No-Budget-Film

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Der No-Budget-Film [noʊ ˌbʌdʒɪt] (dt.: Film ohne Budget) ist eine Filmgattung, deren unabhängige Filmproduktionen mit einem sehr geringen oder keinem Filmbudget realisiert werden. Dies wird möglich, indem etwa die Beteiligten auf eine Bezahlung verzichten. Durch die Verwendung von gebrauchtem Filmmaterial und einfachen Videokameras sowie den Verzicht auf umfangreiche Planungen werden die Kosten auf ein Minimum gesenkt. Der Regisseur agiert meist als Autorenfilmer und beschäftigt nur vereinzelt weitere Filmcrew-Mitglieder. In Abgrenzung zum verwandten Low-Budget-Film ist ein No-Budget-Film in der Regel nicht auf Profit ausgerichtet.[1][2]

Filme und Entwicklung[Bearbeiten]

Zu den ersten von der Filmkritik beachteten No-Budget-Filmen gehören die Filme der Apu-Trilogie (1955–1959) von Satyajit Ray. Der erste Teil Apus Weg ins Leben: Auf der Straße (Pather Panchali, 1955)[1] kostete nur 150.000 Rs (etwa 3.000 US-Dollar),[3] hauptsächlich weil der Filmstab aus Amateuren bestand.[4] Die drei Filme werden heute zu den besten Filmen der Filmgeschichte gezählt.[5][6][7] 1960 veröffentlichte Ron Rice den Schwarzweißfilm The Flower Thief mit Taylor Mead in der Hauptrolle. Die Produktionskosten beliefen sich auf weniger als 1.000 US-Dollar;[8] als Filmmaterial wurden 16-mm-Kassetten der Luftaufklärung aus Beständen des Zweiten Weltkriegs verwendet.[9] In den frühen 1960er Jahren verwendete Filmemacher Jack Smith ausrangierte Diafilme, um seinen No-Budget-Klassiker Flaming Creatures (1963) zu drehen. John WatersHag in a Black Leather Jacket (1964) wird nachgesagt, er habe nur 30 US-Dollar gekostet, während Flick Skin von Craig Baldwin ebenfalls gänzlich mit gebrauchtem Filmmaterial gedreht wurde. Die Bewegung des No Wave Cinema in den späten 1970er Jahren, repräsentiert durch Filmemacher wie Vivienne Dick, brachte einige beachtliche No-Budget-Filme in Super 8 hervor[10] wie etwa Beauty Becomes The Beast (1979).

Veröffentlichung[Bearbeiten]

No-Budget-Film werden häufig auf experimentellen Filmfestivals gezeigt wie dem Flicker Film Festival in Los Angeles, The 8 Fest in Toronto oder dem Festival Trasharama A-Go-Go in Australien. Viele Regisseure zeigen ihre Filme außerdem in Bars und Clubs oder beteiligen sich an sogenannten Do-it-yourself-Vorstellungen. Während einige Filme auf Video und DVD veröffentlicht werden, nutzen andere, etwa der Experimentalfilm Häppchenweise, die Möglichkeiten des Internets.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Robinson, A (2003), Satyajit Ray: The Inner Eye: The Biography of a Master Film-Maker, I. B. Tauris, S. 77, ISBN 1860649653
  2.  Tom Ang: Digitales Video. Ausrüstung, Techniken, Projekte, Nachbearbeitung. Dorling Kindersley, 2005, ISBN 3831007659.
  3. Pradip Biswas: 50 years of Pather Panchali. Screen Weekly. 16. September 2005. Abgerufen am 23. April 2009.
  4. Robinson, A (2003), Satyajit Ray: The Inner Eye: The Biography of a Master Film-Maker, I. B. Tauris, 78-9, ISBN 1860649653
  5. Take One: The First Annual Village Voice Film Critics' Poll. The Village Voice. 1999. Archiviert vom Original am 26. August 2007. Abgerufen am 27. Juli 2006.
  6. The Best 1,000 Movies Ever Made By THE FILM CRITICS OF THE NEW YORK TIMES, New York Times, 2002.
  7. All-time 100 Movies. In: Time. Time Inc. 2005. Abgerufen am 19. Mai 2008.
  8. Dixon, Wheeler Winston, „Performativity in 1960s Experimental Film“, Film Criticism Vol 23, 1998
  9. Dixon, Wheeler Winston, „The Exploding Eye“
  10. „From No Wave To National Cinema“, Lux