Nikolaus II. (Lothringen)

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Nikolaus Franz, Herzog von Lothringen
Wappen

Nikolaus Franz von Vaudémont (* 6. Dezember 1609; † 25. Januar 1670) war Bischof von Toul und Kardinal, sowie kurze Zeit Herzog von Lothringen und Bar. Er war der jüngere Sohn von Herzog Franz II. und Christine von Salm.

Biografie[Bearbeiten]

Als jüngerer Sohn für den Kirchendienst vorgesehen, wurde er 1624 (13-jährig) Bischof von Toul und zwei Jahre später bereits Kardinal.

Sein Bruder, Herzog Karl IV., hatte sich nach seinem Regierungsantritt mit dem Kaiser verbündet sowie die Gegner Richelieus unterstützt, so dass Frankreich im September 1633 mit der Besetzung Lothringens reagierte. Karl hielt es daraufhin für einen gangbaren Weg, zurückzutreten (19. Januar 1634), damit sein den Franzosen unbelasteter erscheinender Bruder den Thron besteigen konnte. Nikolaus Franz erhielt von Karl die Erlaubnis, seine Kusine Claudia von Lothringen (die Schwester seiner Schwägerin) heiraten zu dürfen. So sollte das Land auf jeden Fall in der Familie bleiben. Er informierte den Papst über die Gründe für seinen Rücktritt von den kirchlichen Ämtern, und heiratete am 17. Februar 1634 – gegen den Willen des französischen Königs.

Dies und die ablehnende Haltung des lothringischen Volks gegen die Besatzung brachte die Franzosen dazu, die herzogliche Familie in ihrem Schloss unter Hausarrest zu stellen. Nikolaus und Claudia gelang am 1. April 1634 jedoch die Flucht. Sie flohen in die Franche Comté, nach Italien, kamen im August 1636 nach München und ließen sich schließlich für 18 Jahre in Venedig nieder.

1654, nach der Verhaftung seines Bruders, stellte er sich an die Spitze einer lothringischen Armee. Nach der Weigerung Spaniens, an Karl Freilassung mitzuwirken, traten er und sein Sohn Karl Leopold in französische (!) Dienste, und erreichte durch seine militärischen Leistungen (Dünenschlacht 14. Juni 1658 bei Dünkirchen), dass sein Bruder freigelassen und im Jahr darauf als Herzog wieder eingesetzt wurde.

Nachkommen[Bearbeiten]

Er heiratete am 17. Februar 1634 in Lunéville seine Kusine Claudia von Lothringen (* 1612; † 1648), Tochter von Herzog Heinrich II. und Margarete von Mantua. Ihre Kinder waren:

  • Ferdinand Philipp (* 1639; † 1659)
  • Karl V. (* 1643; † 1690), Titularherzog von Lothringen
  • Anne Eleonore (* 1645; † 1646)
  • Anne Marie († jung)
  • Marie Anne Thérèse (* 1648; † 1661), Äbtissin von Remiremont

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Jean VII. Porcelet de Maillane Bischof von Toul
1624–1634
Charles Chretien de Gournay