Niʿmatullāhīya

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Mausoleum des Ordensgründers Schah Nimatullah Wali in Mahan, Provinz Kerman, Iran (Nationales Denkmal)

Die Niʿmatullāhīya (persisch ‏نعمت‌اللهیه‎) ist ein schiitischer Sufi-Orden (oder tariqa) iranischen Ursprungs. Der nach seinem Gründer Schah Nimatullah Wali[1] (gest. 1431) benannte Orden gewann im Iran und in Indien an Popularität.[2] Reza Alischah Dakani war der Führer (qoṭb / “Pol”) dieses Sufiordens in den Jahren 1741–1799 in Hyderabad (Dekkan), Indien. Er war verantwortlich für die Wiederbelebung des Ordens in Persien durch die Entsendung von Ma'sum Alischah Dakani.[3][4]

Die Zahl der Anhänger des Ordens im Iran wurde in jüngerer Zeit auf 50.000 bis 350.000 geschätzt.[5] Nach der Emigration von Javad Nurbakhsh und anderen Derwischen nach der Iranischen Revolution 1979 fand die tariqa viele Anhänger außerhalb des Iran, meist in Nordamerika, Westeuropa und in Westafrika.

Geschichte[Bearbeiten]

Emblem des Ordens

Der Orden ist nach seinem Gründer, dem Dichter und Mystiker Wali Schah Nimatullah [6], benannt, selbst ein mit dem Schiismus sympathisierender Sunnit, der in Mahan, Provinz Kerman, Iran, wohnte und dort begraben ist. Sein Grab ist weiterhin eine bedeutende Pilgerstätte.[7] Schah Nimatullah war ein Schüler des Qadiri-Sufis Scheich Abdollah Yafe'i in Mekka. Eine Kette der Nachfolge von Meistern (silsilah) erhebt den Anspruch, sich bis auf Maruf Karkhi zurückzuerstrecken.

Javad Nurbakhsh übernahm 1953 die Führung des Ordens nach dem Tod seines Vorgängers Du'l-Riasatayn.[8] Nach seinem Tod 2008 folgte ihm sein Sohn Alireza Nurbakhsh.

Die Zweige des Ordens sind:[9]

  • Gunabadi-Zweig
  • Kawthar 'Ali Schahi-Zweig
  • Dhu'r-Riyasatayn-Zweig
  • Safi 'Ali Schahi-Zweig
  • Schamsu'l-'Urafa-Zweig

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. vgl. SUB GÖ
  2. iis.ac.uk: Ni‘matu’llahiyya; Ni‘mat Allahiyya
  3. iranicaonline.org: Reżā ʿAlīšāh Dakanī (Javad Nurbakhsh)
  4. iranicaonline.org: Sayyed ʿAbd-al-Ḥamīd Maʿṣūm-ʿAlīšāh Dakanī (Hamid Algar)
  5. Momen, Moojan, An Introduction to Shi'i Islam, Yale University Press, 1985, S.215 (nach Richard Gramlich: Die Schiitische Derwischorden Persiens. Wiesbaden 1965–1976)
  6. vgl. nimatullahi.org: Biography of Shah Nimatullah & Cyril Glasse und Huston Smith: New Encyclopedia of Islam: A Revised Edition of the Concise Encyclopedia of Islam. Alta Mira Pres. 2003 (Online-Auszug)
  7. Sein Mausoleum steht auf der Nationalen Denkmalsliste des Iran.
  8. vgl. iranicaonline.org: Ḏū’l-Rīāsatayn (Hamid Algar) - Zur umstrittenen Nachfolgefrage, s.a. Addendum, ebd.
  9. s. Moojan Momen (Online-Auszug) & Cyril Glasse und Huston Smith: New Encyclopedia of Islam: A Revised Edition of the Concise Encyclopedia of Islam. Alta Mira Pres. 2003 (Online-Auszug)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Niʿmatullāhīya (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
Niʾmatallāhiyya; Nimatullahi; Ni'matullāhī; Ne'matollāhī; نعمت‌اللهی; Nimatollahi; Nematollahi; Ni'matallahi; Ni‘matu’llahiyya; Ni‘mat Allahiyya; Neʿmat-Allāhi Sufi order; Neʿmat-Allāhiya; Nimatullahiyya; Neʿmatallāhī-Sufiorden