Niuserre
| Namen von Niuserre | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Doppelstatue des Niuserre; Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München
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| Horusname |
S.t-jb-t3.wj Sitz des Herzens der beiden Länder |
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| Nebtiname |
S.t-jb-nb.tj Sitz des Herzens der beiden Herrinnen |
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| Goldname |
Bjk-nbw-nṯr.j Gold (Goldener) des göttlichen Falken |
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| Thronname |
N(.j)-wsr-Rˁ Zur Stärke / Macht des Re gehörig |
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| Eigenname |
Jnj Ini
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| Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.30) |
N(.i)-wsr-Rˁ Zur Stärke / Macht des Re gehörig |
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| Griechisch bei Manetho |
Rathures |
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Niuserre (eigentlich Ni-user-Re) war der sechste König (Pharao) der altägyptischen 5. Dynastie im Alten Reich. Er regierte etwa von 2455 bis 2420 v. Chr.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Herkunft und Familie [Bearbeiten]
Niuserre war ein Sohn des Neferirkare. Verheiratet war er mit Reputnebu, und seine Tochter Cha-merer-nebti wurde Gemahlin des Wesirs Ptahschepses.
Regentschaft [Bearbeiten]
Regierungsdauer [Bearbeiten]
Der König erscheint bei Manetho als Rathures und soll 44 Jahre regiert haben. Im Königspapyrus Turin, in dem sein Name verloren ist, ist die Anzahl seiner Regierungsjahre beschädigt.
Belege [Bearbeiten]
Der Herrscher wird in Inschriften auf dem Sinai genannt, die eine Expedition dorthin vermuten lassen. Eine der Inschriften nennt das Schlagen der Mentiu und aller fremden Länder. Inwieweit dies konkrete militärische Aktionen belegt, kann nicht gesagt werden. [2] Es fand sich im Satistempel auf Elephantine eine Fayencetafel mit seinem Namen.[3] Minnefer und Ptahschepses waren mit Sicherheit unter ihm amtierende Wesire. Sechemanchptah ist eventuell auch unter dem Herrscher einzuordnen. Andere sicher in seine Regierungszeit zu datierende Beamte sind der Vorsteher aller Arbeiten des Königs, Anchuserkaef, und Seschemnofer (II.) mit demselben Titel.
Bautätigkeit [Bearbeiten]
Die Niuserre-Pyramide in Abusir [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Niuserre-Pyramide
Zwischen der Pyramide Neferirkares und Sahures liegt der kleinere und weniger gut erhaltene Pyramidenkomplex des Niuserre. Der am Rand des Fruchtlandes liegende Taltempel wurde ursprünglich für Neferirkare, den Vorgänger Niuserres, begonnen, aber nie fertiggestellt. Niuserre übernahm daher beim Bau seiner Anlage die Fundamente für den Taltempel und den Aufweg, der nicht gerade zur Pyramide verläuft, da er zu seiner Grabanlage umgeleitet werden musste.
Das Sonnenheiligtum des Niuserre in Abu Gurob [Bearbeiten]
→ Hauptartikel: Sonnenheiligtum des Niuserre
Er errichtete ein Sonnenheiligtum in Abu Gurob, 100 m x 75 m, mit einem Alabasteraltar von 5,5 m x 6 m, Schlachthöfen und einem gemauerten Obelisken, den man früher für eine Pyramide hielt („Pyramide von Righa"). Niuserre bevorzugte "Papyrussäulen", deren Reste man an seinem Totentempel fand.
Statuen [Bearbeiten]
Durch Inschriften und stilistische Vergleiche können dem Herrscher fünf Bildwerke zugeordnet werden. In München befindet sich eine Pseudogruppe aus Granit, die den Herrscher zweimal stehend zeigt. Die Gruppe ist durch die Inschriften eindeutig Niuserre zuzuordnen.[4] Eine Statue aus Granit wurde 1904 in Karnak gefunden. Sie nennt seinen Namen und ist fast vollständig erhalten. Der Herrscher ist stehend dargestellt. Das Oberteil der Statue befindet sich heute in Rochester, New York, das Unterteil in Kairo[5] Eine Sitzstatue, ebenfalls aus Granit fand sich in Memphis.[6] Zwei weitere Werke werden dem Herrscher aus stilistischen Gründen, vor allem wegen des identischen Gesichtsausdruckes, zugesprochen. Es handelt sich um einen Torso in Brooklyn [7] und einen, der in Byblos gefunden wurde und sich heute in Beirut befindet. [8]
| Sitzstatue des Niuserre aus Memphis; Ägyptisches Museum Kairo (Inv.-Nr.CG 38) | Oberteil einer Statue des Niuserre; Brooklyn Museum |
Literatur [Bearbeiten]
Allgemeines
- Darrell D. Baker: The Encyclopedia of the Egyptian Pharaohs, Volume I: Predynastic to the Twentieth Dynasty (3300-1069 BC). Bannerstone Press, Oakville 2008, ISBN 978-0977409440, S. 284–286.
