Niklasdorf
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| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
| Bundesland | Steiermark | |
| Politischer Bezirk | Leoben (LN) | |
| Fläche | 15,17 km² | |
| Koordinaten | 47° 25′ N, 15° 10′ O47.41666666666715.166666666667521Koordinaten: 47° 25′ 0″ N, 15° 10′ 0″ O | |
| Höhe | 521 m ü. A. | |
| Einwohner | 2587 (31. Dez. 2008) | |
| Bevölkerungsdichte | 171 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl | 8712 | |
| Vorwahl | 03842 | |
| Gemeindekennziffer | 6 11 10 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung |
Hauptplatz 1 8712 Niklasdorf |
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| Offizielle Website | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister | Joachim Schauer (SPÖ) | |
| Gemeinderat (2005) (15 Mitglieder) |
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| Lage der Marktgemeinde Niklasdorf | ||
Niklasdorf ist eine Marktgemeinde im Bezirk Leoben, Bundesland Steiermark, Republik Österreich.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemeines
Östlich der steirischen Montanstadt Leoben liegt die durch die Papierindustrie bekannt gewordene Marktgemeinde Niklasdorf.
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Lage
Niklasdorf liegt im Murtal, nahe dem Mündungsgebiet Mürztal in der Obersteiermark. Das Gemeindegebiet umfasst 15,20 Quadratkilometer und liegt auf einer Seehöhe von 527 m im Ortskern. Die nördliche Grenze bildet der Fluss Mur auf einer Länge von mehr als einem Kilometer. Die Entfernung nach Leoben beträgt in etwa 7 km, nach Bruck an der Mur 10 km. Die Nachbargemeinden sind Proleb und Leoben im Bezirk Leoben und Oberaich im Bezirk Bruck an der Mur.
[Bearbeiten] Landschaft
Weit mehr als die Hälfte des Gemeindegebietes ist Wald, ein Fünftel Äcker und Wiese und ca. 50 Hektar Almen.
[Bearbeiten] Gliederung
Die Ortschaften Niklasdorf, Waltenbach, Niklasdorfgraben und Foirach bilden die Marktgemeinde Niklasdorf. Politisch gliedert sich die Gemeinde in drei Katastralgemeinden (Niklasdorf, Foirach und Niklasdorfgraben).
[Bearbeiten] Klima
Kontinentales Klima mit relativ warmen Sommern,doch häufigen Kaltlufteinbrüchen und Sommerregen herrscht vor, die Winter sind recht streng und zeigen enorme Temperaturschwankungen. Die Niederschläge fallen verhältnismäßig gering aus.
[Bearbeiten] Bevölkerung
| Bevölkerungs- entwicklung Quelle: Statistik Austria (2008) |
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||||
| 1869 | 541 | |||||
| 1880 | 621 | |||||
| 1890 | 785 | |||||
| 1900 | 1.001 | |||||
| 1910 | 1.481 | |||||
| 1923 | 1.855 | |||||
| 1934 | 2.444 | |||||
| 1939 | 2.630 | |||||
| 1951 | 3.180 | |||||
| 1961 | 3.350 | |||||
| 1971 | 3.365 | |||||
| 1981 | 3.349 | |||||
| 1991 | 2.987 | |||||
| 2001 | 2.697 | |||||
| 2008 | 2.574 | |||||
[Bearbeiten] Einwohner
Mit 2574 Einwohnern (Stand März 2008) nimmt Niklasdorf den fünften Platz der bevölkerungsreichsten Gemeinden im Bezirk Leoben ein. Außerdem ist sie nach St. Michael in der Obersteiermark die einwohnerstärkste Marktgemeinde vom Bezirk. 1971 erreichte Niklasdorf mit 3.365 Einwohnern die höchste Population der Geschichte. Der stetige Bevölkerungsrückgang ist hauptsächlich durch die hohe Abwanderungsrate (-5 % 1991 - 2001) und die niedrige Geburtenziffer (-4,4 % 1991 - 2001) verursacht. Die Einwohnerdichte beträgt 170 Einwohner je Quadratkilometer.
| Bevölkerung nach Familienstand Quelle: Statistik Austria (2001) |
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Merkmal | in % | Gesamt | Männer | Frauen | ||
| ledig | 36,9 | 996 | 548 | 448 | ||
| verheiratet | 44,0 | 1187 | 598 | 589 | ||
| verwitwet | 11,2 | 301 | 53 | 248 | ||
| geschieden | 7,9 | 213 | 89 | 124 | ||
[Bearbeiten] Einwohner nach Altersgruppen
Die Bevölkerung setzt sich aus 52,6 % (1355) Frauen und 47,6 % Männer (1219) zusammen, woraus sich ein leichter Überschuss von 136 Personen der weiblichen Einwohner ergibt (Stand 2008), was auf die höhere Lebenserwartung der Frauen zurückzuführen ist. Ab dem 60. Lebensalter ist eine Zunahme der weiblichen Bevölkerung zu verzeichnen.
