Nitokris (Altägypten)

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Namen von Nitokris
Königspapyrus Turin (Nr.IV.8)
V10A N35
X1 Z5
M17 N29
D21
X1
Z4
G7 V11A G7
[1]
Neith-Ikerti
Nj.t-jqr.tj
Neith ist vortrefflich (weiblich)
(mit NamensIdeogramm
für einen König, das den
Horusfalken darstellt)
Königspapyrus Turin (Nr.IV.8)
zA Z1 p
t
H

Saptah
S3-Pt
Sohn des Ptah
Griechisch
bei Manetho

Nitokris

Nitokris war ein altägyptischer König (Pharao) oder eine Königin der 6. Dynastie (Altes Reich), welche/r um 2180 v. Chr.[2] regierte.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Identität

Nach späteren Quellen war Nitokris eine auf dem Königsthron regierende Frau. Ihr Name erscheint in der Turiner Königsliste. Dort erscheint nach neueren Anordnungen der Fragmente aber auch der Eigenname Sa Ptah - Sohn des Ptah, ein männlicher Name.

Es ist deshalb vermutet worden, dass spätere Autoren den Namen Nitokris in einer Königsliste lasen und ihn als Frauennamen interpretierten. Nitokris ist in der Tat in der Spätzeit ein Frauenname, im Alten Reich war er dies aber nicht unbedingt. Nitokris könnte demnach also ein Mann gewesen sein.[3]

[Bearbeiten] Regierungszeit

Nach späteren Quellen war Nitokris eine auf dem Königsthron regierende Frau. Ihr Name wird in der Turiner Königsliste genannt. Bis heute ist Nitokris archäologisch nicht nachgewiesen. Auch die Verbindung der letzten Herrscherin des Alten Reiches zu ihren Vorgängern ist unklar.

[Bearbeiten] Nachfolge

Mit ihrem Tod endete das Alte Reich und es begann eine chaotische Epoche, die sogenannte Erste Zwischenzeit, in der Pyramiden, Tempel und Gräber aufgebrochen und geplündert wurden.

[Bearbeiten] Sagenhaftes

Nach Manetho war sie die vornehmste und lieblichste Frau ihrer Zeit und hatte eine helle Haut. Sie soll drei (Eusebius), sechs (Eratosthenes) oder zwölf Jahre (Africanus) regiert haben.

Herodot (Historien, II 100)[4] berichtet, dass ihr Vorgänger und Bruder von den Ägyptern ermordet wurde und sie zur Nachfolge gezwungen wurde. Aus Rache erbaute sie einen unterirdischen Saal und veranstaltete dort ein Bankett, zu dem alle Mörder ihres Bruders eingeladen waren. In diesen Saal leitete sie Wasser eines Flusses, wodurch alle jämmerlich ertranken. Um einer Bestrafung zu entgehen, warf sie sich in einen Raum voller Asche. Diese Erzählung ist jedoch unhistorisch; ebenso die Zuweisung der „dritten Pyramide“ des Mykerinos.

[Bearbeiten] Literatur

Allgemeines
Zum Namen
  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. Deutscher Kunstverlag, München 1984, ISBN 3-422-00832-2, S. 27 mit Anm. 11, S. 185.
  • Kim Ryholt: The Late Old Kingdom in the Turin King-list and the Identity of Nitocris. In: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde 127 (2000), S. 92-93.
Detailfragen
  • Christiane Coche-Zivie: Nitocris, Rhodopis et la troisième pyramide de Giza. Bulletin de l´Institut Francais d´achéologie orientale 72. 1972, S. 116-138.
  • Jürgen von Beckerath: Chronologie des pharaonischen Ägypten. von Zabern, Mainz 1994, ISBN 3-8053-2310-7, S. 27, 32, 39, 148-149, 151-152, 188.
  • Miroslav Verner: Die Pyramiden. Rowohlt, Reinbek 1997, ISBN 3-499-60890-1, S. 273, 410, 415.
  • Mark Lehner: Geheimnis der Pyramiden. ECON, Düsseldorf 1997, ISBN 3-572-01039-X, S. 164.
  • Zahi Hawass: Die Schätze der Pyramiden. Weltbild, Augsburg 2004, ISBN 3-8289-0809-8, S. 275.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Alan H. Gardiner: The royal canon of Turin. Bildtafel 2; Die hier von den sonst üblichen Syntax für Hieroboxen abweichende Darstellung des Eintrags im Turiner Papyrus ist auf den Umstand gemünzt, dass im Hieratischen offene Kartuschen zur Verwendung kamen. Das abwechselnde Mal-fehlen-mal-vorhandensein bestimmter Namenselemente ist auf Materialschäden im Papyrus zurückzuführen.
  2. Jahreszahlen nach Schneider: Lexikon der Pharaonen.
  3. Kim Ryholt: The Late Old Kingdom in the Turin King-list and the Identity of Nitocris. In: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde 127 (2000), S. 92-93
  4. http://www.sacred-texts.com/cla/hh/hh2100.htm (engl.)


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