- Peter A. Clayton: Die Pharaonen. Bechtermünz, Augsburg 1994, ISBN 3-8289-0661-3, S. 62.
- Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 182–183.
Zum Namen
- Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. Deutscher Kunstverlag, München-Berlin 1984, ISBN 3-422-00832-2, S. 55 u. 182.
- Friedrich-Wilhelm Freiherr von Bissing: Das Re-Heiligtum des Königs Ne-Woser-Re. Band I, Verlag Alexander Druncker, Berlin 1905, S. 13, 68.
- Karl Richard Lepsius: Auswahl der wichtigsten Urkunden des aegyptischen Alterthums. Leipzig 1842, Tafel 9 a-c.
- Auguste Mariette: Les mastabas de l´Ancien Empire. Paris 1885, S. 254, 255.
Zur Pyramide
- Ludwig Borchardt: Das Grabdenkmal des Königs Ne-user-re. J.C. Hinrichs, Leipzig 1907 (der Ausgrabungsbericht).
- Zahi Hawass: Die Schätze der Pyramiden. Weltbild, Augsburg 2003, ISBN 3-8289-0809-8, S. 252–255.
- Mark Lehner: Geheimnis der Pyramiden. Econ, Berlin 1997, ISBN 3-572-01261-9, S.148–152.
- Rainer Stadelmann: Die ägyptischen Pyramiden. Zabern, Mainz 1997, ISBN 3-8053-1142-7, S. 175–179.
- Miroslav Verner: Die Pyramiden. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 1999, ISBN 3-499-60890-1, S. 346–355.
Für weitere Literatur zur Pyramide siehe unter Niuserre-Pyramide
Detailfragen
- Jürgen von Beckerath: Chronologie des pharaonischen Ägypten. Zabern, Mainz 1997, ISBN 3-8053-2310-7, S.14, 27–28, 39, 153–156, 175, 188.
- Bernard V. Bothmer: The Karnak Statue of Ny-user-ra. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 30, Zabern, Mainz 1974, S. 165–170.
- Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. The American University in Cairo Press, London 2004, ISBN 977-424-878-3, S. 62–69.
- Elmar Edel, Steffen Wenig: Die Jahreszeitreliefs aus dem Sonnenheiligtum des Königs Ne-User-Re. 1974.
- Peter Kaplony: König Niuserre und die Annalen. In: Mitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo 47, Zabern, Mainz 1991, S. 195–204.
- Antonio J. Morales: Traces of official and popular veneration to Nyuserra Iny at Abusir. Late Fifth Dynasty to the Middle Kingdom. In: Miroslav Bárta; Filip Coppens, Jaromír Krejčí (Hrsg.): Abusir and Saqqara in the Year 2005, Czech Institute of Egyptology, Faculty of Arts, Charles University in Prague, Prag 2006 ISBN 80-7308-116-4, S. 311–341.
- Miroslav Verner: Archaeological Remarks on the 4th and 5th Dynasty Chronology. In: Archiv Orientální Bd. 69, Prag 2001, S. 363–418 (PDF; 31 MB).
- Miroslav Verner: Excavating Ancient Egypt. Prag 1958-1988, 1990, S. 28–31.
- Miroslav Verner: The Mastaba of Ptahschepses I. Prag 1977, II 1992.
- Dietrich Wildung: Ni-user-Rê. Sonnenkönig-Sonnengott. In: Schriften aus der ägyptischen Sammlung (SAS) Heft 1, München 1984.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Jahreszahlen nach Schneider: Lexikon der Pharaonen.
- ↑ Alan H. Gardiner, T. Eric Peet: The Inscriptions of Sinai. (edited and completed by Jaroslav Cerný) Vol. 2, London 1955, Nr. 10-11
- ↑ Günter Dreyer: Elephantine VIII. Der Tempel der Satet, AV 39. Mainz am Rhein 1986, S. 148-149, Nr. 426
- ↑ Dietrich Wildung: Ni-user-Rê. Sonnenkönig-Sonnengott. 1984,(Schriften aus der ägyptischen Sammlung H.1)
- ↑ Rochester, N.Y. 42.54; Kairo CG 42003; Wildung: Ni-user-Rê, 12, Abb. 7
- ↑ Kairo CG 38, Wildung: Ni-user-Rê, 12, Abb. 8
- ↑ New York, The Brooklyn Museum 72.56, Wildung: Ni-user-Rê, 12, Abb. 9
- ↑ Beirut, B. 7395, Wildung: Ni-user-Rê, 12, Abb. 10
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Schepseskare | Pharao von Ägypten 5. Dynastie |
Menkauhor |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Niuserre |
| ALTERNATIVNAMEN | Ni-user-Re; Ini; Set-ib-nebti |
| KURZBESCHREIBUNG | altägyptischer König der 5. Dynastie (um 2445 – um 2414 v. Chr.) |
| GEBURTSDATUM | 25. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 25. Jahrhundert v. Chr. |




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