Nikolaus Brender
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während einer Podiumsdiskussion zum Thema Die Macht der Bilder während der Ausstellung X für U – Bilder, die lügen
Nikolaus Johannes Edmund Brender [1] (* 24. Januar 1949 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Fernsehjournalist und Medienmanager. Brender ist seit 2000 Chefredakteur des ZDF.
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[Bearbeiten] Lebenslauf
Nach dem Besuch des Kollegs St. Blasien studierte Brender Rechts- und Politikwissenschaft an den Universitäten Freiburg im Breisgau, München und Hamburg und absolvierte 1978 das erste juristische Staatsexamen. In München wurde er Mitglied der K.D.St.V. Aenania München im CV. In seiner Jugend war er Mitglied der CDU/CSU-Jugendorganisation Junge Union,[2] gehört heute aber keiner Partei an.[3]
Seit 1978 arbeitet Brender als Journalist, zunächst beim Südwestfunk (bis 1982) und bei der Zeit (bis 1980), danach als Redakteur bei den Tagesthemen. Von 1984 bis 1989 war er ARD-Korrespondent für Südamerika mit Sitz in Buenos Aires, danach bis 1993 Auslandschef des WDR und Moderator des Weltspiegels. 1994 wurde er Politik-Chefredakteur beim WDR, 1997 Programmchef des Senders. Seit dem 1. April 2000 ist Brender Chefredakteur des ZDF.
2006 bewarb sich Brender um die Intendanz beim Westdeutschen Rundfunk (WDR). Er zog seine Kandidatur jedoch kurz vor der Wahl durch den WDR-Rundfunkrat zurück wie auch seine Mitbewerber der SR-Intendant Fritz Raff und NDR-Justiziar Werner Hahn.
Brender ist mit der Ärztin Carola Brender verheiratet und hat mit ihr eine Tochter.[1]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Brender ist Träger des Grimme-Preises (1988), des Bayerischen Fernsehpreises (1990) [4] und erhält 2009 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.[5]
[Bearbeiten] Wahrnehmung in der Öffentlichkeit
[Bearbeiten] Berliner Runde 2005
Während der sogenannten „Elefantenrunde“ (Berliner Runde) mit den wichtigsten Parteivorsitzenden nach den vorgezogenen Bundestagswahlen am 18. September 2005 erwarb er sich als Ko-Moderator durch seine standhafte Haltung gegenüber Gerhard Schröders Vorwürfen der Parteilichkeit auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Öffentlichkeit Respekt.[6]
[Bearbeiten] Osthoff-Interview
Als verantwortlicher Redakteur geriet Brender für die Kürzung und Sendung eines Interviews am 28. Dezember 2005 in der Nachrichtensendung heute-journal mit dem Entführungsopfer Susanne Osthoff in die Kritik, das im Vorfeld zunächst als „Mediencoup“ und „Scoop“ angekündigt wurde. In einem Beitrag der FAZ [7] wurde Brender zum Vorwurf gemacht, dass er zwar Osthoffs durch die 25-tägige Geiselhaft in Mitleidenschaft gezogene seelische Verfassung erkannt, aber dennoch nicht zu ihrem Schutz berücksichtigt habe. Gegenüber der FAZ [8] argumentierte Brender mit dem Öffentlichen Interesse und mit dem Hinweis darauf, dass mit Osthoff fünf Vorgespräche geführt wurden. Nach der Sendung des ZDF-Interviews nahm die ARD vorläufig davon Abstand, Osthoff zu interviewen.[9]
[Bearbeiten] Einmischung der CDU
Im Februar 2009 kündigte die Mehrheit der Unionsparteien im 14-köpfigen ZDF-Verwaltungsrat, insbesondere dessen stellvertretender Vorsitzender Roland Koch an, Brenders bis März 2010 laufenden Vertrag nicht zu verlängern.[10] Der Moderator des ZDF-Heute-Journals, Claus Kleber, kritisierte diesen Vorgang mit den Worten: „Es darf nicht sein, dass parteipolitische Seilschaften wieder versuchen, nach parteipolitischen Kriterien Journalistenposten im ZDF zu bestimmen.“[10] Unterstützt wurde er in einem offenen Protestbrief von allen Hauptredaktionsleitern sowie unter anderem von Maybrit Illner, Marietta Slomka, Guido Knopp, Claus Richter und Peter Frey. In dem Schreiben wird unter anderem vor einer „gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität“ und einem „schwerwiegender Eingriff in die Rundfunkfreiheit gewarnt“.[11]
Nach einer Reihe von Beiträgen der FAZ, die sich gegen die fortwährende Einmischung von CDU-Politikern wandten, warf der FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher Hessens Ministerpräsident Koch „eine ultimative Entmündigung der Öffentlichkeit“ vor.[12] Da sich Intendant Markus Schächter für Brenders Vertragsverlängerung eingesetzt hat, wurde auch er von der CDU kritisiert. Im Falle einer Mehrheit für Brenders Absetzung wird Schächter von seinem Amt zurücktreten.[13] Am 13. März 2009 gab Schächter bekannt, ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben zu haben, das die Kompetenzen des Verwaltungsrates bei der Direktorenwahl klären soll. Mit einem Ergebnis wird erst nach den Bundestagswahlen im September 2009 gerechnet.[14] Sein Vorgehen wurde vom 77-köpfigen ZDF-Fernsehrat unterstützt.
