Nobbin

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Hünengrab Riesenberg bei Nobbin
Hünengrab Riesenberg aus Richtung Osten

Nobbin ist ein Ortsteil der Gemeinde Putgarten auf der Halbinsel Wittow der Ostseeinsel Rügen. Das nur aus wenigen Häusern bestehende Dorf liegt zwischen der Straße von Altenkirchen nach Arkona und der Tromper Wiek. Durch seine günstige Lage zwischen dem Kap Arkona und dem breiten, über 10 km langen Strand der Schaabe ist die Ortschaft vom Tourismus (Gästehäuser und Ferienwohnungen) geprägt.

Hünengrab Riesenberg[Bearbeiten]

Nobbin ist vor allem durch das Riesenberg genannte Hünengrab (auch Großsteingrab Riesenberg genannt) bekannt. Die aus Findlingen errichtete Megalithanlage stammt aus der Jungsteinzeit Rügens. Es ist eines der größten Steingräber Norddeutschlands und liegt nur wenige Meter von der Steilküste der Tromper Wiek entfernt, direkt am Hochuferweg (54° 39′ 11″ N, 13° 23′ 36″ O54.65305555555613.393333333333).

Es ist ein trapezförmiges Hünenbett mit Grabkammer (erweiterter Dolmen). Die Grabkammer wurde in jüngerer Zeit (1933 und 1970) gestört.

Die trapezförmige Einfassung Anlage aus ehemals 53 großen Randsteinen ist 34 m lang und 11 bis 8 Meter breit (39 Steine sind erhalten). Im Nordosten befanden sich zwei querliegende Dolmen, von denen nur einer gut erhalten ist. Er ist 1,4 m hoch, 1,8 m lang und 1,1 m breit. An der Südwestseite ragen zwei vor die Einfassung gesetzte Wächtersteine mehr als drei Meter empor, wie sie ansonsten besonders für skandinavische Dolmen typisch sind, aber auch beim Großdolmen von Dwasieden und in Dummertevitz auf Rügen in ähnlicher Dimension vorkommen. Die Ausstattung mit Wächtersteinen ist in Deutschland selten und wird hier durch die Nähe zu den dänischen Inseln erklärt.

Die erste Grabung fand 1933 durch Wilhelm Petzsch statt. Sie brachte viele Funde.

Bei Ausgrabungen im Jahre 1970 durch Ewald Schuldt konnten drei querschneidende Pfeilspitzen, eine Klinge, einige zerscherbte Gefäße und wenige Knochenfragmente (darunter zwei Schädel) als jungsteinzeitliche Funde geborgen werden. In der nördlichen Grabkammer wurden die Reste einer Urnenbeisetzung aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Zwischen den Wächtersteinen kamen Keramikscherben aus der Slawenzeit und eine arabische Silbermünze aus dem 9. Jahrhundert zum Vorschein. Dies zeigt, dass der Riesenberg über Jahrtausende für die Inselbewohner von Bedeutung war.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich von Hagenow: Special Charte der Insel Rügen. Nach den neuesten Messungen unter Benutzung aller vorhandenen Flurkarten entworfen. Lithographisches Institut des Generalstabes, Berlin 1829.
  • Lutz Mohr: Das geheimnisumwitterte Großsteingrab "Riesenberg" bei Nobbin im Nordosten der Insel Rügen. In: Steinkreuzforschung (SKF). Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Sammelband Nr. 23 (NF 8), Regensburg 1996, S. 79-81.
  • Ingrid Schmidt: Hünengrab und Opferstein – Bodendenkmale auf der Insel Rügen. 1. Auflage. Hinstorff Verlag, Rostock 2001, ISBN 3-356-00917-6, S. 12–14.
  • Ewald Schuldt: Der Riesenberg von Nobbin, Kreis Rügen. - In: Bodendenkmalpflege in Mecklenburg, Jahrbuch 1971 (1972), 153-160.
  • Ernst Sprockhoff: Atlas der Megalithgräber Deutschlands. Teil 2: Mecklenburg – Brandenburg – Pommern. Rudolf Habelt Verlag, Bonn 1967, S. 63.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hünengrab Riesenberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

54.65388888888913.384166666667Koordinaten: 54° 39′ N, 13° 23′ O