Nilgiris (Distrikt)

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Distrikt Nilgiris
நீலகிரி மாவட்டம்
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Tamil Nadu
Verwaltungssitz: Udagamandalam
Fläche: 2.552 km²
Einwohner: 735.071 (2011)
Bevölkerungsdichte: 288 Ew./km²
Website: nilgiris.tn.nic.in

Der Distrikt Nilgiris (Tamil: நீலகிரி மாவட்டம்) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Tamil Nadu. Er nimmt den größten Teil des namensgebenden Nilgiri-Gebirges ein. Verwaltungszentrum des Distrikts ist Stadt Udagamandalam.

Geografie[Bearbeiten]

Landschaft in den Nilgiribergen

Der Distrikt Nilgiris liegt im Westen Tamil Nadus an der Grenze zu den Bundesstaaten Kerala und Karnataka. Nachbardistrikte sind Erode im Osten, Coimbatore im Süden (beide zu Tamil Nadu), Palakkad im Süden, Malappuram im Südwesten, Wayanad im Nordwesten (alle Kerala) sowie Chamarajanagar (Karnataka) im Norden. Die Fläche des Distrikts Nilgiris beträgt 2.552 Quadratkilometer.

Der Distrikt Nilgiris umfasst den größten Teil des gleichnamigen Gebirges. Das Distriktgebiet liegt auf einer Höhe zwischen rund 900 bis 2.600 Metern. Einen Großteil des Distriktgebiets nimmt ein über 2.000 Meter hohes Plateau ein. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung der Nilgiriberge, der 2.637 Meter hohe Doddabetta. Der nordwestliche Teil um Gudalur liegt niedriger und ist landschaftlich eher der Region Wayanad zuzurechnen. Größte Stadt und Verwaltungssitz des Distrikts ist Udagamandalam (anglisiert Ootacamund, kurz Ooty).

Der Distrikt Nilgiris ist in die sechs Taluks Panthalur, Gudalur, Udagamandalam, Kotagiri, Coonoor und Kundah unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Nilgiriberge kamen 1799 nach der Niederlage Tipu Sultans im Vierten Mysore-Krieg unter britische Herrschaft. Das Gebiet wurde als Teil des Distrikts Coimbatore in die Provinz Madras eingegliedert. 1868 wurde der Distrikt Nilgiris durch Abspaltung vom Distrikt Coimbatore gebildet. Nach der indischen Unabhängigkeit kam der Distrikt Nilgiris im Zuge des States Reorganisation Act 1956 an den neuformierten Bundesstaat Madras, der nunmehr die tamilischsprachigen Gebiete umfasste und 1969 in Tamil Nadu umbenannt wurde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Teepflückerin in den Nilgiris

Wegen seiner Lage in den Bergen ist der Distrikt Nilgiris verhältnismäßig dünn besiedelt. Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt 735.071 Einwohner. Gemessen an der Einwohnerzahl ist der Distrikt Nilgiris der zweitkleinste Distrikt Tamil Nadus. Die Bevölkerungsdichte ist bei 288 Einwohnern pro Quadratkilometern die niedrigste des Bundesstaates und liegt deutlich unter dem Mittelwert Tamil Nadus (555 Einwohner pro Quadratkilometer). Der Urbanisierungsgrad ist dagegen überdurchschnittlich: Im Distrikt Nilgiris leben 59,3 Prozent der Bevölkerung in Städten, während es im Durchschnitt Tamil Nadus 48,5 Prozent sind. Als eine der wenigen Regionen Indiens verzeichnet der Distrikt Nilgiris eine negative Bevölkerungsentwicklung: Zwischen 2001 und 2011 schrumpfte die Bevölkerung um 3,6 Prozent. Die Alphabetisierungsquote ist mit 85,6 Prozent höher als im Durchschnitt Tamil Nadus (80,3 Prozent) und Gesamtindiens (70,4 Prozent).[1]

Ursprünglich wurden die Nilgiriberge von den Stammesvölkern (vgl. Adivasi) der Toda, Kota, Kurumba, Irula und Paniya bewohnt. Durch die Zuwanderung von Tamilen aus dem Flachland ist die indigene Bevölkerung fast völlig verdrängt worden. So klassifiziert der Zensus 2001 nur noch 3,7 Prozent der Einwohner des Distrikts Nilgiris als Angehörige der Stammesbevölkerung (scheduled tribes). Der Bevölkerungsanteil der Adivasi ist aber immer noch der höchste unter den Distrikten Tamil Nadus. Unter der nicht-indigenen Bevölkerung sind besonders viele Dalits (Kastenlose). Der Anteil der Angehörigen der untersten Kasten (scheduled castes) ist mit 31,2 Prozent (Volkszählung 2001) überdurchschnittlich.

Unter den Einwohnern des Distrikts Nilgiris stellen Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 78,6 Prozent die Mehrheit. Daneben gibt es größere Minderheiten von Christen (11,5 Prozent) und Muslimen (9,5 Prozent).[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Teeplantage und -fabrik in den Nilgiris

Hauptwirtschaftsfaktor des Distrikts Nilgiris ist der Fremdenverkehr. Die Nilgiris ziehen wegen ihrer natürlichen Schönheit und des durch die Höhenlage angenehm kühlen Klimas vor allem in den Sommermonaten zahlreiche Reisende, hauptsächlich Inlandstouristen an. Insbesondere Udagamandalam erfreut sich großer Beliebtheit und ist der beliebteste Bergort Tamil Nadus. Außerdem wird im Distrikt Nilgiris in großem Umfang Tee angebaut.

Der Distrikt Nilgiris ist durch die Bergeisenbahn Nilgiri Mountain Railway an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die dampfbetriebenen Züge überwinden dabei auf der 46 Kilometer langen Strecke von Mettupalayam nach Udagamandalam eine Höhendifferenz von rund 2.000 Metern.

Städte[Bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[3]
Adikaratti 15.996
Aravankad 5.304
Bikketti 6.850
Coonoor (Kunnur) 50.079
Devarshola 23.085
Gudalur 43.038
Hubbathala 10.974
Huligal 17.048
Jagathala 14.657
Kethi 24.465
Kilkunda 10.150
Kotagiri 29.184
Naduvattam 11.706
Nelliyalam 42.400
O' Valley 24.800
Sholur 11.297
Udagamandalam 93.921
Wellington 20.220

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Paper 1 (PDF; 17,8 MB) und Paper 2. (PDF; 14,1 MB)
  2. Census of India: Basic Data Sheet: District The Nilgiris (11), Tamil Nadu (33). (PDF; 54 kB)
  3. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)

Literatur[Bearbeiten]

  • The Imperial Gazetteer of India. Band 19: Nāyakanhatti to Parbhani. New Edition. Claredon Press, Oxford 1908, S. 86–104, Stichwort: The Nīlgiris.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nilgiris district – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien