Nisse

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Nisse (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ein Nisse beim Lesen.

Ein Nisse ist eine Art Kobold, der in der dänischen, färöischen und norwegischen Tradition eine wichtige Rolle spielt. Er ähnelt den römischen Lares Familiares. Der Name Nisse ist eine Ableitung des Namens Niels, der dänischen Form für Nikolaus. Früher wurde der Nisse auch lille Niels, Niels Gårdbo, Gårdbo, Gårdbukken oder Puge genannt.

In Schweden und Finnland gibt es eine ähnliche Figur mit dem Namen Tomte bzw. Tonttu.

Der Nisse ist ein alter Mann mit einem weißen Bart, etwa so groß wie ein 10-jähriges Kind und trägt eine rote Mütze.

Nissen findet man traditionell in Häusern und Ställen. Der Nisse beschützt das Grundstück und kümmert sich insbesondere um die Haustiere. Wird er nicht gut behandelt, spielt er Streiche oder verlässt den Hof.

Variationen[Bearbeiten]

Den Nisse gibt es in verschiedenen Variationen.

  • Am häufigsten kommt im heutigen Dänemark der Julenisse (Weihnachtsnisse) vor. Dieser wurde 1836 vom dänischen Historienmaler Constantin Hansen gezeichnet. Heute ist der Julenisse ein fester Bestandteil der dänischen Weihnachtstradition. Er hilft dem Weihnachtsmann beim Erstellen der Geschenke und erwartet als Gegenleistung von den Menschen, dass er während der Adventszeit mit Milchreis (dänisch „risengrød“) versorgt wird. Der Julenisse ist der einzige Nisse mit einer Familie.
  • Gårdnissen wohnt in Häusern oder in Ställen. Er wohnt immer alleine und hilft den Menschen. In Sønderjylland ist dieser Nisse auch als Nis Puk bekannt.
  • Skovnissen ist eine neuere Variation. Dieser Nisse lebt in der Natur und hinterlässt mystische Spuren, die nicht unmittelbar erklärt werden können. Der Skovnisse ist recht klein, etwa 80 cm, und trägt grüne und braune Kleidung. Im naturhistorischen Museum in Aarhus gab es im Dezember 2004 eine Ausstellung über den Skovnisse.
  • Sætternissen schmuggelt Druckfehler in Bücher und Zeitungen. Dies macht er so, dass sie beim Korrekturlesen nicht entdeckt werden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Vollmer, Wilhelm: Wörterbuch der Mythologie. Stuttgart 1874 (online, abgerufen am 13. März 2013).
  •  Adelung, Johann Christoph: In: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 3, Leipzig 1798, S. 514 (online, abgerufen am 13. März 2013).

Weblinks[Bearbeiten]