Nikon D200

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nikon D200
Nikon D200 front (aka).jpg
Typ: DX-Format-DSLR
Objektiv: F-Bajonett
Bildsensor: CCD
Sensorgröße: 23,6 × 15,8 mm
Auflösung: 10,2 Mio. Pixel
Bildgröße: 3.872 × 2.592 Pixel
Formatfaktor: 1,523
Dateiformate: NEF (Rohdaten) mit 12 Bit Farbtiefe pro Kanal, NEF mit nahezu verlustfreier Komprimierung, JPEG mit 8 Bit Farbtiefe pro Kanal, drei Bildgrößen, zwei Komprimierungsstufen, drei Qualitätsstufen (alles frei kombinierbar), NEF und JPEG gleichzeitig
ISO-Empfindlichkeit: 100 bis 1600, zusätzlich bis 3200
Sucher: Optischer Pentaprismensucher
Bildfeld: ca. 95 %
Vergrößerung: 0,94-fach bei 50 mm Brennweite
Bildschirm: Farb-TFT-LCD
Größe: 2,5 Zoll
Auflösung: 230.000
Anzahl Reihenaufnahmen: 5 Bildern/Sekunde
Autofokus (AF): Modul Nikon Multi-CAM1000
Belichtungsmessung: 3D-Color-Matrixmessung II mit 1.005-Segment-RGB-Sensor, Mittenbetont, Kreisdurchmesser wählbar, Spotmessung, in der Mitte des aktiven Fokusmessfelds
Messbereich: 0 bis 20 LW (mittenbetonte und Matrixmessung), 2 bis 20 LW (Spotmessung)
Korrektur: −5 bis +5 LW, Schrittweite wählbar
Verschluss: elektronisch gesteuerter, vertikal ablaufender Schlitzverschluss
Verschlusszeiten: 30 bis 1/8000 Sekunde, Langzeitbelichtung Bulb
Blitz: integriert, aufklappbar
Leitzahl: 12
Blitzsteuerung: i-TTL (mit externen Blitzgeräten z. B. SB-400, SB-600, SB-800 und SB-900, sowie die Nikon SU-800 IR-Blitzfernsteuerungseinheit)
Blitzanschluss: X-Kontakt, Standard-ISO-Normschuh
Synchronisation: auf den ersten Verschlussvorhang, auf den zweiten Verschlussvorhang, Langzeitsynchronisation, FP-Synchronisation (für Zeiten unter 1/250 s, nur mit externem Blitz, z. B. SB-600/800)
Blitzfunktionen: Reduzierung des Rote-Augen-Effekts, Einstelllicht, Stroboskop: Frequenz, Anzahl und Leistung der Blitze wählbar (auch mit internem Blitz), Drahtlossteuerung von AWL-kompatiblen Blitzgeräten über 4 Kanäle (z. B. SB-600/800): 2 unabhängig konfigurierbare Slave-Gruppen aus beliebig vielen Blitzgeräten (Gruppen A und B) und internem Blitz als Master (M)
Weißabgleich: 6 Voreinstellungen, automatisch, Weißabgleich-Messwertspeicher
Speichermedien: CompactFlash-Speicherkarten (Typ I, II) und Microdrives
Datenschnittstelle: USB 2.0
Videoschnittstelle: PAL oder NTSC, wählbar
Stromversorgung: Lithium-Ionen-Akku EN-EL3e mit 1.500 mAh, 7,4 V DC, optionaler Handgriff MB-D200 mit ein oder zwei Akkus EN-EL3e oder sechs Mignonzellen, optionales Netzgerät EH-6 AC
Gehäuse: Magnesium-Chassis mit Kunststoffhülle, Gummidichtungen gegen Staub und Feuchtigkeit
Abmessungen: ca. 147 × 113 × 74 mm
Gewicht: ca. 830 g (ohne Akku und Speicherkarte)

Die Nikon D200 ist eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) mit 10,2-Megapixel-Bildsensor im DX-Format der Marke Nikon. Sie wurde am 1. November 2005 als Kamera für den Berufsfotografen und den ambitionierten Fotoamateur vorgestellt und im August 2007 durch das Nachfolgemodell D300 abgelöst.

Allgemeines[Bearbeiten]

Zum Erscheinungszeitpunkt vertrieb Nikon mit der D50 und der D70 s zwei Kameras der Einsteigerklasse und mit der D2Hs beziehungsweise D2X zwei Modelle für den professionellen Einsatz. Die für Berufs- und Amateurfotografen gedachte D100 war technisch bereits in die Jahre gekommen. Sie wurde durch die D200 abgelöst, die sich technisch jedoch eher an der D2X als an der D100 orientiert. Der Erfolg der D200 muss auch für Nikon unerwartet gewesen sein, zumindest war die Kamera bis April 2006 nur mit langen Lieferfristen erhältlich.

