No taxation without representation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

No taxation without representation (dt. etwa: „Keine Besteuerung ohne [gewählte politische] Vertretung“) war eine Parole und ein Kriegsgrund des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. In den Jahren vor und während der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung kritisierten Fürsprecher der Unabhängigkeit am meisten, dass die Dreizehn Kolonien verpflichtet waren, Steuern an die britische Krone zu zahlen, ohne jedoch im Parlament Großbritanniens mit eigenen gewählten Abgeordneten vertreten zu sein. Diesen Anspruch leitete die spätere Unabhängigkeitsbewegung aus der in Großbritannien beschlossenen Petition of Right von 1628 ab, die dieses Prinzip endgültig zu einem elementaren Bestandteil des englischen Konstitutionalismus erhob.[1]

Ursprung[Bearbeiten]

Der Ausdruck wurde von Jonathan Mayhew in einer Predigt in der Old West Church in Boston zum ersten Mal verwendet. Die abgewandelte Form "Taxation without representation is tyranny" (dt. Besteuerung ohne Vertretung ist Tyrannei) wird James Otis zugeschrieben. Eine Verbindung zwischen ihm und der Aussage zu seinen Lebzeiten ist jedoch nicht belegt. Erste Zuschreibungen finden sich erstmals 1820, rund 40 Jahre nach seinem Tod.[2]

Die britische Regierung erklärte, dass die Kolonisten praktisch durch ihre eigenen Interessen vertreten seien. Der Ausdruck "no taxation without representation" war ein altes englisches Prinzip mit der Bedeutung, dass nur das Parlament in der Lage ist, Steuern zu erheben. Anfangs basierte „Vertretung“ noch auf Grundeigentum, bis 1700 verschob sich diese Ansicht zu einer umfassenden „praktischen Vertretung“ aller britischen Untertanen.

Die Theorie der praktischen Vertretung wurde in England von Charles Pratt, Earl of Camden, und William Pitt, Earl of Chatham, attackiert. Sie wurde ebenfalls in den Kolonien großflächig abgelehnt, weil sie mit dem republikanischen Ideal "consent of the governed" (dt. Zustimmung der Regierten) nicht vereinbar war. Die Kolonisten waren der Ansicht, dass niemand vertreten werden könne, dem nicht die Beteiligung an der Wahl der Vertreter ermöglicht würde. Politische Vertretung sei nur durch eine Versammlung von Männern möglich, die von den zu vertretenden Personen direkt gewählt wurden.

Washington (D.C.)[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Gibt es dafür irgendwelche Belege? Erscheint der Ausdruck auf allen Autokennzeichnen der Bundeshauptstadt? Seit wann und wer hat das veranlasst? Und von wem geht der Versuch aus, die Parole auch in die Flagge der Stadt aufzunehmen? Warum ist es bisher nicht gelungen? Wer hat es wann mit welchen Argumenten verhindert?

Heute erscheint der Ausdruck "Taxation without Representation" auf den Autokennzeichen der Bundeshauptstadt Washington, D.C., womit gegen die fehlende politische Vertretung der Stadt im Kongress der Vereinigten Staaten protestiert werden soll. Ein Versuch, die Parole auch in der Flagge der Stadt aufzunehmen, ist noch nicht gelungen.

Andere Bedeutungen[Bearbeiten]

Der britische Premierminister John Major verwendete während der Feiern zum 50. Jahrestag der Vereinten Nationen eine Form des Ausdrucks mit vertauschter Reihenfolge in einer Kritik gegen die Vereinigten Staaten, die zu dem Zeitpunkt Milliardenbeträge in überfälligen UN-Mitgliedsbeiträgen einbehielten.[3]

Der Ausdruck wird in den Vereinigten Staaten auch oft von anderen Gruppen, beispielsweise Straffälligen und Minderjährigen, benutzt, die zwar zur Zahlung von Steuern verpflichtet sind, aber selbst nicht an Wahlen teilnehmen dürfen.

Literatur[Bearbeiten]

  • William S. Carpenter: „Taxation Without Representation“ in Dictionary of American History, Volume 7. 1976
  • Edmund S. Morgan: Inventing the People: The Rise of Popular Sovereignty in England and America. 1988, ISBN 0-393-02505-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Leyland, Peter: The Constitution of the United Kingdom - A Contextual Analysis, Portland: Hart Publishing 2007, S. 20.
  2. vgl. David Hackett Fischer: Albion's Seed:Four Britisch Folkways in America, Oxford University Press, 1989, S.30, zitiert nach Bill Bryson: Made in America: an Informal History of the English Language in the United States, Black Swan, 1998, ISBN 0-552-99805-2, S.38.
  3. http://www.globalpolicy.org/finance/chronol/fin1995.htm