Der allgemeinen Kritik am Verhalten Kochs schlossen sich die früheren FDP-Bundesvorsitzenden Wolfgang Gerhardt und Otto Graf Lambsdorff in der FAZ an.[14] „Die von Unionsseite angestoßene Debatte ist völlig kontraproduktiv“, meinte Gerhardt. Koch habe mit seinen Äußerungen das Vorurteil der parteipolitischen Einflussnahme im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bestätigt.[14] Bei der Sitzung des Verwaltungsrats am 27. März 2009 verhinderten Edmund Stoiber (CSU) und der ehemalige CDU-Bundesgeschäftsführer Willi Hausmann eine Anhörung von Brender.[15]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b „Vanity Faces. Nikolaus Brender“, Vanity Fair, 2006
- ↑ Hans Leyendecker: „Beim ZDF spielt die Politik Macht mit Chefredakteur Brender“, Süddeutsche Zeitung, 23. Februar 2009
Michael Hanfeld: „Mit dem Zweiten schwarz sehen“, FAZ, 17. Februar 2009 - ↑ „Mit dem Zweiten rangelt es sich besser“, Netzeitung, 25. Februar 2009
- ↑ Kurzbiografie zu Brender beim ZDF
- ↑ „ZDF-Chefredakteur für Qualität und Unabhängigkeit geehrt“, tagesschau.de, 27. März 2009
- ↑ Rüdiger Ditz: „TV-Elefantenrunde. Kanzler im Siegesrausch“, Spiegel Online, 18. September 2005
Gesprächsauszüge aus der Berliner Runde, Die Welt, 20. September 2005
„Nikolaus Brender zur Medienschelte des Kanzlers“, Die Welt, 20. September 2005 - ↑ Patrick Bahners: „Susanne Osthoff. Bearbeitet“, FAZ, 30. Dezember 2005
- ↑ Michael Hanfeld: „Entführung. Der Fall Osthoff“, FAZ, 23. Januar 2006
- ↑ „ARD verzichtet vorerst auf Osthoff-Interview“, Tagesspiegel, 2. Januar 2006
„ARD will vorerst kein Osthoff-Interview“, Netzeitung, 2. Januar 2006 - ↑ a b Spiegel Online: „Polit-Eklat beim ZDF - Kleber attackiert Partei-Seilschaften“, 20. Februar 2009
- ↑ „ZDF-Prominenz will Chefredakteur vor Absetzung durch Union retten“, Spiegel online, 20. Februar 2009
- ↑ Frank Schirrmacher: „Der Fall Brender. Angriff auf das ZDF“, FAZ, 9. März 2009
- ↑ Kai-Hinrich Renner: „Machtkampf. CDU fürchtet Rücktritt von ZDF-Intendant Schächter“, Die Welt, 10. März 2009
- ↑ a b c Michael Hanfeld: „Machtkampf ums ZDF. Er ist und bleibt mein Kandidat“, FAZ, 13. März 2009
- ↑ Michael Hanfeld: „Brender wurde nicht einmal angehört“, FAZ, 30. März 2009
[Bearbeiten] Weblinks
- Informationen über Nikolaus Brender, ZDF
- „Wer ist Nikolaus Brender?“ Tagesspiegel, 15. März 2009, von Bernd Gäbler
- Fernseh-Reportage
- „Große Solidarität - ZDF wehrt sich gegen politische Intrigen.“ Fernseh-Reportage, Deutschland, 2009, 8:56 Min., Buch und Regie: Grit Fischer, Josy Wübben, Produktion: NDR, Zapp, Erstsendung: 25. Februar 2009
- Osthoff-Interview
- „Vermummt und wirr“, taz, 30. Dezember 2005
- „Bearbeitet. Die verwirrte Susanne Osthoff ist ein Produkt des ZDF“, FAZ, 30. Dezember 2005, von Patrick Bahners
- „"Verstehen Sie?" Der Fall Susanne Osthoff und die Medien“, Telepolis, 3. Januar 2006, Interview-Analyse, Medien- und ZDF-Kritik
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brender, Nikolaus |
| ALTERNATIVNAMEN | Brender, Nikolaus Johannes Edmund (voller Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist, Chefredakteur des ZDF |
| GEBURTSDATUM | 24. Januar 1949 |
| GEBURTSORT | Freiburg im Breisgau |

