Nitobe Inazō

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Nitobe Inazō (1862-1933)

Nitobe Inazō (jap. 新渡戸 稲造; * 1. September 1862 in Morioka, Japan; † 15. Oktober 1933 in Victoria, Kanada) war ein japanischer Agrarwissenschaftler, Philosoph, Pädagoge, Autor und ein internationaler politischer Aktivist.

Leben[Bearbeiten]

Nitobe entstammt einem Samurai-Clan. Einer seiner Großväter war ein Militärstratege und übte sich ebenso in der Kampfkunst wie Nitobes Vater, der die Techniken des kenjutsu, jiujitsu und sojutsu auch seinem Sohn beibrachte.

1886 konvertierte zum Quäkertum und trat dem Baltimore Yearly Meeting bei, da sich das Japan Yearly Meeting erst 1936 gründete.[1]

Nitobe studierte zuerst ab 1877 an der Landwirtschaftsschule Sapporo (heute Universität Hokkaidō), dann ab 1883 an der Universität Tokio, bevor er schließlich in die USA zur Johns-Hopkins-Universität ging. Danach wurde er von der Landwirtschaftsschule Sapporo verpflichtet in Deutschland Landwirtschaft in Bonn, Berlin und Halle zu studieren, so dass er dann nach seiner Rückkehr eine Professorenstelle in Sapporo bekam. Dann folgten Stellen als technischer Beamter im Generalgouvernement Taiwan, als Professor an der Kaiserlichen Universität Kyōto, Rektor der Ersten Oberschule, Professor an der (Kaiserlichen) Universität Tokio, 1918 Gründer und Rektor der Frauenhochschule Tokio und schließlich 1920 Vizegeneralsekretär des Völkerbundes.[2] In dieser Eigenschaft nahm er 1921 am Esperanto-Weltkongress als Beobachter teil und legte der Völkerbundsversammlung einen Bericht zum Stand der Anwendung des Esperanto in der Welt vor. In den dreißiger Jahren versuchte er zwischen den USA und Japan zu vermitteln, um das angespannte Verhältnis aufzulösen.

Nachdem er im Alter von 37 Jahren erkrankte, schrieb er sein bekanntes Werk „Bushido: The Soul of Japan“ in Kalifornien auf Englisch. Die deutsche Übersetzung erschien erstmals 1903. In diesem Werk stellt Nitobe die Grundsätze der japanischen Moral dar. Dabei beschreibt er unter anderem sieben Prinzipien, nach denen der Japaner, und besonders der Samurai, zu handeln versucht bzw. versuchen soll. Es wurde im 2. Weltkrieg von japanischen Nationalisten für ihre Zwecke missbraucht.

Nitobe ist auf den 5000 Yen-Noten abgebildet, die von 1984 bis 2004 gedruckt wurden. Nach ihm benannt ist der Nitobe Memorial Garden in Vancouver.

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Inazō Nitobe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe hier zu: CHURCH UNION AND AFTER
  2. 新渡戸稲造. In: 朝日日本歴史人物事典 bei kotobank.jp. Abgerufen am 18. Juli 2012 (japanisch).
  3. Siehe: Quakerism in Japan
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Nitobe der Familienname, Inazō der Vorname.