Nikolai Onufrijewitsch Losski

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Nikolai Onufrijewitsch Losski (um 1900)

Nikolai Onufrijewitsch Losski (russisch Никола́й Ону́фриевич Ло́сский; * 24. Novemberjul./ 6. Dezember 1870greg. Krāslava, Gouvernement Witebsk; † 24. Januar 1965 in Sainte-Geneviève-des-Bois bei Paris) war ein russischer Philosoph, Theologe und Logiker. Er war Vertreter einer intuitionistischen Erkenntnistheorie und stark von der russisch-orthodoxen Kirche beeinflusst.

Biografie[Bearbeiten]

Losski war von 1901 bis 1905 im Deutschen Kaiserreich und führte philosophische Studien bei Wilhelm Windelband in Strassburg, Wilhelm Wundt in Leipzig und Georg Elias Müller in Göttingen durch. Er erhielt 1907 den Doktortitel der Philosophie. Nach seiner Rückkehr in das Russische Reich wurde er Privat-Dozent und bald darauf Assistenzprofessor der Philosophie an der Universität Sankt Petersburg. 1916 wurde er vollwertiger Professor.

Nach der Machtübernahme der Bolschewiki im Jahr 1917 begann er sich verstärkt für ein religiöses und geistiges Wiedererwachen in Sowjetrussland einzusetzen, während er gleichzeitig die Gewaltexzesse des Russischen Bürgerkriegs kritisierte. Er überlebte mit Glück einen Fahrstuhlunfall, der ihn dazu veranlasste, sich zu seinem Russisch-Orthodoxen Glauben zu bekennen und die Kirche unter Leitung von Pawel Alexandrowitsch Florenski offen zu unterstützen. Daraufhin verlor Losski seine Professorenstelle und wurde im November 1922 mit dem Philosophenschiff aus Sowjetrussland ausgewiesen.

Er wurde von Tomáš Masaryk an die Russische Universität in Prag eingeladen und wurde dort Teil einer Gruppe von ausgebürgerten russischen Philosophen, der unter anderen Nikolai Berdjaew, Sergei Nikolajewitsch Bulgakow und Peter Berngardowitsch Struwe angehörten. Von 1942 bis 1945 lehrte Losski an der Universität Bratislawa.

Losski floh 1945 nach Paris und hielt Vorlesungen am Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge. 1947 nahm er eine Lehrstelle für russisch-orthodoxe Theologie im Theologischen Seminar St. Wladimir in New York an. 1961 kehrte er nach dem Tod seines Sohnes Vladimir Lossky nach Frankreich zurück. 1965 starb er dort nach langer Krankheit.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Grundlegung des Intuitivismus; (deutsch) 1908
  • Handbuch der Logik; (deutsche Übersetzung von W. Sesemann) B.G. Teubner Verlag Berlin Leipzig 1927
  • История русской философии; 1951 (Geschichte der Russischen Philosophie, online)

Weblinks[Bearbeiten]