Ninna-ji

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Die Kondo-Halle gehört zu den nationalen Kulturgütern Japans.
Shinden Hokutei

Der Ninna-ji (jap. 仁和寺) ist ein großer buddhistischer Tempelkomplex der Shingon-shū im Nordwesten der japanischen Stadt Kyōto, der im Jahr 888 vom Uda-tennō auf Befehl seines Vorgängers, Kōkō, gebaut worden war. Nach seiner Abdankung zog sich Uda im Jahr 899 hierhin zurück und lebte wie im späteren Insei-System als Mönch. Die Mönchsweihen waren ihm durch den Shingon-Priester Yakushin (益信; 827–906) am Tō-ji verliehen worden. Die so begründete Linie des esoterischen Buddhismus am Ninna-ji wurde später als Hirosawa-Schule bekannt.

Von der Vervollständigung bis zur Meiji-Zeit hatte der Tempel immer einen Prinzen des Kaiserhauses als obersten Priester und war so Zentrum pro-kaiserlicher Kräfte, die oft auch gegen die Fujiwara gerichtet waren. Unter Shukaku-hosshinnō (守覚法親王; 1150–1202), Sohn des Go-Shirakawa-tennō, wurde der Tempel zu einem der wichtigsten Zentren des esoterischen Buddhismus in Japan.

Im Zuge des sozialen Abstiegs des Adels während der Muromachi-Zeit büßte der Ninna-ji an Prestige ein. Im Ōnin-Krieg (1467-77) wurde er vollständig zerstört, zwischen 1641 und 1646 jedoch wiederaufgebaut. Die gegenwärtigen Gebäude sind Rekonstruktionen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.

1994 wurde der Ninna-ji mit anderen historischen Stätten des alten Kyōto von der UNESCO zum Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) ernannt.

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35.031111111111135.71388888889Koordinaten: 35° 1′ 52″ N, 135° 42′ 50″ O