Die D200 verwendet das bei Nikon übliche F-Bajonett für Wechselobjektive und kann auch mit alten AI-S- und AI-Objektiven ohne Prozessor kombiniert werden. Der CCD-Bildsensor besitzt Nikons DX-Format, was bei den Objektiven zu einem Formatfaktor (Crop-Faktor) von 1,5 führt.

D200 mit angesetztem Batteriehandgriff

Von den Profimodellen unterscheidet sich die D200 neben dem Preis vor allem in der Verwendung eines CCD-Bildsensors und eines internen Blitzes. Ein Hochformatgriff ist nicht integriert, kann aber nachgerüstet werden.

Von Kameras der Einsteigerklasse unterscheidet sie sich im abgedichteten Metallgehäuse, einer höheren Bildrate, einem größeren und helleren Sucher, einem größeren Display und dem Fehlen von Motivprogrammen.

Kurz nach Erscheinen der Kamera musste Nikon Probleme mit der Bildqualität einräumen. Bei extrem kontrastreichen Bildsituationen (zum Beispiel direktes Fotografieren in eine Leuchtstoffröhre bei gleichzeitiger Überbelichtung) zeigten einige Modelle ein auffälliges Streifenmuster. Betroffene Kameras werden von Nikon im Rahmen der Garantie repariert. Spätere Modelle zeigen das als „Banding“ bezeichnete Problem nicht mehr.

Technik[Bearbeiten]

Das in der D200 verwendete CCD-Element von Sony liefert Bilder mit einer maximalen Auflösung von 3872 × 2592 Punkten, was effektiven 10,2 Millionen Pixeln entspricht und Rohdaten im Nikon-eigenen Format NEF von knapp 16 MB Größe ergibt. Neben den Rohdaten mit 12 Bit Farbtiefe pro Farbkanal und einer komprimierten Variante lassen sich JPEG-Dateien mit 8 Bit Farbtiefe abspeichern, entweder allein oder in Kombination mit NEF-Dateien. Der mit einem optischen Tiefpassfilter versehene Sensor unterstützt Empfindlichkeiten von ISO 100 bis 1600 in 1/3-, 1/2- oder 1,0-EV-Schritten. Weitere als Boost bezeichnete Empfindlichkeiten von 2000 bis 3200 lassen sich einstellen. Der Sensor wird parallel über vier Kanäle (1 × Rot, 1 × Blau und 2 × Grün) ausgelesen.

Das Autofocussystem (AF) der D200 ist vom Typ Multi-CAM 1000 und verwendet wahlweise 11 kleine oder 7 große AF-Messfelder. Je nach gewähltem Modus erkennt die Kamera sich bewegende Objekte und führt den Fokus nach. Verlässt ein Objekt ein AF-Messfeld, wird automatisch auf das nächste Messfeld umgeschaltet. Um auch bei schlechten Lichtverhältnissen fokussieren zu können, besitzt die D200 ein separates, grell-weißes AF-Hilfslicht, das jedoch von Objektiven mit großem Durchmesser abgedeckt werden kann.

Rückansicht der D200 mit Blitzgerät

Zur Belichtungssteuerung stehen dem Benutzer vier Modi zur Verfügung: (M) Manuell, (A) Zeitautomatik, (S) Blendenautomatik und (P) Programmautomatik. Jeder der Modi lässt sich mit einer von drei Belichtungsmessmethoden kombinieren: Spotmessung, mittenbetonte Integralmessung und 3D-Color-Matrixmessung. Um auch bei älteren Objektiven ohne Prozessor eine Matrixmessung durchführen zu können, muss der Benutzer die maximale Blendenöffnung und die Brennweite von Hand eingegeben. Die Belichtung lässt sich um +/−5 EV in 1/3-, 1/2- oder 1-EV-Schritten korrigieren. Die Kamera unterstützt Belichtungsreihen (AE-Bracketing) mit zwei bis neun Aufnahmen, ebenfalls in 1/3-, 1/2- oder 1-EV-Schritten. Neben dem AE-Bracketing verfügt die D200 auch über Weißabgleichreihen zur Variation des Weißabgleichs mit einer Schrittweite von bis zu 3 × 10 Mired.

Der Verschluss der D200 besteht aus einem elektronisch gesteuerten, vertikal ablaufenden Schlitzverschluss und ermöglicht Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis zu 1/8000 Sekunde. Die kürzeste Blitzsynchronisationszeit beträgt 1/250 Sekunde. Im Langzeitbelichtungsmodus („Bulb“) können auch beliebig längere Belichtungszeiten realisiert werden.

Im Serienbild-Modus mit maximaler Geschwindigkeit von 5 Bildern/Sekunde lassen sich bis circa 37 im JPEG-Format oder 22 im NEF-Format aufnehmen (abhängig von der verwendeten Speicherkarte). Die D200 ist mit einem internen Pufferspeicher ausgestattet, der ein weiteres Fotografieren ermöglicht, während gleichzeitig die Bilder auf eine Speicherkarte mit bis zu etwa 9MB/s[1] geschrieben werden.

