Nile Rodgers

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Nile Rodgers, 2012

Nile Rodgers, (* 19. September 1952 im New Yorker Stadtteil Bronx, USA) ist ein US-amerikanischer Musikproduzent, Musiker und Komponist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Rodgers, 1952 in der Bronx geboren, studierte Musik und war zu Beginn der 1970er-Jahre in der Studio-Band der Sesame Street aktiv. Danach als Gitarrist im Hausorchester des Apollo Theaters in New York. Ab 1976 war Rodgers zumeist im Team mit dem Bassgitaristen Bernard Edwards ein stilbildender und trendweisender Musiker und Produzent. Rodgers und Edwards lernten sich 1971 kennen und tauschten sich über ihre musikalischen Gemeinsamkeiten aus. Rodgers spielte zu dieser Zeit zwar noch mit der wenig erfolgreichen "Big Apple Band" in kleineren Clubs, plante aber schon damals mit Edwards eine Rockgruppe zu gründen.

Erst 1976 begannen sie Funkjazz mit Disco- und Rockelementen zu verweben. 1976 schließlich gründeten sie die Band Chic. Chic hatten Hits wie "Le Freak", "Dance, Dance, Dance, Everybody Dance", "My Forbidden Lover" und "Good Times" (US #1), dessen Aufnahme sich unter anderem Sugarhill Gang ausliehen und damit den ersten Rap-Hit Rapper’s Delight schufen. Die Rockband Queen baute auf der charakteristischen Basslinie ihren Hit "Another One Bites the Dust" (1980) auf. Zur gleichen Zeit schrieben und produzierten Rodgers und Edwards für die Gruppe Sister Sledge die Disco-Hits "Lost in Music", "We Are Family" und "He's the Greatest Dancer". Die beiden letztgenannten Titel erreichten im Lauf des Jahres 1979 die #1 in den US-Charts. Rodgers arbeitete auch mit der französischen Sängerin Sheila B. Devotion für den Titel Spacer zusammen.
He's the Greatest Dancer aus 1979 wurde 22 Jahre später gecovert durch Layton & Stone feat. Leonard Major (vocals) für ihren Song Better World (erschienen auf CD Single, BMG Lautstark, 2001, credits: Rodgers/Edwards). In der späten Version spielt aber konträr zu Sister Sledge die markante Solostimme von Leonard Major die Hauptrolle.

Seinen Ruf als exzellenter Produzent baute Rodgers mit Produktionen für u. a. Diana Ross, Debbie Harry, Madonna, Duran Duran, Dan Reed Network, Grace Jones, Laurie Anderson (Home of the Brave), The B-52’s, Mick Jagger oder David Bowie aus.

In den USA wird die Populärmusik noch heute in "schwarz" und "weiß" eingeteilt. Nile Rodgers ist der erste Musiker und Produzent, der sowohl mit afro-amerikanischen als auch mit weißen Künstlern Musik produzierte, die kommerziell erfolgreich und wegweisend war. Er gehörte in den 1980er Jahren zu den wenigen Produzenten, deren Musik von "weißen" und "schwarzen" Radiostationen gespielt wurde. Er produzierte die Soundtracks für die Computerspiele Halo 2 sowie Halo 3 und komponierte für den zweiten Teil das Lied Never Surrender zusammen mit Nataraj.

2005 erfolgte seine Aufnahme in die Dance Music Hall of Fame. Im Jahr 2010 wurde bei Rodgers Prostatakrebs diagnostiziert.[1] Zwei Jahre später gab Rodgers im Jahr 2013 an, wieder vollständig gesund zu sein.[2][3]

Seit 1982 war er auch als Komponist bei zahlreichen Hollywood Produktionen beteiligt. Unter anderem 1988 für den Regisseur Julien Temple bei Zebo, der Dritte aus der Sternenmitte (Earth Girls Are Easy) sowie für John Landis bei Der Prinz aus Zamunda (Coming to America). 1993 für den Regisseur William Friedkin bei Blue Chips und 1994 erneut für John Landis bei der Produktion zu Beverly Hills Cop III.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten]

  • 1983: Adventures in the Land of the Good Groove
  • 1985: B-Movie Matinee
  • 1996: Chic Freak and More Treats
  • 1998: Do That Dance
  • 2001: MP3 Danceclub, Vol.1
  • 2001: MP3 Danceclub, Vol. 2
  • 2004: Nile Rodgers & Chic – Live at Montreux
  • 2011: Chic featuring Nile Rodgers – AVO Session Basel
  • 2013: Daft Punk featuring PharrellGet Lucky

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nile Rodgers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dallach, Christoph: Pop! Lageberichte vom Planeten C. Spiegel online, 2. September 2011, abgerufen am 31. März 2014.
  2. Der letzte Disco-Freak. ORF, 18. Dezember 2013, abgerufen am 31. März 2014.
  3. Ehrck, Katharina: Nile Rodgers hat den Krebs besiegt. ampya.com, 30. Juli 2013, abgerufen am 31. März 2014.