Ninos

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Ninus übergibt der Semiramis seine Krone, Kupferstich nach einem Gemälde von Guido Reni

Ninos ist der mythische (eponyme) Gründer der Stadt Ninive in Assyrien und personifiziert diese Stadt. Er wird häufig mit dem biblischen Helden Nimrod identifiziert.

[Bearbeiten] Mythen

Diodor, der sich dabei auf Ktesias von Knidos stützte, nannte Ninos als Gründer der Stadt Ninive. Er soll der Sohn des Belos oder Bels (Baal), des mythischen Gründers von Babylon, gewesen sein. Ninos habe angeblich mit Hilfe des Königs Ariaios von Arabien innerhalb von 17 Jahren das gesamte westliche Asien erobert und damit das erste Großreich der Weltgeschichte gegründet. Während der Belagerung von Baktra traf Ninos Semiramis, die Frau des Onnes, eines seiner Offiziere, dem er sie abnahm und sie selbst heiratete. Beider Kind war Ninias. Nach Ninos' Tod errichtete ihm Semiramis, die angeklagt war, ihn ermordet zu haben, ein Mausoleum in der Nähe Babylons, neun Stadien hoch und zehn Stadien breit. Als weiterer Sohn gilt Trebeta.

Nach Kastor von Rhodos (überliefert durch Georgios Synkellos) regierte Ninos 52 Jahre, nach Ktesias ab 2189 v. Chr. Auch Strabo (Geographika 16, 2) kennt Ninos als Gatten von Semiramis. Er habe die Stadt Ninos in Aturien (Ninive) gegründet. Seine Nachfolger waren Semiramis, Sardanapal und Arbakes.

Biblischer Überlieferung zufolge war Nimrod der Gründer von Ninive (Genesis 10, 8-10), Semiramis gilt nach rabbinischer Tradition als seine Frau.

Der neuzeitliche Staatstheoretiker Jean Bodin sah Nimrod, „den viele Ninos nennen“, als den ersten despotischen König der Weltgeschichte und Urheber des monarchischen Staatswesens an (Sechs Bücher über die Republik, Buch 2,2).

Ein in das 1. oder 2. Jahrhundert v. Chr. zu datierender Roman, der die Liebe von Ninos und Semiramis behandelt, ist in Form zweier Papyrus-Fragmente erhalten (Pap. Berol. 6926 und PSI 1305). Dieser als Ninos-Roman bekannte Text ist das älteste überlieferte Beispiel seiner Gattung.

[Bearbeiten] Weitere Namensträger

Ein anderer Ninos, Nachfolger von Sardanapal, wird als letzter König Ninives genannt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Rolf Kussl: Papyrusfragmente griechischer Romane: ausgewählte Untersuchungen. Gunter Narr Verlag, Tübingen 1991, S. 14-102, ISBN 3-8233-4860-4.
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