Compact Flash-Speicherkarte in einer Nikon D200

Es lassen sich CompactFlash-Speicherkarten des Typs I und II verwenden, ebenso Microdrive-Karten.

Die Kamera hat einen USB-2.0-Highspeed- und einen Video-Ausgang, der sich auf PAL oder NTSC einstellen lässt.

Der Sucher der D200 zeigt 95 % des tatsächlichen Bildausschnittes und ermöglicht eine Verstellung von −2 bis +1 sphärischen Dioptrie. Zylindrische Fehlsichtigkeiten können nicht korrigiert werden. Die Suchervergrößerung beträgt 0,94-fach bei 50 mm Brennweite.

Das in der D200 verwendete 2,5″-TFT-LCD besitzt 230.000 Punkte, deren Helligkeit sich durch eine Hintergrundbeleuchtung anpassen lässt. Die Stromversorgung wird von einem 1500 mAh starken Lithium-Ionen-Akku mit 7,4 V übernommen. Im Zusammenhang mit dem optional erhältlichen Hochformatgriff können auch zwei Lithium-Ionen-Akkus oder sechs handelsübliche Mignonzellen-Akkus (AA) eingesetzt werden.

Gesteuert wird die D200 von zwei Prozessoren, einer für die Bildverarbeitung (er entspricht dem der Nikon D2X), ein weiterer für die restlichen Aufgaben. Die Zuordnung der Bedienelemente zu Funktionen lässt sich in Grenzen vom Benutzer umdefinieren.

Neben dem Objektivangebot von Nikon und anderen Herstellern existiert ein reichhaltiges Zubehörangebot, unter anderem mit: GPS-Anschluss, Wireless-LAN-Anschluss, Winkelsuchern, Hochformatgriff, Fernauslösern, externer Stromversorgung, verschiedensten Blitzlichtern.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die D200 ist die günstigste (Stand Mai 2007) digitale Spiegelreflexkamera von Nikon, die die fast uneingeschränkte Verwendung von Objektiven ohne CPU (AI, AI-S) ermöglicht. Bei Eingabe der Objektivdaten (Brennweite, größte Blendenöffnung) arbeitet die Matrixbelichtungsmessung mit höherer Präzision und Brennweite sowie eingestellte Blende werden korrekt in den Exif-Daten abgelegt. Programm- und Blendenautomatik sind nicht möglich.

Allerdings ist die eingebaute Mattscheibe (wie alle Mattscheiben, die für AF-Betrieb optimiert sind), zum manuellen Fokussieren relativ ungeeignet. Die D200 hat deshalb eine Fokuskontrollanzeige im Sucher. Nikon selbst bietet keine alternativen Mattscheiben an (Stand Mai 2007), es gibt aber mehrere Fremdhersteller, die klassische Mattscheiben mit Schnittbildindikator und Mikroprismenring anbieten. Manche dieser Mattscheiben haben jedoch den Nachteil, dass sie bei Verwendung von Objektiven mit kleineren Blendenöffnungen dunkler sind als die Originalmattscheibe und dadurch die Belichtungsmessung beeinflussen. Besonders die Spotbelichtungsmethode ist davon betroffen, weil sich das Schnittbild in der Mitte ab Blende 5.6 abdunkelt. Die Kamera kann dann unter Umständen mehrere Blendenstufen überbelichten.

Zubehör[Bearbeiten]

Die D200 verfügt über einen Nikon-Zubehöranschluss. Über das Kabel MC-35 kann beispielsweise ein GPS-Empfänger angeschlossen werden um Geotagging der Aufnahmen zu ermöglichen.[2] Seit 2006 gibt es GPS-Module von Drittherstellern, die direkt angeschlossen werden können, ebenso wie das 2008 vorgestellte Nikon GP-1.[3] Im Gegensatz zu allen nachfolgenden Nikon-DSLR verarbeitet die D200 keine Kompassinformationen (Heading).[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Späth: Nikon D200. Das Buch zur Kamera. Point of Sale Verlag, Mai 2006, ISBN 3-925334-69-6
  • Rainer Dorau: Das dbook zur Nikon D200. dpunkt Verlag, Juli 2006
  • Christian Haasz: Nikon D200. Franzis Verlag, Sept. 2006, ISBN 3-7723-7560-X
  • Michael Gradias: Nikon D200 Broschiert. Markt und Technik, Okt. 2006, ISBN 3-8272-4181-2

Quellen[Bearbeiten]

  • Nikon D200 bei DPReview (englisch)
  • Handbuch der Nikon D200

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rob Galbraith: CF/SD Performance Database - Nikon D200 Write Speed
  2. Prospekt der Nikon D200 (Seite 7 unten)
  3. Produktseite GP-1 bei Nikon.de aufgerufen am 4. April 2012
  4. Vergleich verschiedener Geotagger für Nikon DSLR bei gps-camera.eu aufgerufen am 4. April 2012

Weblinks[Bearbeiten]