiv.de. Abgerufen am 12. Dezember 2014.
  11. Beschluss des Rates der Stadt Lüneburg zur Benennung der Niklas-Luhmann-Straße im Baugebiet Brockwinkler Weg. In: Lüneburg.de.
  12. Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi, Elena Esposito: GLU – Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. stw, Frankfurt am Main 1997, S. 100, Beitrag über Konstruktivismus.
  13. Claudio Baraldi, Giancarlo Corsi, Elena Esposito: GLU – Glossar zu Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. stw, Frankfurt am Main 1997, S. 29, Beitrag über Autopoiesis.
  14. Armin Nassehi: Die Zeit der Gesellschaft. Auf dem Weg zu einer soziologischen Theorie der Zeit. Westdeutscher Verlag, Opladen 1993, S. 59–62.
  15. Siehe dazu Felix Lau: Die Form der Paradoxie – Eine Einführung in die Mathematik und Philosophie der „Laws of Form“ von G. Spencer Brown. Auer 2005, S. 147–151, Kapitel Exkurs in die Systemtheorie von Niklas Luhmann.
  16. „… die hier skizzierte, im Folgenden auszuarbeitende Theorie der Systemdifferenzierung [bezieht] sich auf Kommunikation und nicht auf Handlungen. Wer Handlungen beobachtet, wird typisch mehrere Systemzugehörigkeiten feststellen können, allein schon deshalb, weil der Handelnde selbst körperlich und mental als Zurechnungspunkt fungiert und außerdem eine Handlung sich, nach Motiven und Wirkungen, an mehreren Funktionssystemen beteiligen kann. […] Nur wenn man von Handlung auf Kommunikation umstellt, wird es notwendig, die Elementareinheiten der Systembildung rekursiv durch Bezug auf andere Operationen desselben Systems zu definieren. Ein Handlungstheoretiker kann sich mit der Feststellung einer Intention, eines »gemeinten Sinnes« einer Handlung begnügen.“ Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft. stw, Frankfurt am Main 1997, S. 608.
  17. „Die Relation von Erkennen und Erkanntem ist für Niklas Luhmann nicht länger interessant, ebensowenig wie die des Menschen als autonom handelndes und erkennendes »Subjekt« gegenüber der Welt. Für einen mit der neuzeitlichen Erkenntnistheorie vertrauten philosophischen Betrachter erhält diese Theorieumstellung einige unplausible Aspekte, denn es scheint unbezweifelbar, daß es »jemand« ist, der erkennt, und daß es »etwas« ist, das er erkennt. Im Sinne einer »unplausiblen Annahme«, wie Luhmann sagt, gilt es zunächst nachzuvollziehen, was geschieht, wenn an die Stelle der traditionellen Subjekt/Objekt-Relation ein funktionales Äquivalent tritt: die selbstimplikative Unterscheidung von System und Umwelt.“ Andreas Dammertz: Die Theorie selbstreferentieller Systeme von Niklas Luhmann als konsequente Fortführung traditioneller erkenntnistheoretischer Ansätze. Dissertation, Universität Duisburg 2001, Zitat S. 3 f., siehe weiter S. 146–151.
  18. Jürgen Habermas, Niklas Luhmann: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie – was leistet die Systemforschung? 10. Auflage. Suhrkamp stw, Frankfurt am Main 1990.
  19. Klaus Eder: Komplexität, Evolution und Geschichte. In: Supplement 1, Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie – Beiträge zur Habermas-Luhmann-Diskussion. stw, Frankfurt am Main 1973, S. 9–13.
  20. Jürgen Habermas, Niklas Luhmann: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie – was leistet die Systemforschung? 10. Auflage. stw, Frankfurt am Main 1990, S. 398–405.
  21. Zum Begriff funktionaler Differenzierung Niklas Luhmann: Soziologische Aufklärung. Bd. 4. Westdeutscher Verlag, Opladen 1994, S. 34–37.
  22. Lothar Eley: Transzendentale Phänomenologie und Systemtheorie der Gesellschaft. Rombach, Freiburg 1972, S. 102–110, Kapitel Systemtheorie der Gesellschaft und Erscheinung. Zum Problem der Gesellschaft als Gegenstand der Soziologie F. H. Tenbruck: Emil Durkheim oder die Geburt der Gesellschaft aus dem Geiste der Soziologie. In: Zeitschrift für Soziologie Bd. 10 Heft 4, 1981, S. 333–350, besonders S. 335, Abschnitt Die Gesellschaft – eine Hypothek der Soziologie.
  23. Dazu Niklas Luhmann: Die Gesellschaft der Gesellschaft. stw, Frankfurt am Main 1997, S. 29–35.
  24. Siehe hierzu Simone Rastelli: Niklas Luhmann: Der Mann mit dem Zettelkasten. In: NDR.de, 20. Oktober 2008 (online).
  25. Erbetene Ohrfeige. In: FAZ. 27. Januar 2012, S. 34.