Nischni Tagil
| Stadt
Nischni Tagil
Нижний Тагил
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Liste der Städte in Russland | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Nischni Tagil (russisch Ни́жний Таги́л, wissenschaftliche Transliteration Nižnij Tagil); bis 1919 Nischnetagilski Sawod /Нижнетагильский Завод (Nižnij = russisch: Nieder-, Unter-; Tagil = mansisch: „viel Wasser“) ist eine russische Stadt mit 374.482 Einwohnern (Stand: 2009) und liegt in der Oblast Swerdlowsk am Fluss Tagil im mittleren Ural, in der Nähe von Jekaterinburg.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
In der Sowjetzeit gab es in Nischni Tagil ein großes Gulag. Das Tagil-ITL (Besserungsarbeitslager) bestand von Januar 1942 bis April 1953, seine Verwaltung befand sich in der Stadt. Die Zahl der Inhaftierten lag zeitweise bei über 43.000 Personen, die im Metallurgiekombinat von Nischni Tagil und in anderen Industriebetrieben sowie im Straßen- und Wasserbau, zur Förderung von Bodenschätzen und in der Holzgewinnung eingesetzt wurden.[1]
Weiterhin befanden sich die beiden Kriegsgefangenenlager 153 und 245 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs in der Stadt. Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital 2929 versorgt.[2]
[Bearbeiten] Verkehr
Die Stadt hat Anbindung an die wichtigsten Straßen- und Eisenbahnanbindungen der Umgebung. Nationale und internationale Flüge finden über den in der Nähe gelegenen Flughafen Jekaterinburg statt.
[Bearbeiten] Kultur
Nischni Tagil verfügt über ein städtisches Theater, das D. N. von Mamin-Sibirjak, ein Jugend- und Puppentheater, einen Zirkus, ein Kino- und Videozentrum, Kulturpalast sowie mehrere Museen und Bibliotheken. In der Stadt und der Umgebung gibt es viele noch erhaltene oder liebevoll restaurierte kulturhistorische Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die Eindrücke der damaligen Baukunst vermitteln. Daneben gibt es noch einen Nationalpark, der über die Geschichte der Eisengewinnung und -verarbeitung informiert. Die 32. Gesamtschule und eine Hamburger Schule betreiben ein Kooperationsprojekt mit Schüleraustausch und Deutschunterricht in Russland.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Stadt ist bekannt durch Eisengewinnung und -verarbeitung. Die weiteren wichtigen wirtschaftlichen Zweige sind Maschinenbau, Metallverarbeitung und Chemie. Das Metallurgie-Kombinat wurde unter der Leitung der Firma Thyssen reorganisiert. Weitere am Aufbau der Stadt beteiligte deutsche Unternehmen sind die Firmen KHD Humboldt WEDAG und Erich Friedrich. 1996 begann das deutsch-russische Unternehmen Tagil-Technoterm mit der Produktion von wärmedämmenden Materialien. In der Stadt befindet sich auch das Stahlwerk NTMK mit Firmensitz.
Wichtigstes Unternehmen in Nischni Tagil ist die Maschinenbaufabrik, der weltgrößte Panzerfahrzeughersteller Uralwagonsawod.
Eine verbreitete Theorie besagt, dass das für die Freiheitsstatue verwendete Kupfer aus Nischni Tagil stammt (ähnliches behauptet aber auch der Kupfer-Bergbauort Sulitjelma in Norwegen von seinem Kupfer).[3]
[Bearbeiten] Schulen
Neben den Gymnasien gibt es mehrere Berufsschulen und eine medizinische Fachhochschule sowie die weltweit anerkannte Akademie für angewandte Kunst.
[Bearbeiten] Andere weiterführende Bildungsmöglichkeiten
- Filiale der Staatlichen Technischen Universität des Uralgebiets
- Filiale des Hauptstädtischen geisteswissenschaftlichen Instituts
- Filiale des Instituts für Ökonomie, Verwaltung und Recht des Uralgebiets
- Milizschule des Innenministeriums
- Staatliches Pädagogisches Institut Nischni Tagil
[Bearbeiten] Sport
Der Eishockeyverein Sputnik spielt in der zweithöchsten russischen Spielklasse.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Valeri Brainin (* 1948), Musikwissenschaftler, Pädagoge und Literat
- Sergei Gussew (* 1975), Eishockeyspieler
- Jewgeni Muratow (* 1981), Eishockeyspieler
- Konstantin Nowosjolow (* 1974), Physik-Nobelpreisträger
- Alexander Ossipow (* 1989), Eishockeyspieler
- Igor Radulow (* 1982), Eishockeyspieler
- Jewgenija Schapowalowa (* 1986), Skilangläuferin
- Sergei Schepelew (* 1955), Eishockeyspieler
- Witali Sitnikow (* 1981), Eishockeyspieler
- Wera Slugina (* 1985), Boxerin
- Wiktor Staruchin (1916–1957), Baseballspieler
- Alexander Radulow (* 1986), Eishockeyspieler
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Stadt (russisch)
- Nischni Tagil auf mojgorod.ru (russisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Tagil-ITL im Internetportal GULAG des MEMORIAL Deutschland e. V.
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
- ↑ Statue of Liberty Made of Russian Copper?
Verwaltungszentrum: Jekaterinburg
Alapajewsk | Aramil | Arti | Artjomowski | Asbest | Barantschinski | Belojarski | Berjosowski | Bissert | Bogdanowitsch | Bulanasch | Degtjarsk | Irbit | Iwdel | Kamensk-Uralski | Kamyschlow | Karpinsk | Katschkanar | Kirowgrad | Krasnoturjinsk | Krasnoufimsk | Krasnouralsk | Kuschwa | Lesnoi | Malyschewa | Michailowsk | Newjansk | Nischni Tagil | Nischnije Sergi | Nischnjaja Salda | Nischnjaja Tura | Nowaja Ljalja | Nowouralsk | Perwouralsk | Polewskoi | Pyschma | Reftinski | Resch | Rewda | Saretschny | Serbischino | Serow | Sewerouralsk | Sredneuralsk | Suchoi Log | Swobodny | Syssert | Taliza | Tawda | Troizki | Turinsk | Werchni Tagil | Werchnjaja Pyschma | Werchnjaja Salda | Werchnjaja Sinjatschicha | Werchnjaja Tura | Werchoturje | Woltschansk