Nitrilotriessigsäure

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Strukturformel
Strukturformel von Nitrilotriessigsäure
Allgemeines
Name Nitrilotriessigsäure (NTA)
Andere Namen
  • Tris(carboxymethyl)amin
  • N,N-Bis(carboxymethyl)glycin
  • Komplexon I
  • Titriplex I
  • Chelaplex I
Summenformel C6H9NO6
CAS-Nummer 139-13-9
PubChem 8758
Kurzbeschreibung

farblose Kristalle [1]

Eigenschaften
Molare Masse 191,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

241,5 °C (Zersetzung) [1]

pKs-Wert
Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (1,28 g·l−1 bei 20 °C) [1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​319​‐​351
P: 281​‐​305+351+338 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][4]
Gesundheitsschädlich
Gesundheits-
schädlich
(Xn)
R- und S-Sätze R: 22​‐​36​‐​40
S: 26​‐​36/37
Toxikologische Daten

1100 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

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Nitrilotriessigsäure oder kurz NTA ist ein Komplexbildner. In wässriger Lösung bildet NTA stabile Komplexverbindungen mit Metallionen.

Eigenschaften[Bearbeiten]

NTA bildet mit Metallionen wie Ca2+, Cu2+, Ni2+ oder Fe3+ stabile Komplexe.

Verwendung[Bearbeiten]

Struktur des Calcium-NTA-Komplex-Anions

NTA wird teilweise zur Wasserenthärtung eingesetzt. Die Verwendung als enthärtender Zusatz in Waschmitteln ist trotz der biologischen Abbaubarkeit von NTA in Kläranlagen in den letzten Jahren zurückgegangen, da man das Lösungsvermögen von Schwermetallen als problematisch ansieht. In der analytischen Chemie ist es bekannt als Komplexon I und wird in der Komplexometrie zur Bestimmung von Metallionen benutzt. Ferner wird es in der Affinitätschromatografie als Chelatligand (meist mit Ni2+ als Zentralion) zur Reinigung von poly-Histidin-getaggten Proteinen eingesetzt. Im Jahr 1999 wurden in Europa 20.000 Tonnen NTA verbraucht.

Biologische Bedeutung[Bearbeiten]

Es wurde lange Zeit vermutet, dass NTA in Gewässern Schwermetalle aus dem Sediment mobilisieren kann. In der Praxis ist dies nicht der Fall, da NTA in natürlichen Gewässern als stabiler Calciumkomplex vorliegt. Wie in den Sicherheitshinweisen erkennbar ist (R40), besteht der Verdacht, dass dieser Stoff krebserzeugend wirkt.

Nachweis[Bearbeiten]

NTA kann mit Kupfersulfatlösung und Komplexindikator nachgewiesen werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Nitrilotriessigsäure. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 7. April 2014.
  2. a b Datenblatt Nitrilotriacetic acid bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 16. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Eintrag zu Nitrilotriessigsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 2. September 2007 (JavaScript erforderlich).
  5. Eintrag Nitrilotriessigsäure bei ChemIDplus.