Nissl-Schollen

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Nissl-Schollen oder Nissl-Substanz werden die in Nervenzellen besonders dicht gepackten Zellorganellen des endoplasmatischen Retikulums (ER) genannt nach ihrem Entdecker F. Nissl. Sie enthalten in großer Zahl membrangebundene (raues ER) und freie Ribosomen als Ausdruck der hohen Proteinsyntheserate im Körper von Nervenzellen und sind daher mit basischen Farbstoffen (z. B. bei Nissl-Färbung) gut darstellbar.[1]

Da bei einer Nervenzelle die Synthese von Eiweißen überwiegend nicht in ihren Fortsätzen stattfindet, ist sie auf das Perikaryon und somanahe Dendritenbereiche verdichtet. Der Neurit und auch schon sein Ursprungskegel sind frei von Nissl-Schollen (oder Tigroid). An deren Fehlen lässt sich daher bei entsprechender Färbung histologisch die Abgangsstelle des Axons schon lichtmikroskopisch leicht erkennen. Ausprägung und Verteilung der Nissl-Schollen können bei verschiedenen Nervenzelltypen kennzeichnende Muster zeigen und sich darüber hinaus aktivitätsabhängig verändern, so auch krankheitsbedingt.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Renate Lüllmann-Rauch: Taschenlehrbuch Histologie, 3. A, Thieme Verlag, 2009, ISBN 978-3-13-129243-8, S.167f.
  2. Benninghoff: Makroskopische und mikroskopische Anatomie des Menschen, Bd. 3. Nervensystem, Haut und Sinnesorgane, Verlag Urban&Schwarzenberg, 1985, ISBN 3-541-00264-6, S. 11.