Nocardia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nocardia
Kolonien von Nocardia asteroides

Kolonien von Nocardia asteroides

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Actinobacteria
Ordnung: Actinomycetales
Unterordnung: Corynebacterineae
Familie: Nocardiaceae
Gattung: Nocardia
Wissenschaftlicher Name
Nocardia
Trevisan 1889

Nocardien (benannt nach dem französischen Infektiologen Edmond Nocard) sind stäbchenförmige, grampositive Bakterien. Sie wachsen oft verzweigt und sind teilweise ähnlich wie Mykobakterien durch Säure nicht wieder entfärbbar (säurefest). Nocardien kommen ubiquitär im Erdboden und in Feuchtbiotopen vor. Sie wachsen besonders gut bei 30 °C, und einige können bei Mensch und Tier Nocardiosen auslösen.

Arten[Bearbeiten]

Einige Arten von Nocardia mit der Typus-Art Nocardia asteroides (Eppinger 1891) Blanchard 1896:

Erkrankungen[Bearbeiten]

Nocardien werden über die Lunge aufgenommen. Beim Menschen sind nur Erkrankungen von Immunsupprimierten durch diesen Erreger bekannt. Dabei kommt es zuerst zur pulmonalen Nocardiose mit Bronchopneumonie und Lungenabszess. Von dort können sie über das Blut (hämatogen) in verschiedene Organe streuen (systemische Nocardiose). Die Erreger befallen bevorzugt das ZNS und lösen Enzephalitiden und Hirnabszesse aus. Nocardien können auch kutane und subkutane Abszesse auslösen (oberflächliche Nocardiose). Letztere wird hauptsächlich von Nocardia brasiliensis ausgelöst.

Therapie[Bearbeiten]

Antibiotische Therapie mit Cotrimoxazol und Doxycyclin. Als Reserveantibiotika stehen Imipenem und Amikacin zur Verfügung.

Literatur[Bearbeiten]

Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!