Nimbacinus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nimbacinus
Zeitliches Auftreten
Oligozän bis Miozän
20 bis 15 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Säugetiere (Mammalia)
Beutelsäuger (Metatheria)
Australidelphia
Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Thylacinidae
Nimbacinus
Wissenschaftlicher Name
Nimbacinus
Muirhead & Archer, 1990

Nimbacinus ist eine Beutelwolfgattung des späten Oligozäns bis mittleren Miozäns.

Merkmale[Bearbeiten]

Nimbacinus wurde so groß wie ein Fuchs und brachte ein Gewicht von etwa 5,3 kg auf die Waage, womit er geringfügig schwerer ist als Muribacinus, der kleinste Vertreter der Thylacinidae.[1][2] Es ist ein beinah vollständiges Skelett von Nimbacinus bekannt, das anatomisch sehr konservative Merkmale aufweist. Der Schädel wurde 13 cm lang, besitzt aber im Vergleich zu jenem des heutigen Beutelwolfes kaum Unterschiede. Der Unterkiefer wurde über 9 cm lang und wies eine für Beutelsäuger typische Bezahnung mit drei Schneidezähnenauf mit einem Eckzahn, drei Prämolaren und vier Molaren je Kieferast. Dabei war der erste Schneidezahn am größten, der Eckzahn sehr groß ausgebildet. Die Prämolaren und Molaren waren relativ einfach gebaut mit gezackten Spitzen, wobei die Größe nach hinten zunahm. Insgesamt ist das Gebiss wenig spezialisiert und nicht so fortschrittlich wie jenes des rezenten Beutelwolfes.[3][4]

Paläobiologie[Bearbeiten]

Der sich carnivor ernährende Nimbacinus lebte wahrscheinlich als Jäger am Waldboden, zeitgleich mit verschiedenen anderen Beutelwolfarten. Im Vergleich zu seiner geringen Körpergröße wies Nimbacinus eine recht hohe Beißkraft auf, die Berechnungen zufolge 264 Newton erreichte. Dies ist zwar weniger als ein Sechstel dessen, was ein Löwe heute erreicht (1,77 kN), bezogen auf die Körper und Muskelmasse und einem daraus errechneten Beißkraftquotienten ist dies aber 1,7-mal stärker. Dies hohe Beißkraft ermöglichte Nimbacinus auch deutlich größere Beutetiere zu erlegen.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Innere Systematik der Familie der Thylacinidae nach Wroe und Musser 2000[4]
 Thylacinidae


 Muribacinus


     

 Mutpuracinus


     

 Badjcinus


     

 Nimbacinus


     

 Ngamalacinus


     

 Wabulacinus


     

 Thylacinus


     

 Tjarrpecinus










Nimbacinus ist ein eher urtümlicher Vertreter der Thylacinidae, sein nächster Verwandter ist Ngamalacinus, dieser weist aber schon ein etwas moderneres Gebiss auf.[5] Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Thylacinidae sind jedoch weitgehend noch unklar. Teilweise tritt Nimbacinus zeitgleich mit Mutpuracinus auf. Es sind zwei Arten bekannt: Nimbacinus dicksoni Muirhead & Archer, 1990, lebte im späten Oligozän bis mittleren Miozän und gehört der Riversleigh-Lokalfauna von Riversleigh an. Nimbacinus richi Murray & Merigian, 2000, lebte im mittleren Miozän und gehört der Bullock-Creek-Lokalfauna der Camfield Beds im Northern Territory an. Der Gattungsname Nimbacinus leitet sich vom Wort nimba der Aboriginalsprache Waanyi her und bedeutet „klein“, cinus entstammt dem Griechischen κινος (kinos), was mit „Hund“ übersetzt wird. Somit ist Nimbacinus der „kleine Hund“.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stephen Wroe, Colin McHenr, Jeffrey Thomason: Bite club: comparative bite force in big biting mammals and the prediction of predatory behaviour in fossil taxa. In: Proceeding of the Royal Society B, 2005, S. 1–7, doi:10.1098/rspb.2004.2986
  2. Stephen Wroe: Muribacinus gadiyuli (Thylacinidae, Marsupalia), a very plesiomorphic Thycalonid from the Miocene of Riversleigh, Northwestern Queensland, and the problem of paraohyly for the Dasyuridae (Marsupalia). In: Journal of Paleontology, 70 (6), 1996, S. 1032–1044
  3. Peter Murray, Dirk Megirian: Two new genera and three new species of Thylacinidae (Marsupialia) from the Miocene of the Northern Territory, Australia. In: The Beagle, Records of the Museums and Art Galleries of the Northern Territory, 16, 2000, S. 145–162
  4. a b c Stephen Wroe, A. Musser: The skull of Nimbacinus dicksoni (Thylacinidae: Marsupialia). In: Australian Journal of Zoology, 49 (5), 2000, S. 487–514
  5. Jeanette Muirhead: Two new early Miocene thylacines from Riversleigh, northwestern Queensland. In: Memoirs of The Queensland Museum, 41, 1997, S. 367–377