| Bevölkerung nach Altersgruppen (in Jahren) Quelle: Statistik Austria (2008) |
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Merkmal | in % | Gesamt | Männer | Frauen | ||
| bis unter 15 | 11,9 | 306 | 153 | 153 | ||
| 15 - 64 | 65,5 | 1685 | 836 | 849 | ||
| 65 und älter | 22,6 | 583 | 230 | 353 | ||
[Bearbeiten] Ausländerquote
Die Ausländerquote liegt mit 5,2 % (133) bedingt durch die Lage als Industriestandort ähnlich der Bezirkshauptstadt Leoben erhöht im Landesdurchschnitt. Während 1991 nur 2,3 % (1717) Nicht-Österreicher im Bezirk Leoben verzeichnet waren, hat sich die Zahl bis heute bereits verdoppelt. Da Niklasdorf zusammen mit Leoben, Vordernberg, St. Michael in der Obersteiermark und Eisenerz am stärksten von der Abwanderung inländischer Staatsbürger betroffen ist, wird die Außenzuwanderung als positiver Nettoeffekt in demografischer Hinsicht gewertet. Sie dämmt den Bevölkerungsverlust ein und liefert einen Beitrag zur Verbesserung der Altersstruktur. Die meisten Nicht-Österreicher kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien (84), gefolgt von der Türkei (12) und Deutschland (10). 8,1 % (208) hatten bei der Geburt keine österreichische Staatsbürgerschaft.
[Bearbeiten] Sprachen
95 % der Bevölkerung der Marktgemeinde Niklasdorf sprechen Deutsch mit obersteirischen Regionaldialekten, gefolgt von Sprachen aus dem ehemaligen Jugoslawien (bes. Kroatisch, Bosnisch und Slowenisch). Die drittstärkste Sprache ist Türkisch. Etwa 30 Einwohner sprechen andere Sprachen.
[Bearbeiten] Religion
Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zur römisch-katholischen Kirche. Bereits Ende des 11. Jahrhunderts wurde die Kirche namens "St. Nikolaus in Micheldorf" vom Stift Göss errichtet. Die Evangelisten liegen an zweiter Stelle deutlich in der Minderheit und haben im Gemeindegebiet kein eigenes Gotteshaus. Der Islam und die Orthodoxen bleiben geringfügig. Die Zahl der Konfessionslosen beträgt bereits weit über 10 % mit steigender Tendenz.
[Bearbeiten] Geschichte
Archäologische Ausgrabungen beweisen die Besiedelung der Region in frühester Zeit.
[Bearbeiten] Paläolithikum und Mesolithikum
Aus der Alt- und Mittelsteinzeit (100.000 - 4.000 v. Chr.) wurden einige Knochenwerkzeuge in den umliegenden Höhlen (z. B. Drachenhöhle bei Mixnitz) entdeckt. Der bekannteste Fund aus dieser Zeit im Niklasdorfer Gemeindegebiet ist ein Backenzahn eines Mammuts.
[Bearbeiten] Neolithikum
In der Jungsteinzeit (4.000 - 2.300 v. Chr.) begann die bäuerliche Besiedelung der Obersteiermark. Zahlreiche Steinbeile wurden im nahen Mühltal und Nennersdorf gefunden.
[Bearbeiten] Bronzezeit
Die Bronzezeit (2300 - 1200 v. Chr.) wird oft als der Beginn des Berg- und Hüttenwesens bewertet, die einen großen wirtschaftlichen und kulturellen Stellenwert in dieser Region einnimmt (Steirische Eisenstrasse). Im Bezirk Leoben bezeugen kostbare Funde aus dieser Zeit (z. B. Griffzungenschwert aus Donawitz). Zwei Gewandnadeln entstammen aus Niklasdorf.
[Bearbeiten] Eisenzeit
Mit zunehmenden Grabbeigaben aus Eisen wurde eine neue Epoche eingeleitet (Eisenzeit - ab 800 v. Chr.). Etwa im 4. Jahrhundert wurde durch Zuwanderung der Kelten die illyrisch bezeichnete Bevölkerung vermischt und das Königreich Noricum gegründet. Noricum wurde im Jahr 15 v. Chr. unter Kaiser Augustus Teil des römischen Reichs. Zunächst behielt es eine eingeschränkte Autonomie als tributpflichtiges Fürstentum, doch unter Kaiser Claudius (41–54 n. Chr.) wurde es endgültig eine römische Provinz. Kaiser Claudius ließ auch die Strassenverbindung ausbauen und verbessern. Ein Relikt aus dieser Zeit ist die Römerbrücke bei St. Dionysen. Der Raum Leoben gehörte in der römischen Kaiserzeit noch zum ausgedehnten Stadtbezirk von Flavia Solva (bei Leibnitz), teilweise auch zu jenem von Lauriacum (Lorch, Oberösterreich). Aus dieser Zeit sind römerzeitliche Inschriftensteine aus dem Raum Leoben bekannt. Im 5. Jahrhundert zerbrach das Römische Reich und somit auch die Provinz Noricum.
