Nobiskrug

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum literarischen und ikonographischen Motiv des Nobiskruges sowie den Örtlichkeiten dieses Namens siehe Nobiskrug (Gasthaus).
Nobiskrug GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1905
Sitz Rendsburg
Mitarbeiter 1000
Branche Werft
Website www.nobiskrug.com

Die Nobiskrug GmbH ist eine Werft mit Sitz in Rendsburg am Nord-Ostsee-Kanal. Die Werft ist besonders für den Bau von Superyachten bekannt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Werftanlagen von Nobiskrug in Rendsburg eignen sich für Neubauten, Reparaturen und Umbauten von Yachten und Marineschiffen. Die beiden Docks und Helgen sind für Schiffe bis zu einer Länge von 200 m geeignet.

Seit 1905 hat Nobiskrug über 700 zivile und militärische Neubauten und zahlreiche Umbauten abgeliefert. Das Unternehmen hat sich zu einem großen Akteur im Megayachtmarkt entwickelt und baut Megayachten – speziell nach Kundenwunsch angefertigt – von 60 bis 200 m Länge.

Geschichte[Bearbeiten]

Kran auf der Nobiskrug Werft am alten Flusslauf der Eider

Die Nobiskrug GmbH wurde 1905 von Otto Stork gegründet, nachdem in Rendsburg mit dem Nord-Ostsee-Kanal ein Zugang zum Meer geschaffen wurde. Die Werft liegt am alten Flusslauf der Eider, die 250 Meter hinter der Werft in den Kanal mündet.

Nobiskrug-Neubau Sabine Howaldt auf Probefahrt, Mai 1958

Die Werft baute bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges circa 70 Fahrzeuge, vor allem Pontons und Leichter. Während des Krieges wurden auch Hilfsschiffe und Minenabwehrfahrzeuge für die Kaiserliche Marine produziert. Nach dem Krieg wurden Fracht-Dampfschiffe und Trawler an deutsche Reeder verkauft. Anfang der 1930er Jahre konnte die Werft mit dem Bau einer Serie von Schonern des Typs Ich Verdiene besonderen Erfolg erzielen.

Zwischen 1935 und 1939 wurden drei Zollkreuzer an das Finanzministerium verkauft. Im Zweiten Weltkrieg wurden abermals Hilfsschiffe gebaut, diesmal für die Kriegsmarine und die Luftwaffe. Darunter waren auch Schlepper und Tanker.

1963 erfolgte die Auslieferung des Schulschiffes Deutschland für die Bundesmarine, ein Jahr später wurde mit der Prins Bertil die erste Fähre ausgeliefert, der noch vier weitere folgten. Danach folgte der Bau von Asphalttankern, RoRo-Schiffen sowie konventionellen Frachtern. Eine größere Frachter-Serie waren 14 in den Jahren 1969 bis 1973 gebaute Liberty-Ersatzschiffe des Typs Rendsburg.

In den 1980er Jahren wurden Spezialschiffe wie die Polarstern oder die Taucherbasisschiffe Seabex One und Seaway Condor für den industriellen Einsatz aufgelegt. In dieser Zeit wurde auch das Kreuzfahrtschiff Berlin auf der Werft umgebaut und verlängert.

Bis 1986 war die Werft unabhängig, dann ging sie in Konkurs. 1987 wurde sie von HDW gekauft, mit der sie 2005 zur ThyssenKrupp Marine Systems AG fusionierte. Nach dem Verkauf am 1. Oktober 2007 gehörte die Werft der eigens gegründeten Eagle River Capital Ltd. auf Guernsey.[1][2]

Seit 2009 gehört die Werft Nobiskrug zur ’’Privinvest Holding’’. Zu diesem Unternehmen gehören in Deutschland auch noch die Werft Abu Dhabi MAR in Kiel-Gaarden und seit 2013 die Werft Lindenau in Kiel-Friedrichsort, sowie international die französische Werft CMN und ADM Shipyards in Abu Dhabi an.

Yachtbau[Bearbeiten]

Dank der modernen Superyachthalle können qualitativ anspruchsvolle Arbeiten an den Schiffen unter besten Bedingungen ausgeführt werden, wie etwa Beschichtung und Innenausbau. Ein Trennschott ermöglicht das separate Docken einer zweiten Yacht. Reparaturarbeiten werden weltweit durch mobile Einsatzgruppen ausgeführt.

In den letzten zehn Jahren hat sich Nobiskrug durch den Bau von luxuriösen Motoryachten ab einer Länge von 60 m einen Namen gemacht. Die erste Yacht war Tatoosh mit einer Länge von 93 m, die im Jahr 2000 abgeliefert wurde. Die zweite Superyacht, Triple Seven (68 m) gewann wenige Monate nach ihrer Auslieferung den Designpreis der „International Superyacht Society”. Die Superyacht Siren wurde 2008 ihrem Eigner übergeben. Für die 74 Meter lange Superyacht Siren wurde die Werft mit dem „World Superyacht Award 2009“ und dem „ShowBoats International Award for Best Custom Motor Yacht Interior 60 m and over“ ausgezeichnet. Sowohl die Triple Seven als auch die Siren wurden vom Hamburger Yachtdesign-Büro Newcruise entworfen.[3]

Im Sommer 2010 wurden zwei weitere Projekte abgeschlossen: Im August verließ die 60 m lange, von dem niederländischen Designer Felix Buytendijk entworfene Jamaica Bay die Werft; im September folgte Sycara V. Konstruiert wurde die 68 m lange Mega-Yacht von Craig Beale.

Im April 2011 folgte der Neubau 781, die Sapphire. Die 73,5 m lange Yacht wird angetrieben von zwei Dieselmotoren mit jeweils 2360 PS. Zwei weitere baugleiche Yachten (Mogambo und Flying Fox, Baunummern 782 und 783) wurden 2012 fertiggestellt und ausgeliefert. Im Herbst 2013 wurde die 74m lange Superyacht Odessa II abgeliefert.

Schiffe[Bearbeiten]

Bleichen als Museumsschiff in Hamburg
M/Y Mogambo in Rendsburg

Spezialschiffe

Museumsschiffe

  • Annemarie, Frachtmotorsegler, Baujahr 1930, Rendsburg
  • Nixe, Bereisungsschiff, Baujahr 1939, Henrichenburg
  • Iris-Jörg, Küstenmotorschiff, Baujahr 1956, Wischhafen
  • Bleichen, Frachtschiff, Baujahr 1958, Hamburg

Yachten

  • Tatoosh
  • Triple Seven
  • Siren
  • Jamaica Bay
  • Sycara V
  • Sapphire
  • Mogambo
  • Flying Fox

Weblinks[Bearbeiten]

Internetauftritt des Unternehmens

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ThyssenKrupp verkauft Werft Nobiskrug. Finanznachrichten, 10. April 2008, 1. Februar 2008
  2. Investor schluckt Nobiskrug. In: Hamburger Abendblatt, 11. April 2008, 1. Februar 2009
  3. Wolfgang Behnken: Die Welt der Superyachten. Bielefeld 2009

54.30949.6974Koordinaten: 54° 18′ 34″ N, 9° 41′ 51″ O