Noëlle Lenoir

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Noëlle Lenoir (* 27. April 1948 in Neuilly-sur-Seine) ist eine französische Politikerin.

Noëlle Lenoir war von 1992 bis 2001 als erste Frau Mitglied des französischen Verfassungsgerichtes, dem Conseil constitutionnel. Danach war sie zwischen 2002 und 2004 französische Ministerin für Europäische Angelegenheiten.

Leben[Bearbeiten]

Noëlle Lenoir erwarb im Jahr 1966 ihr Zeugnis allgemeiner literarischer Studien. 1968 erhielt sie das Diplom des Institut d’études politiques de Paris. Im Jahr 1971 machte sie ihren Master im Öffentlichen Recht und 1972 das DES (Master) im Öffentlichen Recht.

Noëlle Lenoir war von 1972 bis 1982 Verwalterin im Senat. Zwischen 1982 und 1984 war sie Direktorin der Datenschutzbehörde Commission Nationale de l'Informatique et des Libertés (CNIL, Nationale Kommission für Informatik und Freiheit). Von 1984 bis 2001 saß Lenoir im höchsten Verwaltungsgericht, dem Conseil d’État, bei und war von 1988 bis 1990 Referatsleiterin des Justizministers.

Anschließend war sie zwischen 1990 und 1991 für die Bioethik beim Premierminister tätig. In dieser Zeit verfasste sie den Bericht Aux frontières de la vie (An die Grenzen des Lebens, Paris 1991). Von 1992 bis 1998 war Lenoir Präsidentin des Internationalen Bioethik-Komitees der UNESCO. Dort war sie zuständig für die Allgemeine Erklärung über das menschliche Genom und Menschenrechte, das im Jahr 1998 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zugestimmt wurde. 1992 war Noëlle Lenoir Präsidentin der Europäischen Gruppe für Ethik bei der Europäischen Kommission.

Im März 1992 wurde sie vom Präsidenten der Nationalversammlung zum Mitglied des Verfassungsgerichtes, dem Conseil constitutionnel, ernannt, dem sie bis 2001 angehörte. Seit 2001 ist Lenoir vollamtliches Mitglied des Conseil d’Etat (höchstes Verwaltungsgericht). Ebenfalls 2001 war sie Gastprofessorin am Lehrstuhl für Rechtswissenschaft der Columbia University und Chronistin bei der französischen Zeitschrift L’Express. Zwischen 17. Juni 2002 und 29. März 2004 war Lenoir Ministerin für Europäische Angelegenheiten sowie im Jahr 2003 Beauftragte für die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Von 2004 bis 2009 war Noëlle Lenoir Rechtsanwältin bei Debevoise & Plimpton LLP. Ebenfalls seit 2004 hat sie den Lehrstuhl des Europäisches Instituts der HEC Paris inne und ist Gründungspräsidentin des Cercle des Européens. Von 2005 bis 2007 war Lenoir Moderatorin der Sendung grands débats du jeudi sur l'Europe (Die Großen Debatten über Europa) auf dem Radiosender BFM-HEC. Zwischen 2006 und 2007 war sie Projektleiterin über des Statut der Europäischen Gesellschaft, im Auftrag des französischen Justizministers Pascal Clément; die Abgabe des Berichtes erfolgte am 19. März 2007. Seit 2007 ist Noëlle Lenoir Chronistin über Europa bei der französischen Zeitung La Tribune und auf BFM Radio. Seit 2009 ist Noelle Lenoir Rechtsanwältin bei cabinet d'avocats JeantetAssociés Paris.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • La transparence administrative (Die Verwaltungstransparenz; 1987)
  • Aux frontières de la vie. une éthique biomédicale à la française (An den Grenzen des Lebens. eine Biomedikalische Ethik „à la française“; 1991)
  • Les normes internationales de la bioéthique (Die Internationalen Normen der Bioethik; 1998, 2004)
  • La Justice de Daumier à nos jours (Die Justiz. von Daumier bis zur Gegenwart; 1999)
  • Relever les défis de la biotechnologie (Herausforderungen der Biotechnologie gerecht werden; 2002)
  • La vie politique de Daumier à nos jours (Das Politische Leben von Daumier bis zur gegenwart; 2005)
  • La Societas Europaea ou SE. pour une citoyenneté européenne de l’entreprise (Die Societas Europaea oder SE: für eine Europäische Staatsbürgerschaft des Unternehmens; 2007)
  • Europe. mon beau souci. le blog de Noëlle Lenoir auf der Website von L'Express

Mandate und Vereine[Bearbeiten]

  • 1989–1995: Bürgermeisterin der Stadt Valmondois, im Département Val-d’Oise
  • Seit 1994: Ehrenpräsidentin des Vereins Les amis de Daumier (Die Freunde von Daumier)
  • Seit 1998: Mitglied des American Law Institute
  • Seit 2001: Mitglied der Académie des Technologies
  • Seit 2004: Präsidentin des Cercle des Européens
  • Seit 2008: Bürgermeisterin der Stadt Valmondois
  • Seit 2008: Vizepräsidentin der Union des maires du Val d’Oise (Union der Bürgermeisterinnen von Val d’Oise)
  • Seit 2008: Mitglied des Verwaltungsrates von Generali France
  • Seit 2008: Mitglied des Comité directeur der Association des maires de France (Vereinigung der Bürgermeisterinnen von Frankreich)
  • Seit 2008: Vizepräsidentin der Communauté de communes de la Vallée de l’Oise et des impressionnistes (Gemeinschaft der Gemeinden im Tal der Oise und der Impressionisten)

Auszeichnungen[Bearbeiten]