[Bearbeiten] Herzogtum Karantanien - Karolingisch-fränkische Herrschaft
Im 6. Jahrhundert besiedelten slawische Bevölkerungsgruppen die Region und gründeten das Herzogtum Karantanien. Zahlreiche Orts- und Flurnamen blieben bis heute erhalten (z. B. Leoben, Donawitz, Proleb, Mötschlach, Mugel u. a.), wobei die slawischen Namen entlang der alten Römerstraße westlich der Mur dominieren. Östlich der Mur überwiegen deutsche Siedlungsbezeichnungen.
Im 8. Jahrhundert drängten die Karantanen mit Hilfe der Bayern die einfallenden Awaren zurück und gerieten dadurch unter bayerische Oberhoheit und ab 788 unter karolingisch-fränkische Herrschaft. Aus dieser Zeit wurden Gräberfelder in Proleb, Trofaiach und Brunn bei St. Michael entdeckt. 828 wurde Karantanien wieder bayrisch.
Ausgehend vom Bistum Salzburg im 8. Jahrhundert begann die christliche Missionierung der Obersteiermark und die ersten Kirchen entstanden. Im Jahre 860 werden in einer Schenkungsurkunde König Ludwigs des Deutschen für das Erzstift Salzburg die Orte St. Michael ob Leoben (ad Liestinicham) und Bruck (ad Pruccam) genannt, wo sich offenbar karolingische Gutshöfe befanden. St. Michael ist die Urpfarre für das spätere Niklasdorf.
Am 10. März 904 zu Ingolstadt schenkte König Ludwig das Kind (der einzig legitime Sohn Kaiser Arnulf von Kärnten) dem Aribo II (Graf zu Göss-Schladnitz) 20 Huben mit einem ummauerten Hof an der Schladnitz-Mündung zu freiem Eigen. Ausgehend von diesem Hof nahm sich Arbo flußabwärts zu beiden Seiten der Mur 1800 Joch Land. Je nach Forschungsmeinung könnte es sich um die späteren Katastralgemeinden Schladnitz, Schladnitzgraben, Göß, Gößgraben, Leoben, Mühltal, Niklasdorf, Niklasdorfgraben, Foirach, Streitgarn, Forstwald, Oberaich bzw. Leitendorf, Waasen-Vorstadt, vielleicht einen Teil von Donawitz, Picheldorf und Oberdorf gehandelt haben. Obwohl nur der Hof zu Schladnitz urkundlich erwähnt wurde, kann man von mehreren Gehöften ausgehen, da Arbo II das ausgewählte Land "cum curtilibus", also mit dem daraufstehenden Hof übertragen wurde. Teile dieser in der Obersteiermark einzigartigen Herrenhöfe sind bis heute also sogenannte "Moarhöfe" erhalten geblieben.
1004 wurde das Stift Göss, das älteste Stiftskloster der Steiermark gegründet. Am 13. April 1148 wurden im französischen Reims die Besitztümer des Stiftes durch den Papst bestätigt,wobei auch die "ecclesia Sancti Nicholai de Michlindorfr" dazu gehörte. Dies ist die älteste bekannte Erwähnung von Micheldorf, dem heutigen Niklasdorf und wurde 1998 zum Anlaß für die 850-Jahr-Feier verwendet.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderäte
- Gemeindevorstand
- Joarchim Schauer (Bürgermeister, SPÖ)
- Gertrude Vogel (Vizebürgermeister, SPÖ)
- Johann Marak (Gemeindekassier, SPÖ)
- Gemeinderäte
- Ferdinand Zechner (SPÖ)
- Margot Stummer (SPÖ)
- Anna Hirschberger (SPÖ)
- Peter Wagner (SPÖ)
- Josef Zeismann (SPÖ)
- Barbara Fischer (SPÖ)
- Christian Plank (SPÖ)
- Karl Kraker (SPÖ)
- Daniela Fischer (SPÖ)
- Edwin Kobald (SPÖ)
- Hans Kainrath (ÖVP)
- Hannelore Fratzl (ÖVP)
[Bearbeiten] Weblinks
- http://www.niklasdorf.info - Homepage der Marktgemeinde Niklasdorf
- Gemeindedaten von Niklasdorf bei der Statistik Austria
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