Nini Theilade

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Nini Arlette Theilade (* 15. Juni 1915, Poerwokerto, damaliges Niederländisch-Indien) ist eine dänische Balletttänzerin, Ballettchoreografin und Schauspielerin.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Sie wurde als Tochter von Hans T. Theilade (1886-1965) und Joanna Catarina Theilade (1885-1941) in der Kolonie Niederländisch-Indien geboren, bald darauf zog die Familie jedoch in ihr Heimatland Dänemark zurück. Bereits früh entdeckte man ihr Talent, sie trat unter anderem mit Anna Pawlowa und Sergei Lifar in Stücken auf. Im Alter von 16 Jahren war sie als Primaballerina mit entsprechenden Soloszenen an den wichtigsten Bühnen Europas zu sehen. 1931 traf sie Max Reinhardt, der sie unter anderem in den Theaterproduktionen Hoffmanns Erzählungen und Die schöne Helena auftreten ließ. 1933 hatte sie einen Auftritt im deutschen Film Der große Bluff mit Theo Lingen.

In den USA kam es 1935 mit der aufwendigen Shakespeare-Verfilmung Ein Sommernachtstraum zu einer erneuten Zusammenarbeit zwischen Reinhardt und Theilade. Sie tanzte die bemerkenswerten Choreografien im Film, die von Bronislava Nijinska entwickelt worden waren. Im Film übernahm sie auch eine Nebenrolle als Fee, die in gleich mehreren Solotänze durchführt. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sie einige Choreografien, etwa zu César Francks Psyche oder Robert Schumanns Concerto. Von 1938 bis 1940 tanzte sie mit dem Ballet Russe de Monte Carlo, das unter anderem an der Metropolitan Opera auftrat. Anfang der 1940er-Jahre trat Theilade in Brasilien auf.

Später arbeitete sie vor allem in Dänemark, unter anderem am Dänischen Staatstheater. Selbst im hohen Alter arbeitet sie noch vereinzelt am Ballett und ist heute als Interviewpartnerin beliebt. 2006 veröffentlichte Lotte Kuhlmann die Biografie Nini Theilade - Dansen var det hele værd. Sie war zweimal verheiratet, mit Peter Loopuyt von 1940 bis zu dessen Tod 1965 sowie mit Arne Buchter-Larsen von 1967 bis zu dessen Tod 1987.

Choreografien (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1933: Der große Bluff
  • 1934: Sången till henne
  • 1935: Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night's Dream)
  • 1974: Hvor er Ulla Katrine?
  • 2008: Verdens morsomste mand (TV-Dokumentation)
  • 2011: Kunstnermøder: Martin Hall møder Nini Theilade (TV-Dokumentation)

Literatur[Bearbeiten]

  • Lotte Kuhlmann: Nini Theilade - Dansen var det hele værd, People's Press,‎ 2006

Weblinks[Bearbeiten]